Identitäre Bewegung Deutschland – essentials II.

3 Nov

Im vorherigen Artikel I. https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/10/30/essentials-der-identitaren-bewegung-deutschland-i/ haben wir herausgearbeitet, welche Texte der IB für die Prüfung in Frage kommen, ob die IB ein „großes“ Ziel ausdrücklich benennt.

Denn: „Der  Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewußte gestaltet es!“

Die Texte der Identitären Bewegung Deutschland zum „großen“ Ziel – hat sie ein solches – müssen zugleich den nachfolgend ausgeführten Anforderungen genügen:

Jedes Projekt benötigt ein einfaches, klares und das Projekt zusammenhaltendes “g r o ß e s”, konkretes, genau abgrenzbares Ziel – längerfristiges, strategisches Ziel im Gegensatz zum operativen Ziel – Dieser zielgerichtete Inhalt muß von den Begründern des Projekts Identitäre Bewegung so verkündet (und vorgelebt) werden, daß eine Vision erkennbar wird, auf die die Mitstreiter “eingeschworen” werden können. Die schriftliche Zielformulierung dient dazu, Einzelentscheidungen und tägliche Aktionen über einen notfalls langen Zeitraum hinweg in Richtung des “großen” Ziels zu steuern.

„Josephine Erdmann“ hat bereits einen deutlichen Kommentar abgegeben: „Das große Ziel ist nicht formuliert auf der Webseite, es sind eher Selbstbeschreibungen (“Wir sind….”). Es kommt einem so vor, als wird die ganze Zeit um den heissen Brei herumgeredet.“

Was meint Ihr? Verwendet bitte die Kommentarspalte.

Hier sind die ausgesiebten, zu prüfenden, nicht fehlerberichtigten Texte der IB:

“Uns Identitären geht es um den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität…“

„Wir wollen, als Jugend Europas, eine friedliche, demokratische, gerechte Lösung der identitären Frage, die als unausgesprochenes Hauptproblem  und Daseinsfrage uns allen unter den Nägeln brennt….“

„Unsere Identität ist für uns das Zusammenspiel aus unserer tradierten Kultur, unserem Bewußtsein, eine homogene, verwandte Gemeinschaft zu sein sowie der gemeinsamen Erinnerung an ihren Weg durch die Zeit. Diese Identität wird lebendig durch unseren Willen, sie auch in die Zukunft fort zu tragen. Sie ist ein dynamischer Prozeß, eine Geschichte, in die wir immer schon ein(ge)bettet sind und die schon immer unsere Perspektive auf ( sic!) die Welt prägt. Sie ist kein hermetisch versiegelter Zirkel, sondern lebte und lebt im und vom Austausch. Doch das was sie ausmacht und was uns als Deutsche von allen anderen unterscheidet, ist eben die ethnische und kulturelle Substanz, die sich über Jahrtausende hinweg, über verschiedene Staats- und Erscheinungsformen erhalten hat. Eine abschließende Definition dieser Identität ist kaum möglich, weil wir selbst ein Teil von ihr sind. Wir erkennen ihre Wirklichkeit aus der Geschichte unseres Volkes, die in unserem Gedächtnis aktuell wird. Wir bilden, als Glied in einer Kette, die lebendige Geschichte und Zukunft unseres ethnokulturellen Erbes. Die Sprach- und Gedankenwelt, die organische Gemeinschaft in die wir hineingeboren sind, bildet unser Dasein in der Welt und gibt uns eine perspektivische Wahrnehmung der Wirklichkeit, wie sie so kein anderes Volk hat. Aus diesem Bewusstsein folgt die Erkenntnis um die Vielfalt der Identitäten, die Welt der tausend Völker und Kulturen, die je ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Schicksal und ihre eigene Sprachwelt haben. Diese Vielfalt bildet den wahren Reichtum der Erde und zeichnet den Menschen als differenziertes Kulturwesen aus. Sie zu erhalten ist das oberste Ziel der Identitären, das Respekt vor dem Anderen und Einsatz für das Eigene gebietet. Vor allem aber ist die identitäre Idee eine Botschaft der Freiheit und Selbstverwirklichung jedes Volks und jeder Kultur im Rahmen ihres eigenen Charakters. Wir lehnen so die allgemeine Verflachung, Vereinheitlichung und Abstumpfung der Welt im Zuge der Globalisierung ebenso ab wie den kulturellen Imperialismus und globale Vereinheitlichungsversuche. Wir kämpfen gegen den eigenen Identitätsverlust, gegen unseren demographischen und kulturellen Verfall und gegen die allgemeine Entwurzelung und Entfremdung des Menschen in der Moderne. Wir stellen uns gegen einen abstrakten, weltfremden Menschenbegriff, der ihn nur als degenerierte kultur- und geschlechtslose, internationale Ware, als Humankapital betrachtet, anstatt ihn in seiner Ganzheit, als Erbe und Träger einer bestimmten Identität zu betrachten. Wir betrachten die ethnokulturelle Gemeinschaft als ein konkretes und dynamisches Phänomen, welches wir nicht gegenüber einem imaginierten, internationalen Rasseideal abwerten. Ebenso wie jede rein geistige lehnen wir auch eine nur biologistische Auslegung unserer Gemeinschaft ab. Es gibt keine „reinrassigen Völker“ und das ist auch kein Ideal, welches wir Identitäre anstreben! Die ethnokulturelle Identität ist nicht mit dem Begriff der Rasse gleichzusetzen. Wir halten die unzähligen Rassentheorien des 20. Jahrhunderts für unzureichende und willkürliche Relikte eines Einteilungswahns, der meist von eigenen Überlegenheitsgefühlen getragen war. Wir lehnen jeden chauvinistischen Rassismus oder Nationalismus, der andere Kulturen abwertet, strikt ab. Indem wir einsehen, dass unsere Identität über unsere Perspektive auf die Welt erst unsere Wertmaßstäbe schafft, erübrigt sich für uns auch jede Hierarchisierung und Einteilung der Völker und Kulturen. Eine völlige Übersetzbarkeit und die Rückführung auf eine Einheitssprache und Einheitskultur ist nicht möglich. Jeder Versuch in diese Richtung endet immer in einer chauvinistischen Überhöhung der eigenen und einer rassistischen Vergewaltigung der anderen Kultur. Hier ist stattdessen ein Austausch und eine gegenseitige Bereicherung, eine ewige Kommunikation angebracht, die natürlich nicht frei von Konflikten sein wird. Doch diesen Preis nehmen wir für die Freiheit gerne in Kauf!

Indem wir Identitäre mit Vehemenz gegen Rassismus auftreten, lehnen wir jede Abwertung des Fremden, jede Idee einer „Herrenrasse“ oder eines „Herrenmenschen“ strikt ab. Rassisten haben bei uns keinen Platz! Wir achten und schätzen alle Kulturen. Wir verwehren uns aber gegen eine Ausweitung des Rassismusbegriffs auf die bloße Feststellung unterschiedlicher verwandter Gruppen und Populationen innerhalb der Menschheit. Zudem geht heute der größte Rassismus in unserem Land von migrantischen Banden gegen Deutsche aus, weswegen unser Kampf gegen diesen antideutschen Rassismus für uns auch ein selbstbewusstes und entschlossenes Auftreten in unseren eigenen Städten bedeutet.“

Fettung und kursiv durch mich, niekisch.

 

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2 Antworten to “Identitäre Bewegung Deutschland – essentials II.”

  1. Josephine Erdmann November 4, 2012 um 11:53 am #

    Der Text ist gut, auch gut erklärt was man sich unter „Identität“ vorzustellen hat, aber nun wollen wir mal den „heißen Brei“ näher betrachten um den es immer drumherum geht.

    Die Identität soll erhalten werden ist das höchste Ziel. Das ist sehr gut und absolut richtig. Nur – was müßte denn passieren damit die Identität geschützt wird? Wie soll das in der Praxis aussehen?
    Wie sieht eine Politik aus, wie sieht eine Regierung aus, welche die Identität des eigenen Volkes schützt und erhält? Das sollte meines Erachtens genauer formuliert werden, deutlicher, pragmatischer.

    Man sollte als Ziel z.B. formulieren: eine entsprechende Präambel in der zukünftigen Verfassung, einen Schwur der Politiker, eine Absicherung, ein Kontrollorgan, eine gesellschaftliche Schicht die dauernd darüber wacht dass die politischen Entscheidungen auch diesem höchsten Ziel entsprechen. Eine andauernde Prüfung, dass die Entscheidungen zu dem Ziel hinführen, und wenn das mal nicht der Fall ist eine sofortige Korrektur der Entscheidungen. Die Forderung nach einem ständigen offenen Diskurs darüber, ob die Entscheidungen das eigene Volk schützen und ihm seine Freiheit sichern. Das sollte man fordern. Man sollte fordern dass die politischen Entscheidungen, Weichenstellungen, Richtungen die eingeschlagen werden dahin führen, und dass das stets begründet wird, nachvollziehbar, rational, begründet wird (Transparenz).

    • niekisch November 4, 2012 um 4:59 pm #

      I. „Die Identität soll erhalten werden ist das höchste Ziel.“ Das erkenne auch ich, Josephine, als das „große“ Ziel. Ich halte es aber schon für richtig, den Begriff ethnokulturell bei Identität stehen zu lassen. Denn was nutzt uns vorhandene oder bei Verlust wiederzugewinnende Identität, wenn aufgrund der Bevölkerungsentwicklung gepaart mit Überfremdung keine ethnische Plattform für eine Identität mehr vorhanden ist, auf der zugleich das Kulturelle angesiedelt ist. Alles dies hängt untrennbar miteinander zusammen. So schreibt ja auch die IB, die Lösung der identitären Frage sei unausgesprochenes Hauptproblem und Daseinsfrage für uns alle, wobei diese Daseinsfrage eben gerade nicht unausgesprochen bleiben darf, sondern ins Volk hinausgetragen werden muß, welches der Adressat unserer Bemühungen zu sein hat. Dies läßt sich zumindest aus dem Text der IB ab „Unsere Identität ist für uns..“ entnehmen.

      Die IB nennt später im Text noch „das oberste Ziel“ der Identitären, nämlich das Erhalten der „Vielfalt der Identitäten, der Welt der Tausend Völker und Kulturen.“ Sie kann damit nicht die deutschen Identitären meinen, weil ja nach Ansicht der IBD jedes Volk eine ihm eigene Entwicklung und Wahrnehmung der Wirklichkeit besitzt, so daß es anmaßend wäre, aus unserer speziellen Sicht die Identität anderer Völker beurteilen und erhalten zu wollen. Wohl aber können wir Solidarität zeigen mit dem Kampf bedrohter Völker um ihre Identität. Ein wertendes Urteil steht uns da nicht zu.

      Wir kommen also zum Ergebnis, daß die Identitäre Bewegung Deutschland ein „großes“ Ziel schriftlich benennt.

      II. Ist das „große“ Ziel der IBD ein „einfaches Ziel“?

      Dazu sagt die IBD, „eine abschließende Definition dieser Identität ist kaum möglich.“ Folglich haben wir kein einfaches Ziel, sondern – wie unter I – geschildert, ein solches aus mindestens 3 Bestandteilen zusammengesetztes: Ethnos – Identität – Kultur, wobei die Bestandteile sicher insgesamt nicht leicht zu definieren sind. Zur Begründung ein Beispiel: Fordert eine Bewegung einen Staat, wie z.B. damals der Zionismus für die Juden Israel, dann ist das Ziel einfach: Gebiet – Volk – Hoheitsgewalt= Staat. Das ist ein einfaches Ziel.

      III. Ist das „große“ Ziel der IBD ein „klares Ziel“?

      Dagegen spricht schon der Textumfang und die ausdrückliche Erklärung der IBD, eine abschließende Definition der Identität sei nicht möglich.
      Auch der im Text enthaltene Widerspruch, der unter I. benannt ist, bringt Unklarheit. Hier müssen m.E. die Verlautbarungen der IBD dringend gestrafft, vereinfacht und verdeutlicht, von Mißverständnissmöglichkeiten und Widersprüchen befreit werden. Dies sollte hier noch eingehend diskutiert werden.

      IV. Ist das „große“ Ziel der IBD ein konkretes, genau abgrenzbares Ziel?

      Konkret ist es schon deswegen, weil es mit einem einzigen Begriff zumindest als Oberbegriff benannt wird: Identität.
      Die genaue Abgrenzung hingegen bietet Schwierigkeiten. erkennbar ist das schon am umfänglichen Text der IBD, weil sich eben das Ziel aus verschiedenen mosaiksteinen zusammensetzt und – wie erwähnt – eine präzise Definition wegen subjektiver Elemente wie dem Willen nicht oder kaum möglich ist. Nehmen wir jedoch Gegenbegriffe wie Multikultur, Globalismus, Eine Welt, bunte Gesellschaft usw. zur Hand, dann sehen wir, daß begrifflich formulierte Abgrenzung möglich ist. Wir werden „das Eigene“ im Sinne unserer Identität notwendigerweise mit neuen, eigenen oder bereits vorhandenen, verschütteten Begriffen beschreiben und in die Öffentlichkeit tragen müssen.

      V. Ist das „große“ Ziel der IBD ein längerfristiges, strategisches Ziel?

      Das kann ich jedenfalls uneingeschränkt bejahen. Kurzfristige, operative Ziele muß die IBD noch definieren, wobei sich diese am Verwirklichen des „großen“ Ziels zu orientieren haben.

      VI. Ist das „große“ Ziel der IBD geeignet, das Projekt Identitäre Bewegung Deutschland zusammenzuhalten?

      Dafür spricht vordergründig schon die Begriffsverbindung zwischen Ziel „Identität“ und dem Namen der Gruppe „Identitäre Bewegung Deutschland“
      Es läßt sich auch prognostizieren, daß ein Zusammenschweißen der IDB durch das „große“ Ziel „Identität“ zwangsläufig erfolgen wird. Denn unsere deutsche Identität ist wegen der dmographischen Entwicklung, der Überfremdung und der tiefschwarzen Vergangenheitsdunstglocke über uns auf das Höchste bedroht, wenn nicht bereits unrettbar verloren. Da werden unsere Mitkämpfer – so hoffe und erwarte ich – zu Gold im Schmelztiegel erwachsen. Unsere Programmatik und ein Verhaltenskodex sowie der Wille, die Volkschwester und den Volksbruder als unseren Nächsten zu erkennen, werden das Gold in eine Fassung bringen, die unzerstörbar und notwendend ist.

      VII. Die schriftliche Zielformulierung dient dazu, Einzelentscheidungen und tägliche Aktionen über einen notfalls langen Zeitraum hinweg in Richtung des “großen” Ziels zu steuern. Ist das der Fall?

      Da habe ich große Bedenken, weil es sich eher um eine programmatische Äußerung der IBD handelt. Daran muß gearbeitet werden.

      Du,Josephine, hast das Problem bereits konkret angerissen: „Nur – was müßte denn passieren damit die Identität geschützt wird? Wie soll das in der Praxis aussehen?
      Wie sieht eine Politik aus, wie sieht eine Regierung aus, welche die Identität des eigenen Volkes schützt und erhält? Das sollte meines Erachtens genauer formuliert werden, deutlicher, pragmatischer.

      Man sollte als Ziel z.B. formulieren: eine entsprechende Präambel in der zukünftigen Verfassung, einen Schwur der Politiker, eine Absicherung, ein Kontrollorgan, eine gesellschaftliche Schicht die dauernd darüber wacht dass die politischen Entscheidungen auch diesem höchsten Ziel entsprechen. Eine andauernde Prüfung, dass die Entscheidungen zu dem Ziel hinführen, und wenn das mal nicht der Fall ist eine sofortige Korrektur der Entscheidungen. Die Forderung nach einem ständigen offenen Diskurs darüber, ob die Entscheidungen das eigene Volk schützen und ihm seine Freiheit sichern. Das sollte man fordern. Man sollte fordern dass die politischen Entscheidungen, Weichenstellungen, Richtungen die eingeschlagen werden dahin führen, und dass das stets begründet wird, nachvollziehbar, rational, begründet wird (Transparenz).“

      Eine eingehende Erörterung sprengt den Rahmen dieses, meines Kommentars. Das Problem muß angepackt werden!

      VIII. Dieser zielgerichtete Inhalt muß von den Begründern des Projekts Identitäre Bewegung so verkündet (und vorgelebt) werden, daß eine Vision erkennbar wird, auf die die Mitstreiter “eingeschworen” werden können. Die schriftliche Zielformulierung dient dazu.

      Da die Begründer der IBD bisher virtuell tätig sind, entfällt einstweilen das „Vorleben.“

      Eine „Vision“ erkenne ich durchaus: eine revolutionäre Umkehr von der wurzellosen Menschenherde einzelner Individuen zur Welt der 1000 Völker auf identitärer Grundlage, wobei unser Wirkungsfeld das eigene Heimatland, unser Deutschland ist, das auf Rettung wartet.

      Einen „Schwur“ der Mitstreiter auf die bisherige schriftliche Zielformulierung kann ich mir nicht vorstellen. Da muß ich mir nur Codreanus Bewegung der Grünhemden in Rumänien vor Augen halten. Auf Metapolitika ist insofern schon vorgearbeitet worden, die IBD wird eine Möglichkeit finden.

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