Zur Reichsgründung…

19 Jan

Ewig sei das Reich...

18. Januar 1871: Das Zweite Deutsche Reich wird gegründet. Bismarck hat die deutschen Fürsten nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich wenigstens zur „kleindeutschen Lösung“  – Deutschland ohne Österreich und andere deutsche Gebiete — zusammenbringen können. Der preußische König Wilhelm I. wird im Spiegelsaal zu Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen. Das Zweite Deutsche Reich – auch Bismarck – Reich genannt – gelangt in der Welt zu höchstem Ansehen, ruft aber auch insbesondere in England Neid hervor, der zur Mitursache für den I. Weltkrieg wird.

Unserem auch 1945 nicht untergegangenen, aber weitgehend nur noch in den Herzen lebenden, zum inneren Reich zurückgewichenen Reich, widme ich ein Gedicht von E.W. Möller:

Deutschland, heiliges Wort,

du voll Unendlichkeit!

Über die Zeiten fort

seist du gebenedeit.

Heilig sind deine Seen,

heilig dein Wald

und der Kranz deiner stillen Höhn

bis an das tiefe Meer!

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18 Antworten to “Zur Reichsgründung…”

  1. Kaisers Gedenken Januar 22, 2012 um 7:06 pm #

    Ich möchte zwei Korrekturen an meinem Kommentar vornehmen und an die zweite gleich noch einen Gedanken anschließen.

    1) Geschrieben steht: „Ich will damit nicht sagen, es sei zwar nicht unbedingt hilfreich, direkt vom Gegner oder von Gruppierungen „zu lernen“, die in Teilen zumindest Gegnerschaft repräsentieren.“

    Sprachlogisch richtig muss es natürlich heißen: „Ich will damit nicht sagen, es sei unbedingt hiflreich, direkt vom Gegner oder von Gruppierugen zu lernen…“

    Die mehrfache Verneinung plus „zwar“, die ich gewählt hatte, ist halt etwas unsinnig. Auch, wenn ihr wahrscheinlich wisst, was ich meine, halte ich es doch für angezeigt, gelegentlich solche Selbstkorrekturen am Text vorzunehmen.

    2) Ich schrieb nicht ganz richtig, das Deutsche Reich „in der Tradition von 1870/ 71“. Es muss selbstverständlich heißen, „in der Tradition von 1871“. Wir wollen ja keine Kriegstradition, sondern eine der Reichsidentität. Sollte einmal der Elsass, wo von den jungen Leuten kaum noch jemand deutsch spricht oder denkt (bzw. fühlt), friedlich zu Deutschland zurück kommen wollen, umso besser. Wunder mag es auch in der Hinsicht vielleicht sogar geben.

    Das würde aber beinhalten, dass in Deutschland überhaupt ein neues nationales Selbstbewusstsein entsteht, das auch Ausstrahlung nach außen hat. Soviel ich weiß, hatte beispielsweise Napoleon I. es so leicht, den Elsass in seiner Expansionspoltik zu vereinnahmen, weil Frankreich mit der französischen Revolution weit nach Osten hin ausstrahlte. Von Frankreich aus konnte so etwas wie zivile Ordnung angeboten werden, bis hin zu einem ersten Zivilgesetzbuch (das ist allerding die Baustelle von Niekisch – da will ich mich nicht allzu weit aus dem Fenstern lehnen).

    Zu erwähnen sei aber auch, dass es sicher kein gutes Karma beinhaltete, dass das Zweite Deutsche Kaiserreich im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen wurde. Man hätte es lieber in Deutschland selbst machen sollen, von der Symbolik her.

  2. Kaisers Gedenken Januar 21, 2012 um 10:44 pm #

    Derzeit lebt das Reich auf Reichsgebiet virtuell weiter. Dabei gilt: Die Hauptsache ist, es lebt ideell im Geiste der heute lebenden Generationen, und seien es nur einige tausend Menschen, welche an die Idee des Deutschen Reiches glauben. Was bedeutet das konkret? Nun, der Gegner oder sein Umfeld sind in vielerlei Hinsicht ein Spiegel dessen, wie machtvoll das sein kann. Ich will damit nicht sagen, es sei zwar nicht unbedingt hilfreich, direkt vom Gegner oder von Gruppierungen „zu lernen“, die in Teilen zumindest Gegnerschaft repräsentieren. Aber, die Spiegelung, die ihre mentalen Einflussinstrumente bilden, können immerhin gedankliche Hinweise geben, mit denen im Transfer auch das identitäre Lager in ähnlicher Weise arbeiten kann.

    Im klassischen China gab es einen nahezu informatisch analysierenden Weg, sagen wir, Wege zum Erfolg bei kriegerischen Konflikten zu analysieren. In dem Zusammenhang ist von 36 Strategemen die Rede. Ich will mich hier nicht direkt auf diese chinesische Methodik im Einzelnen beziehen, aber sie als generelle Anregung vorschlagen. Ein „Strategem“ im Sinne unserer Situation könnte sich beispielsweise aus dem Destillat der Analyse etwa des Freimaurervorgehens ergeben. Sie sehen jedes Mitglied einer Loge als Stein beim ideellen Bau eines neuen salomonischen Tempels. Der strategische Extrakt könnte also lauten: Sich selbst als Teil (in zielgerichtetem rituellen Handeln) eines größeren Ganzen zu verstehen. In der Übertragung können wir uns doch jeder für sich wie Federn jenes Adlers begreifen, der für die Wiedergeburt des Reiches auf Reichsboden stehen mag.

    Das finde ich schon einmal viel. Darüber hinaus: Wie kann man noch strategische Ideen von der „anderen Seite“ sozusagen „abkupfern“, und sei es von der anderen Seite aus der Geschichte? Nun gehen wir in die Zeit zurück, als die Franzosen den Krieg 1870/71 verloren hatten. Danach galt im französischen Denken bezüglich einer Rückgewinnung des schon zuvor durch Napoleon I. vom ersten Kaiserrreich annektierten Elsass – Lothringen: „Nie darüber reden, immer daran denken“. Wir meinen zwar, und haben damit historisch ja auch Recht: Das Gebiet war sprachlich und kuturell rein deutsch. Aber, darum geht es mir im strategischen Verständnis nicht. Ich meine, das geflügelte Wort aus der Geschichte könnte im Grund auch für uns Sinn manchen. Es passt doch schon mal ähnlich auf die Wiedererstehung des Reiches in der Tradition von 1870/ 71 und der Weimarer Republik, etwa abgewandelt: „Nie im unpassenden Kontext oder Augenblick darüber reden, doch immer daran denken…“ Und das bedeutet auch: Die Idee des Reiches nie zerreden! Immer mit einem positiven Bild daran denken!

    • niekisch Januar 22, 2012 um 6:26 pm #

      Danke, Kaisers Gedenken, für diesen sehr tiefgehenden Text!
      Wir können den Gedanken vom virtuellen Weiterleben des Reiches fortspinnen: Lebt es nicht auch völkerrechtlich als Subjekt weiter? Lebt es nicht weiter in den Millionen von Toten, die für es gefallen sind? Es hatte auch nach 1945 zumindest e i n e personale Vertretung in Hans Dietrich Sander, der dem ghibellinischen Gedanken nicht nur in seinen „Staatsbriefen“ Ausdruck gab. In diesem Dissidenten spiegelt sich die Reichsvergessenheit, ja das Reichsverwerfen durch die herrschende Klasse und ihre Helfershelfer am deutlichsten.

      Das Bild des Tempelbaus haben Voxpopuli und ich auf dem alten Metapolitika unter der Kathegorie „WM – Weltanschauliches Minimum“ mit dem Bild des identitären Kampftempels, ruhend auf den durch uns gefundenen Säulen und mit den entsprechenden Inhalten aufgenommen. Leider werden solche grundlegenden Dinge von den „Rechten“ nicht mit der notwendigen Intensität debattiert, wenn nicht sogar völlig ignoriert. Dein Bild der Mitkämpfer als Federkleid des Reichsadlers ist wunderbar. Vielleicht greift ein künstlerisch begabter Mensch in unseren Reihen es auf. Dieses Bild hat es verdient, der Gesamtheit vor Augen geführt zu werden.

      „Abkupfern“? Das ist im politischen Kampf ein probates Mittel und wir sollten uns in der jetzigen Lage nicht scheuen, es einzusetzen. Genau besehen jedoch ist das vielleicht garnicht nötig: Wir stehen einem bewußten, absichtlichen Vernichtungswillen gegenüber und müssen eigentlich nur unsere Liebe zum Eigenen in zeitgemäßer Form ausdrücken. Dann steht die Front!

      Für eine heterogene Welt möglichst homogener Völker statt einer homogenen Einwelt möglichst heterogener Völker!

      Für das Reichsdach über unserem Europa der Vaterländer!

      Vom inneren Reich zum gemeinsamen Reich!

      • niekisch Januar 26, 2012 um 4:30 pm #

        „ein neues nationales Selbstbewusstsein“

        Das, Kaisers Gedenken, wird zumindest in Westdeutschland nur dann wieder entstehen, wenn wir den geradezu religiös verankerten Schuldkomplex des Volkes in fröhlichen Optimismus umgewandelt und die den Schuldkomplex verteidigende Einheitsfront zerschlagen haben. Ein Titanenwerk.

  3. niekisch Januar 20, 2012 um 8:11 pm #

    Gedenken im Bewußtsein zu verankern, dafür eigene – auch unbequeme – Begriffe zu verwenden ist der Beginn aller Metapolitik, Kaisers Gedenken. Deswegen geschieht das hier, wie Du weißt:-)
    Leider habe ich Deinen freundlichen Zuspruch versehentlich endgültig gelöscht. Verzeihung bitte.

  4. Gaffer Januar 20, 2012 um 4:52 am #

    Wie unser zwar nicht theoretisch wohl aber praktisch untergegangenes Reich,
    ist auch Niekischs Metapolitika theoretisch noch lebendig, praktisch aber längst
    untergegangen. Schade Niekisch 😦 .

    • niekisch Januar 20, 2012 um 11:52 am #

      „längst untergegangen“

      Auch unter Wasser, Gaffer, läßt sich fahren. Das Periskop ist ausgefahren und im Blickfeld sind 360 Grad. Dann entgeht mir – im Gegensatz zu anderen – nicht das Herannahen der Zerstörerflotte, die es auf uns A l l e abgesehen hat und die Wasserbomben schon geschärft hat:-)

      Bei Bedarf kann ich sogar in Lauerstellung gehen:-)

      • Gaffer Januar 20, 2012 um 2:02 pm #

        Na gut … aber eine Flottenparade wäre mir doch lieber.

        • niekisch Januar 20, 2012 um 8:09 pm #

          Organisiere sie bitte, Gaffer.-)

      • Gaffer Januar 21, 2012 um 10:27 am #

        Hätte ich ja, Niekisch – aber Du wolltest ja nicht 😦 .

        • niekisch Januar 21, 2012 um 6:14 pm #

          Wenn Du ein Tirpitz bist, Gaffer..:-)

    • Ralle Januar 26, 2012 um 9:48 pm #

      Abgesehen mal vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, existiert ein Untergegangenes Deutsches Reich weder theoretisch noch praktisch.
      Die Frage, die zunächst mal in den Raum gestellt werden sollte, ist die, ob denn ein Staat namens Bundesrepublik Deutschland, tatsächlich existiert?! 😉

      • Gaffer Januar 27, 2012 um 7:04 pm #

        @ Ralle

        „Abgesehen mal vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, existiert“-e ein zweites und ein drittes deutsches Reich, wie wir alle wissen, einen Staat „BRD“ und / oder einen Staat „DDR“ im völkerrechtlichen Sinne, kenne ich auch nicht 🙂 .

        • niekisch Januar 27, 2012 um 8:13 pm #

          Doch Gaffer, zumindest als fait accompli, also als anerkannte Tatsache eines Gebietes mit einem Volk und einer Regierungsgewalt ist die BRD Staat.

      • Gaffer Januar 27, 2012 um 10:11 pm #

        … ein Gebiet mit einem(!) Volk …
        Also doch nicht, wußt ich´s doch

        • niekisch Januar 28, 2012 um 12:49 pm #

          Gaffer, Du hast schon verstanden. Ich sage das im staatsrechtlichen Zusammenhang. Da reicht es immer noch aus, daß die Bevölkerung sich mehrheitlich aus Deutschen zusammensetzt, um die Voraussetzungen für den „Staat“ zu begründen. Biopolitisch stellen sich natürlich ganz andere Fragen:-)

      • Ralle Januar 28, 2012 um 1:50 pm #

        @ Gaffer

        Ein „drittes“ Deutsches Reich gab es eigentlich auch nicht, außer in der, von den Feinden Deutschlands übernommenen, Propaganda der Nationalsozialisten.

        Im zweiten Deutschen Reich hatte lediglich zweimal die Staatsform gewechselt 😉

      • Gaffer Februar 1, 2012 um 7:15 am #

        Na gut Ralle, dem kann ich natürlich folgen.

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