Regeln für Revolutionäre nach Saul Alinsky -V.-

27 Jan

 

Eine Taktik, die zu lange ausbremst, wird selber zur Bremse: Überraschung, Aufregung, Einbindung der Aktiven führen ins Neue.

Ausbremsen ist nur möglich, wenn dem Gegner eine annähernd gleich starke Kraft gegenübersteht. Das ist derzeit bei keiner einzigen oppositionellen Kraft ersichtlich. Weder parlamentarisch noch außerparlamentarisch. Wo zahlenmäßiger Gleichstand erreicht ist, da schließen sich die gegnerischen Kräfte sofort zusammen, um ein Überholen zu verhindern. Dies zeigt das Beispiel der AfD. Die Identitäre Bewegung hingegen hat Überraschung, Aufregung und Einbindung der Aktivisten praktiziert, einige Aufmerksamkeit erregt, dadurch aber auch verstärkt feindliche Aktivitäten ausgelöst, die ihr inzwischen einen Großteils des Schwungs genommen haben, so dass sie fast schon in der Versenkung verschwunden ist.

Was tun? Auch hier gilt wie im Beitrag III. gefordert: Arbeiten, wo Gegner und Feind Ansatzpunkte für Nadelstiche bieten und die eigene Kraft erhalten bleibt für neue Aktionen.

 

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Regeln für Revolutionäre nach Saul Alinsky -IV.-

26 Jan

Eine gute Taktik ist die bei den eigenen Leuten beliebte: niemand wird gezwungen, alle kommen wieder, weil es Spaß macht und Verbesserungsvorschläge herbeiführt.

Die beste Taktik aber ist diejenige, die im Verwirklichen der eigenen Strategie zum großen Ziel hin die erfolgreiche ist, uns dem strategischen Ziel näher kommen lässt. Freiwilligkeit ist selbstverständlich, eine Spaßveranstaltung muss taktisches Verhalten durchaus nicht immer sein. Es können Anstrengung, Unbequemlichkeit, Gefahr und persönlicher Nachteil damit verbunden sein. Zumindest aber muss immer ein Ausgleich für die Widrigkeiten durch kameradschaftliches gemeinsames Feiern, Sport und Spiel erfolgen, damit die Motivation nicht verloren geht.

Verbesserungsvorschläge folgen nicht immer nur aus dem Verfolgen einer guten, erfolgreichen Taktik. Vielmehr zwingen gerade Misserfolge, das Laufen in Fallen, verlustreiche Rückzugsgefechte zum Nachdenken über die Richtigkeit der Taktik. Nicht umsonst heißt es „Not macht erfinderisch“. Verbesserungsvorschläge sind aufzugreifen und die erfinderischen Aktivisten sollten belobigt werden.

 

Mit gut überlegten Taktiken unter einer langfristig angelegten Strategie zum großen Ziel!

 

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Regeln für Revolutionäre nach Saul Alinsky -III.-

25 Jan

 

Prüfe, welche Regeln der Gegner beachtet und wie er sie befolgt. Bombardiere den Gegner mit Fragen, die er beantworten muß und warte, bis er seine eigenen Regeln verletzt oder lügt. Selbst Kolosse sind so ins Wanken zu bringen.

 

Diese Regel für den eigenen Kampf scheint im heutigen Meinungskrieg nur noch partiell realistisch zu sein. Denn heute steht nicht mehr ein David einem Goliath gegenüber, sondern wir als Sandkorn einem Meer von Sand. Der Gegner hat eine Panzerarmee, wir eine einzige Panzerfaust. Er ist nicht mehr bloßer Gegner, sondern oft selbst erklärter Feind, der uns vernichten will. Nicht einmal die Regeln humaner Kriegführung erkennt er dann an. Für ihn sind wir bloße Partisanen, nazistische Ungeheuer, denen kein Millimeter Raum zu geben ist. Er hat 3 Regeln: aufklären, wo der Nazi steht, angreifen, vernichten. Und das in allen denkbaren Formen.

Als Feind denkt der Gegner gar nicht erst daran, Fragen zu beantworten. Noch weniger lässt er ein Bombardement von Fragen zu. Abwarten geht nicht, er schlägt sofort zu. Beobachten seiner Regelverletzungen oder Lügen ist da mangels eigener Stärke nicht möglich, mit einer Bazooka ist eine Armee nicht ins Wanken zu bringen.

Was bleibt? Dem Feind gegenüber dahin ausweichen, wo seine schwächsten Teile, der Troß, der Nachschub, die Sanitäter, seine Hilfswilligen Unterstützungsarbeit leisten, wo er geringe Kräfte versammelt, wo er als Gegner, nicht Feind, noch Wortwechsel, ja Diskussionen zulässt. Da können wir mit Saul Alinsky vorgehen. Wir fragen ihm Löcher in den Bauch, lassen niemals locker, stellen den Gegner mit seinen Lügen bloß. Wir legen wir im Netz und den sonstigen „sozialen Medien“ Minen, suchen rudelweise, plötzlich und unerwartet gegnerische oder neutrale öffentliche Veranstaltungen heim, machen an Schulen, Unis, Volkshochschulen, selbst vor Kindergärten Rabbatz und vor allem: wir vernetzen uns ohne größere Formalitäten, aber mit einem weltanschaulichen Minimum und klaren Parolen im Rucksack, um nicht in Grabenkämpfe innerhalb der eigenen Reihen zu geraten.

Haben wir dem Gegner einen Stich versetzt, ziehen wir uns sofort zurück und planen den nächsten.

Die bestausgebildeten und flexibelsten Leute infiltrieren den Gegner, möglichst auch den Feind, am besten in deren Hauptquartieren.

Wir wenden niemals Gewalt an. Gewalt macht Gegner und Feind zum Opfer, das bemitleidet und damit gestärkt wird.

 

Wir agieren friedlich und ohne Waffen, aber mit einer Haltung wie Stahl!

 

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Regeln für Revolutionäre nach Saul Alinsky -II.-

24 Jan

 

Bewege Dich außerhalb des gegnerischen Sachverstandes. Suche nach Wegen, die Unsicherheit, Sorgen und die Ungewissheit des Gegners vergrößern. Zwinge den Gegner zur Stellungnahme.

 

Da wird es schwierig. Wie erkenne ich, ob der Gegner sich zu einem Thema sachverständig äußert? Ist es in der heutigen Zeit bei der Kompliziertheit der Diskussionsgegenstände überhaupt möglich, wirklich sachverständig, also allumfassend informiert zu sein und dieses Wissen in den Diskurs einzubringen? Beim Thema „Klimaschutz“ z.B. gibt es die diversesten Auffassungen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Und es verhält sich nicht wie im Rechtswesen, wo sich eine „herrschende“ Meinung bildet, die dann durch die Gerichte in der Regel Anwendung findet, ohne dass sie naturwissenschaftlich abgesichert ist. Im Klimabereich sind die Unwägbarkeiten so vielfältig, dass bloße Mehrheitlichkeit nicht unbedingt ausreicht, um die wahre Lage abzubilden, Lösungen zu finden.

Wenn ich nicht einmal weiß, ob der Gegner wirklich sachverständig ist, dann hilft es wenig, mit den wenigen mir zur Verfügung stehenden Argumenten zu arbeiten. Er wird einen Gegeneinwand bringen, den ich wiederum nicht auf seine Richtigkeit hin einschätzen, nicht parieren kann. Es bleibt mir also nur der Versuch übrig, Argumente vorzutragen aus einem Bereich, in dem ich mich zumindest sachverständig fühle, die auf den ersten Blick an der Sache vorbeigehen, auf den zweiten Blick aber dem Gegner Schwierigkeiten bereiten, ihn unsicher machen, ihm die Gewissheit nehmen, dass er auf der sicheren Seite ist.

Warum nicht einmal in die Klimafrage die Überfremdungsfrage einflechten? Dem Gegner aus der „fridays for future“-Bewegung entgegenhalten, dass Überbevölkerung durch Masseneinwanderung das Klimaproblem vor Ort verschärft, weil Menschen aus uns völlig fremden Kulturen keinen Klimaschutz kennen, keine innere Bindung zu Flora und Fauna besitzen, noch nie etwas von Mülltrennung gehört haben, aus Statusgründen immer die dicksten Wagen fahren, die dann auch noch älter sind und höheren Verbrauch haben?

Wie soll der Gegner, der ja zumeist Internationalist und Zuwanderungsfanatiker ist, hier reagieren? Niemals wird er seine festgefahrenen Ansichten im Gespräch aufgeben. Es kann hier versucht werden, Punkte zu sammeln. Der Gegner wird hier nicht sachlich antworten wollen und können.

Daneben kann ich natürlich immer auch den Gegner, wo er auftritt, links liegen lassen. Mit eigenen Aktionen kann ich im vorpolitischen Raum immer wieder deutlich machen, dass die Argumentation des Gegners nicht überzeugend, da nicht belegt oder lückenhaft ist, so dass ich seine Position schwäche und ihn vielleicht sogar zur Stellungnahme zwinge.

 

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Regeln für Revolutionäre nach Saul Alinsky – I. –

22 Jan

 

 

                                             Vermeide Worte und Handlungen, bei denen kein Sachverstand Sicherheit gibt.

 

Wie schnell ist etwas mal so eben daher gesagt, ohne dass die Reaktion des Diskurspartners bedacht wird. Es sollten Themen vermieden werden, zu denen die einzelnen Aussagen nicht belegt werden können. Andernfalls gerät man in die Defensive und kommt um die Früchte des Bemühens. Jeder von uns hat Spezialwissen. Es sollte vorrangig eingesetzt werden. Es ist keine Schande einzugestehen, dass auf einem angesprochenen Gebiet die Wissensgrundlage fehlt. Immer noch besser, als in die Defensive gedrängt zu sein und keinen Ausweg mehr zu wissen.

 

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