Vorsicht, Schlange!…

30 Dez

kognitiv fähig...

Unter dem obigen Titel mit dem Untertitel „Schimpansen berücksichtigen, was der Artgenosse weiß“ berichtet Katrin Blawat heute für die Süddeutsche Zeitung  über Sensationelles: Schimpansen haben offenbar kognitive Fähigkeiten, die ihnen bisher nicht zugetraut wurden. „Ich weiß, dass Du nicht weißt, was ich weiß – dieses Gedankenspiel erfordert große kognitive Fähigkeiten. Zu erkennen, daß der Artgenosse weniger weiß als man selbst und den Anderen dann auf den gleichen Kenntnisstand wie den eigenen zu bringen – das hat man bislang nur dem Menschen zugetraut. Doch offenbar sind dazu auch Schimpansen in der Lage,“ schreibt die SZ. Das schließt unter anderen Primatenforschern Roman Wittig vom Max – Planck – Institut für evolutonäre Anthropologie in Leipzig aus Beobachtungen an Schimpansen in Uganda ( Current Biology, online ). „Die Forscher ermittelten, unter welchen Bedingungen die Affen andere Gruppenmitglieder mittels Alarmrufen vor einer auf dem Weg liegenden Schlangen – Attrappe warnten. War sich ein Schimpanse sicher, dass sein Kumpel die Schlange ebenfalls gesehen hatte, stieß er nur in Ausnahmefällen einen Alarmruf aus. Häufiger tat er dies, wenn er wusste, dass sein Artgenosse zwar schon einmal den Alarm gehört, die Schlange aber nicht selbst gesehen hatte – es sich also um einen „teilweise informierten“ Artgenossen handelte. Wusste ein Schimpanse aber, dass sein Kumpel vollkommen unwissend war, also weder den Alarm gehört noch die Schlange gesehen hatte, ließ er in fast allen Fällen seinen Warnruf hören.“ Schimpansen scheinen den Wissensstand der Anderen

Vorsicht, Schlange...

bei ihrem Warnverhalten zu berücksichtigen. Eine erstaunliche Leistung, die unsere entfernten Verwandten in einem interessanten und neuen Licht erscheinen lassen. Uns allerdings aber auch, denn die Untersuchungen zeigen, daß der Mensch auf einem Verwandtschaftsgerüst ruht, das immer mehr  Fähigkeiten erkennen läßt. „Wenn ein Schimpanse seinen Artgenossen warnt, verhält er sich also „selbstlos“ oder prosozial, wie Forscher es nennen: Er hilft den Anderen, ihm selbst nützen seine Rufe hingegen nichts.“  Bisher war die Möglichkeit solchen Verhaltens bei Schimpansen in der Forschung umstritten. „In der aktuellen Studie nahm der warnende Schimpanse sogar ein Risiko in Kauf, um seine Artgenossen zu schützen. Mit den Alarmrufen konnte er nämlich auch Raubtiere wie Leoparden oder andere, feindlich gesinnte ( ?, niekisch ) Schimpansengruppen auf sich aufmerksam machen.  Um dieses Risiko möglichst klein zu halten, ist es für die Primaten nützlich, abzuwägen, wann eine Warnung wirklich notwendig ist.“

Lassen sich aus diesen Erkennnissen auch Verhaltensrückschlüsse auf den Menschen als Primaten und den Schimpansen entfernt Verwandten ziehen? Wie verhalten wir uns als Gesellschaftswesen bei Gefahr? Wie selbstlos, wie prosozial sind wir untereinander? Welche Risiken nehmen wir als Einzelne oder als Gemeinschaft in Kauf, um die Gesamtheit zu schützen?

Fragen, die auf  den Diskurs warten.

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2 Antworten to “Vorsicht, Schlange!…”

  1. Ralle Dezember 31, 2011 um 3:23 pm #

    Während der Affe als Primat sich immer mehr nach vorne zu entwickeln scheint, entwickelt sich der Mensch in Mitteleuropa, offensichtlich immer weiter zurück.
    Eine Beobachtung, die man auf Grund von Sprache, Kultur und Verhaltensweise, in Deutschland am besten machen kann,

    Vielleicht ist an den „Planet der Affen“- Filme mehr prophetisches, als man zu glauben vermag?!

    PS: Ich wünsche dir, lieber niekisch und allen anderen, freundlich gesinnten Lesern, hier einen guten Rutsch in 2012! 🙂

    • niekisch Dezember 31, 2011 um 4:51 pm #

      Danke, lieber Ralle, ebenfalls…

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