Herbstgedicht…

15 Nov

R  a  u  h  r  e   i   f

Etwas aus den nebelsatten

Lüften löste sich und wuchs

über Nacht als weißer Schatten

eng um Tanne, Baum und Buchs.

Und erglänzte wie das weiche

Weiße, das aus Wolken fällt.

Und erlöste stumm

 in bleiche Schönheit eine dunkle Welt.

( Gottfried Benn )

Sollten  wir nicht – ohne anmaßend wirken zu wollen – versuchen, ebenfalls weißes, glänzendes Reif  zu sein, die uns dunkel umgebende stumpfe Welt des einst Glänzenden erhellen?

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13 Antworten to “Herbstgedicht…”

  1. Federschlag November 16, 2011 um 8:26 am #

    Ist bekannt, aus welchem Jahr dieses Werk stammt? Ich vermute, eher aus Benns Spätzeit?

    Schön geschrieben, sehr passend.

    • niekisch November 16, 2011 um 12:10 pm #

      Ich habe das Gedicht, Federschlag, aus den gesammelten Werken III – Gedichte – bei Klett – Cotta zitiert. Da heißt es in den Anmerkungen S. 581:

      „Raureif. zur Textgestaltung wurde benutzt: Die Grenzboten, Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst LXIX, 7 ( 16.2.1910 ) S. 312. ( einzige Veröffentlichung )

      So wird diesem schönen Gedicht die Ehre zuteil, nach ca 100 Jahren Jedermann, so er/sie es will, Kraft zu geben.

  2. Silver Surfer November 15, 2011 um 9:09 pm #

    Hallo niekisch.

    Schönes Gedicht!

    Wir müssen unseren Mitmenschen unsere Kultur,damit meine ich unsere deutsche Kultur und nicht die „westlichen Werte“, nahe bringen.

    • niekisch November 16, 2011 um 11:59 am #

      Die deutsche Kultur kann garnicht „westlich“ sein, Silver Surfer, der Du Dich gerne wieder Prinz Eugen nennen darfst:-), ohne ihren ursprünglichen Charakter vollkommen zu verlieren. Oswald Spengler, insbesondere auch mein Namensgeber Ernst Niekisch haben dies deutlich gemacht. Unser Kampf ist als metapolitischer auch allgemeinpolitisch, aber die wesentlichen Begriffe in Staat und Gesellschaft sind solche der Kultur und die müssen wir wieder zum Eigenen drehen. Nicht umsonst hat Antonio Gramsci als wesentlichen Kampf den Kampf um die Kultur angesehen und insofern der Metapolitik zugeordnet.

    • Gaffer November 16, 2011 um 6:00 pm #

      Silver Surfer, der Autor der zitierten Zeilen
      gehört nun gerade NICHT zur deutschen
      Kultur, „niekisch“ weiß das, Du leider nicht.

      • Kaisers Gedenken November 16, 2011 um 7:11 pm #

        Nur weil Gottfriede Benn im Laufes seines Lebens NS-kritsch geworden war, nachdem er sich zuvor für das Gedankengut erwämen konnte, nicht zur deutschen Kultur gehörig…? Oder weil er mal einen jüdischen Verleger hatte? Ich weiß, nein natürlich das spielt keine Rolle, aber da war doch mal was mit Kokain…? Oder auch das nicht, war Göring doch Morphinist?

        Die patriotische Bewegung hat sich angesichts möglicherweise geheimdienst-gesteuerter Attentate und wer weiß, was man daraus noch machen will, wahrlich mit anderen Dingen zu tun als mit solchen Kinkerlitzchen, ein Gottfried Benn gehöre nicht zur deutschen Kultur. Darauf würde ich normalerweise denken, könnte nur ein Bürdenträger kommen, der sich zu sehr zum Gegenpol von allem machen will, was bürgerlicher Patriotismus ist (der nun mal auch den jüdischen Mitbürger akzeptiert, zumal es auch jüdischstämmige EK-Träger im ersten Weltkrieg gegeben hat).

        Was meine Einstellung und Überlegungen zum Machfaktor Zionismus hingegen betrifft, habe ich gerade erst umfänglich dargelegt. Aber ich will einen Gaffer, der sich (aus seiner Sicht) um das geistige Wohl von einem jungen Menschen sorgt, der aus seinem Umfeld kommt, nicht vor den Kopf stoßen – leben und leben lassen, oder wie sagte doch Friedrich der Große?

        • niekisch November 16, 2011 um 7:39 pm #

          „es auch jüdischstämmige EK-Träger im ersten Weltkrieg gegeben hat“

          Schon beim Marsch zur Feldherrnhalle 1923, später sogar in der obersten Etage des NS und noch viel breiter in der Wehrmacht waren jüdische Menschen vertreten, sie sandten Hitler Ergebenheitsadressen, als Boykottaufrufe seitens Juden in den USA und anderswo gegen das Reich kamen. Das alles kann man nachlesen.

      • niekisch November 16, 2011 um 7:27 pm #

        Jedenfalls d i e s e s Gedicht ist Ausdruck deutscher Kultur, Gaffer, überhaupt von Kultur. Ich persönlich halte Gottfried Benn trotz aller Umstände für einen kerndeutschen Mann. Hätten wir doch heute mehr solche Männer!

      • Gaffer November 17, 2011 um 2:00 am #

        Der ehrenwerte Herr Bundes-Wulff wähnt (seit 03.10.2010) dem Deutschtum auch mehr zumuten zu sollen, als es für dieses zumutbar ist.

        • niekisch November 17, 2011 um 12:09 pm #

          Was Gaffer, hat Deine Aussage mit dem Herbstgedicht zu tun?:-)

      • Gaffer November 21, 2011 um 12:41 am #

        Immerhin funktionieren die Reflexe beim Speichelfluß noch.

  3. Kaisers Gedenken November 15, 2011 um 8:11 pm #

    Wunderbar…!

    Wir sollten uns auf unsere Traditionen besinnen: Deutschland, Volk der Dichter und Denker… Und danke, Niekisch für das prachtvolle Herbstbild – Deutschland, deine Wälder und Felder…

    • niekisch November 16, 2011 um 11:54 am #

      Wenn ich aus 2 Jahren Metapolitika, Kaisers Gedenken, auch nur e i n e Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es wirklich:

      In einer Zeit der bewußten Zerstörung a l l e s Eigenen mit der Folge, daß die jungen Generationen weitgehend das Eigene mit dem Fremden, Zerstörerischen, Materialistischen, Verbrecherischen verknüpfen, das gute Eigene aus Vergangenheit und Gegenwart garnicht mehr bewahren und leben k ö n n e n bis zum Massenmord am falschen Feind, liegt die Pflicht möglicherweise darin, o h n e direkte Feinddefinition und – berührung n u r noch das gute Eigene zu betonen, in die Öffentlichkeit zu tragen und es dem Erkenntnisdrang der Menschen überlassen, einen Weg zu finden.

      So will ich den Schwerpunkt hier auf Metapolitika auf das Wahre, Gute und Schöne legen, so wie es die Mütter und Väter taten, denen ihr Herz schon in Liebe zum Eigenen und zur Achtung gegenüber dem Anderen schlug.

      Wohin ist Deutschland gekommen, daß junge Deutsche Menschen vorsätzlich ins Gesicht schießen und darüber Genugtuung empfinden? Fragen wir Väter und Großväter, ob sie dies in den Kriegen fertiggebracht haben..

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