Archiv | November, 2011

Vollständig flach…

26 Nov

Arno Breker: "Sinnende"

In totaler Abkehr von dieser sich der Antike anlehnenden Kunst Arno Brekers äußert sich der Maler und Bildhauer Georg Baselitz in der Süddeutschen Zeitung von heute wie folgt:

„..letztlich ist der Rückgriff auf antike Skulpturen immer augenfällig ( bei anderen Bildhauern, niekisch ).“ Was man von ihren Werken ja nicht gerade sagen kann…„Dieser Modell- oder Motivbezug, der fällt bei mir zunächst einmal vollständig flach. ..Die Dinge, die ich mache, haben irgendetwas mit irgendetwas zu tun, aber mit nichts, was man sieht, erkennt, kennt oder findet.“

Wenn Ihr in des Künstlers Archiv stöbert, so findet Ihr seine Worte bestätigt.

Nehmen wir die Definition des Bundesgerichtshofs, wonach Kunst Ausdruck irgendeines geistig – seelischen Erlebnisses darstellt, so dürfen wir vermuten, daß es  in Georg Baselitz vollständig oder fast vollständig flach aussieht ohne jede besondere Erhebung…

Zur Ehre Heinrich von Kleists…

22 Nov

Heinrich v. Kleist

„Und welches sind die höchsten Güter der Menschen? – Gott, Vaterland, Kaiser, Freiheit, Liebe und Treue, Schönheit, Wissenschaft und Kunst.“ 

Der deutsche Dichter Heinrich von Kleist, der sich am 21.11.1811 erschoß.

In die heutige Zeit mit seinem Einverständnis übersetzt:

Unser Glaube an ein Höheres, Deutschland im Europa der Vaterländer, Freiheit statt globalistischer Einweltdiktatur, Liebe, Ehre und Treue, das Gute, Wahre, Schöne.

 Heinrich von Kleist  tötete neben sich einen anderen Menschen, Henriette Vogel, aber mit welchem im Gegensatz zu heutigen Tötungstaten beachtlichen moralischen  Hintergrund…

Manchmal…

17 Nov

manchmal entkommen

worte und verse

dem gefängnis der gedanken

schlafwandlerisch

entschweben sie

dem engstäbigen verstand

und singen

tanzen über alle meere

die hellen lieder einer anderen welt

( Peter Klusen, * 1951 )

Wer von uns hat es noch nicht erlebt: Gedanken verwandeln sich in Worte, die wir in uns hinein sprechen, leise vor uns hinsprechen oder sogar laut, wenn wir keinen anderen Menschen in der Nähe wähnen. Oder wir sperren sie von vorneherein hinter die Gitterstäbe des Gedankengefängnisses in unserem Kopf. Sie fallen dann der Selbstzensur zum Opfer, werden an die Leine gelegt, am Leben gehindert. Es kommt aber auch vor, daß sie sich durch die Stäbe zwängen, hindurchschlupfen, sich davon machen, ohne daß wir dem etwas entgegensetzen können. Etwas drängt uns, diese Worte  gewähren zu lassen. Es entsteht auch das Empfinden: Es ist Euer gutes Recht, gehört zu werden, obwohl wir dabei Unangenehmes empfinden. Manchmal auch das Empfinden: Gut, daß es heraus ist! Ich hatte  nicht den Mut zu diesen Worten, aber sie haben ihren Weg gefunden..Sind nicht wohlüberlegt gesprochene Worte zumeist „sozialisiert“? Geben die dem Gedankengefängnis entflohenen Worte nicht eher das wirklich Gedachte und wirklich Gewollte des Sprechers wieder?

Herbstgedicht…

15 Nov

R  a  u  h  r  e   i   f

Etwas aus den nebelsatten

Lüften löste sich und wuchs

über Nacht als weißer Schatten

eng um Tanne, Baum und Buchs.

Und erglänzte wie das weiche

Weiße, das aus Wolken fällt.

Und erlöste stumm

 in bleiche Schönheit eine dunkle Welt.

( Gottfried Benn )

Sollten  wir nicht – ohne anmaßend wirken zu wollen – versuchen, ebenfalls weißes, glänzendes Reif  zu sein, die uns dunkel umgebende stumpfe Welt des einst Glänzenden erhellen?

Was man mit Liebe tut…

8 Nov

Was zählt...

“Ich habe im Lauf der Zeit gelernt, das nur das zählt und zufrieden macht und letzten Endes übrig bleibt, was man mit Liebe tut. Alles, was man aus anderen Gründen tut, bleibt weder für einen selbst noch für andere.”

Regisseur Wim Wenders.

Betrachten wir Geschichte, Politik, Kultur. Das aus Haß  Geborene ist längst vergangen, das aus Liebe Erzeugte besteht über die Zeiten hinweg.

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