Extrem vereinfachen…II.

20 Aug

Metapolitisches…

Unter „Extrem vereinfachen…I.“  habe ich mich schon mit den Argumenten Josephine Erdmanns auseinandergesetzt, insbesondere erklärt, warum ich den Begriff „Friedfertigkeit“ verwende. Ihren umfangreichen Kommentar v. 17.8.2012, 7:33, möchte ich beantworten, indem ich ihn hier gefettet und kursiv als Artikel einstelle und dann direkt zwischen ihre Bemerkungen schreibe. So entsteht Unmittelbarkeit, vielleicht auch bei aller Gegensätzlichkeit Respekt, wenn nicht Verbundenheit:

“Und wenn diesem Wollen mit Gewalt begegnet wird, dann werden wir unsere Toten mit uns tragen, die Verwundeten mit ihren blutenden Köpfen zwischen uns mitführen in ein neues Morgen..” ( niekisch, I. 16.8.2012, 15:51 )

„Niekisch, dann können wir das sofort tun und ansonsten gar nichts weiter. Sprich, wir können aufgeben und uns in das uns angedachte Schicksal der totalen Auflösung einfach fügen.“( Josephine Erdmann )

„Friedfertigkeit“, Josephine, bedeutet, wie ich schon gestern, 18:31 schrieb, keinesfalls Kapitulation. Sie ist eine Gesinnung und zugleich ein beschworenes Kampfmittel, das in bestimmter Lage auch wieder aufgegeben werden kann, sogar aufgegeben werden muß. Zum Erläutern 4 geschichtliche Beispiele:

1. Die SA hat mit blutgetränkten Verbänden um den Kopf  friedlich ohne Waffen gepaart mit Adolf Hitlers Legalitätseid eine der größten geschichtlichen Umwälzungen herbeigeführt. Nur diese Friedfertigkeit im Angesicht der kommunistischen Brutalität hat diese Bewegung in den Augen des Volkes  legitimiert, die Führung in Deutschland zu übernehmen. Als England und Frankreich mit den Geldsäcken im Hintergrund den I. Weltkrieg durch die Kriegserklärung von 1939 gegen Deutschland fortsetzten, nahm Deutschland auch diesen Fehdehandschuh unter dem Nationalsozialismus mit militärischen Mitteln auf. Friedfertigkeit schließt den Griff zum Schwert nicht aus, wenn es die Lage erfordert.

2. Die christlich – antifreimaurerische und antikommunistische  „Legion Erzengel Michael“  Codreanus in Rumänien hat durch persönliche Opferbereitschaft bis in den Märtyrertod der Welt ein Beispiel gegeben, wie Idealismus für sein Land den Menschen erhöhen kann. Selbst als die Führung erdrosselt mit Salzsäure übergossen unter einer Betonplatte versteckt wurde, lebte die Bewegung der Grünhemden weiter bis heute, wenn es ihr auch versagt blieb, Rumänien dauerhaft zu regieren. Das Vertrauen der Bevölkerung gewann sie nur durch ihre Gewaltlosigleit, persönliche Anspruchslosigkeit, ihren Glauben, Opferbereitschaft bis in den Tod.

3. Gandhi hat trotz britischer militärischer Herrschaft und gegen hilfswillige indische Autoritäten den sog. Salzmarsch durchgeführt, wo es blutige Köpfe gab, aber keine gewaltsame Gegenwehr der Marschierer, die reihenweise mit Knüppeln zusammengeschlagen wurden. Trotz tiefer Erniedrigung, Demütigungen und größtem Leiden gelang es bei moralischer Überlegenheit, Indien von der Kolonialherrschaft fast gewaltlos zu befreien.

4. Die Sowjetherrschaft in der DDR, gestützt durch Hunderttausende sowj. Soldaten, wurde 1989 durch das deutsche Volk gewaltlos gestürzt. „Keine Gewalt“ war eine der Parolen, wenn nicht die wichtigste. Gewaltlosigkeit war nicht der Ausdruck von Kapitulation, sondern von Siegeswillen.

„Deine Gedanken sind leider viel zu positiv gedacht.“

Warum, Josephine, nicht selber die Maßstäbe für das eigene Denken und Handeln setzen? Warum immer Gegnern und Feinden die Paradigmen überlassen, so daß nie ein Höheres zustandekommt? Der Absolute Geist – mit Hegel gesprochen – gibt uns die Möglichkeit, das über uns hinausweisende Höhere „vom Himmel herabzuholen“, in uns selbst zu finden und an die Umwelt weiterzugeben. Wir lassen uns nicht in unseren Möglichkeiten beschränken. Lautere Friedfertigkeit, Wahrheitsliebe und Tapferkeit im gerechten Kampf sind von alters her in unserem Volk höchste Tugenden, die auf ein „Höheres als wir selbst“ in uns hinweisen.

„So einfach ist es leider nicht. Es ist nicht so, dass moralische Überlegenheit und kulturelle Überlegenheit von anderen Mächten / Völkern / Interessengruppen neidlos und freudig anerkannt und deshalb geschont wird.“

Gedanken und Tatsachen widersprechen sich ja nicht, Josephine. Sucht sich ein Volk in friedlicher Revolution seinen eigenen „Heilsweg“, wie z.B. das deutsche Volk von 1933 – 1945, dann kollidiert es mit dem „Heilsweg“ eines anderen Volkes, dem seine Singularität gottseits bei Wohlverhalten garantiert ist,   so daß es zum Zusammenprall mit kriegerischer Auseinandersetzung kommt. Da kommt bis heute der Begriff „Amalek“ ins Spiel. Wir sind auch jetzt zumindest für Teile des religiösen Judentums Amalek, dessen Existenz auszutilgen ist, dessen Name wie der Sand im Sturm verwehen soll. Wir müssen daher umso vorsichtiger sein, nicht in kriegerische Fallen  laufen, unbedingt soweit wie möglich dem Schwur der Friedfertigkeit nachgehen.

„Es ist leider so, dass jede Gruppierung die beste und die „moralisch überlegene“ sein will, und jeden, der ebenfalls gut ist, als Konkurrenten ansieht, um selber an der Spitze zu stehen.“

Das, Josephine, kann evolutionsbedingt und somit ganz natürlich sein. Wie Du sicher weißt, gibt es sogar Vereinigungen, die auf  ethisch – moralische Erwägungen überhaupt nicht zurückgreifen, diese völlig von sich werfen, das Traditionale absichtlich auf den Kopf stellen, z.B. statt eines Gottes den Satan zur Richtschnur ihres Denkens und Handelns machen. Zumindest eine religiöse Gruppe ist bewußt darauf angelegt, ihre Ethik nur für sich gelten zu lassen, nicht für andere Menschen. Gegenüber  den anderen Menschen und Völkern ist dies sogar religionsschriftlich kodifiziert.

„Einzelne Menschen haben erkannt, dass das Unfug ist, und dass es richtig ist, den Besseren, den Überlegenen neidlos anzuerkennen und sich ihm unterzuordnen, da wo es sinnvoll ist, und sich ansonsten am Erfolg oder an der Größe des Besseren zu freuen, sich davon inspirieren zu lassen, davon zu lernen usw. Das ist das Ideal, aber das hat sich noch nicht herumgesprochen, um es mal vorsichtig zu sagen.“

Ich weiß von Völkern, Gruppen und Einzelpersonen, Josephine, die in einer Zeit vor uns tatsächlich  s o  dachten bzw. handelten. Und ich habe in den 70iger Jahren einen Niederländer kennengelernt, der aus Heraklit und Hegel, der Philosophie des Deutschen Idealismus einen „Evolutionären Psychismus“ entwickelt hat, um unserem deutschen Volk aus seiner Not heraus zu helfen. Da muß wohl ein seelischer Gleichklang vorhanden sein.

„Die Hauptgegner einer deutschen Souveränität sind religiös motiviert. Und diese in jahrtausendealter Denktradition wurzelnde religiöse Motivation sagt ihnen, dass sie allein die besten sind und ihnen allein es gebührt zu herrschen.“

Dazu habe ich weiter oben schon ein wenig gesagt. Den besten Beitrag zu dieser Frage hat wohl Horst Mahler in seinem Vortrag in Kleinmachnow am 25.3.2011 unter dem Motto „Gotteserkenntnis statt Judenhaß“ geleistet, indem er zum Überwinden des gegenseitigen Hasses durch Selbsterkenntnis aufgerufen hat. Ein höchst lesenswerter Text. Ich kann jetzt nicht näher darauf eingehen. Er sprengt in seiner Problematik diesen Artikel.

„Wenn man sich vor diese Kräfte hinstellt und sagt: „Schaut her wie freundlich und friedfertig wir sind, wir sind absolut gewaltfrei und wir möchten nur unsere Hochkultur leben. Wenn ihr uns vernichten wollt, werden wir keinen Widerstand leisten weil wir möchten dass ihr erkennt was wir sind. Wir sind nicht Amalek und wir sind nicht euer Feind!“

Nun, dann werden sie uns vernichten. Sie werden nicht innehalten, sie werden nicht nachdenken, sie werden sich nicht von unserem Opfersinn berühren lassen.

So ist es leider, Niekisch. Du unterschätzt den Vernichtungswillen des Feindes.“

Im Gegenteil, Josephine. Alleine schon durch die Lektüre von Dr. Hans Dietrich Sanders Buch „Die Auflösung aller Dinge“ als i – Tüpfelchen auf alle sonstingen Informationen, die ich besitze, meine ich die Feindseligkeit ganz gut einschätzen zu können. Gerade deswegen halte ich den Schwur auf die Friedfertigkeit für so unbedingt wichtig. Ist es doch den Auflösern aller Dinge schon des öfteren gelungen, ihre Freunde und Gegner in gewaltmäßige Auseinandersetzungen bis zum Einsatz von Atomwaffen mit Hekatomben von Toten zu verwickeln. Gewalt und Krieg sind bei diesem Feind das inadäquateste Mittel, das sich denken läßt. Nur im äußersten Notfall dürfen wir uns darauf einlassen.

„Diejenigen Menschen, die sich von Opfersinn und Edelmut berühren lassen, sind sehr wenige auf diesem Planeten. Die meisten sehen darin nur Schwäche und Dummheit. Um es zu erkennen, müsste es auch in ihnen sein, aber es ist nicht in ihnen. Sie können es deshalb weder wahrnehmen noch würdigen.

Mit ritterlichen Tugenden kannst du nur einem ebenfalls ritterlichen Menschen Respekt einflößen.“

Ja, Josephine, das sehe auch ich so.  Es ist eine kleine Minderheit. Dennoch empfehle ich, wenn es noch nicht geschehen ist, die Literatur zu Gandhis und Codreanus Kampf  sowie zumindest das Buch von Theodor Ebert „Gewaltfreier Aufstand“ zu verinnerlichen. Da sind beeindruckende Erfolge geschildert, die ich hier nicht ausgebreitet darstellen kann. In der Welt außerhalb der religiös motivierten Auflöser aller Dinge sind durchaus Resonanzböden für Appelle und Verhaltensweisen von tapferer „Friedfertigkeit“ vorhanden gewesen und heutzutage vorhanden. Ich nenne wiederum nur die mit ein paar Kerzen initiierte gewaltlose Umsturzbewegung in der DDR 1989.

„Ich bin der Überzeugung, dass mit erklärtem Gewaltverzicht einem Gegner gegenüber, der ohne Skrupel jedes Mittel nutzt um sich nach vorn zu bringen, gar nichts zu erreichen ist. Das hier ist ein totaler Krieg, der schon seit Jahrtausenden tobt. Und wenn eine Seite sich freiwillig zurückzieht und sich in die Vernichtung fügt, nun ja dann ist die Sache wohl entschieden. Wenn der moralisch Überlegene aufgibt, dann überlässt er dem moralisch schlechteren das Feld.
Und das wiederum wäre nicht besonders moralisch, oder?“

Bereits oben hatte ich deutlich gemacht, daß die „Friedfertigkeit“ dem Griff zum Schwert weichen kann und muß, wenn sich die Lage dahin bewegt.

Ich bitte um Nachsicht, Josephine, daß ich zwischen Deinen Text geschrieben habe.

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2 Antworten to “Extrem vereinfachen…II.”

  1. Josephine August 29, 2012 um 6:29 am #

    Hallo Niekisch, danke für die Erwiderung. Dem kann ich zustimmen. Zumal die verheerendesten Kriege ohne Waffen geführt werden. Ich meine den Subversionskrieg gegen unsere kulturellen Grundwerte und unsere Tradition, und den Geburtenjihad gegen die biologische Substanz unseres Volks. Das sind Vernichtungskriege, denen jedoch nicht sinnvoll mit Waffengewalt begegnet werden kann.

    • niekisch August 29, 2012 um 7:18 pm #

      Darf ich, Josephine, ebenfalls danken?

      Deinen Ausführungen stimme ich zu.

      Vielleicht gibt es demnächst ein neues Portal für die identitären Kräfte insgesamt, das nach der vorgeschlagenen Prämisse „Souveränität – Friedfertigkeit – Identität – Selbstlosigkeit für Deutschland“ arbeitet. Im Begriff der Selbstlosigkeit steckt ja auch das soziale Element und dasjenige der Gemeinschaftlichkeit.

      In einem dermaßen bedrohten Land und Volk müßte ein solch extrem vereinfachtes Programm eigentlich Anklang finden, zumindest zum Nachdenken anregen.

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