Die Identitäre Bewegung mit Faust und Handtasche?

27 Dez

Diese Blüte aus dem Garten der IB – Szene möchte ich Euch nicht vorenthalten:

http://hairesie.wordpress.com/2012/12/26/heimat-dich-soll-kein-feind-bedrohen-zu-dir-stehn-wir-jederzeit/#more-46

Was haltet Ihr von dieser Idee, das identitäre Wollen zu vermarkten?

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26 Antworten to “Die Identitäre Bewegung mit Faust und Handtasche?”

  1. evola Dezember 30, 2012 um 2:36 pm #

    @niekisch. Die Fotos welche Du bekommen hast und diesen „Geist“ atmen, sind wohl jene, welche ich Dir geschickt habe und nicht „Neuer Geist“. Die ersten beiden Bilder sind ja relativ harmlos, aber natürlich sollen sie durchaus zeigen wer und was wir sind. Und mit „wir“ meine ich nicht Euch, sondern mich und meinesgleichen. Und dieses Hungermodell im Twiggystyle ist mit Sicherheit nicht etwas was „wir“ mit Kraft durch Freude als Vorbild wollen.
    @ Hallo Zeitgeist und @ Neuer Geist
    Ich bin kein Asket, liebe meinen Mercedes, meinen Chopper, einen guten Wein und Gänsebraten. Es verbietet sich deshalb aber nicht per se, dass ich Sozialist bin. Mir geht es um Gierbanker, Zombiebanken, Zocker Absahner (Wulffs and Friends, Vortragsreisende ala Steinbrück) und die ganze Spekulantenbande. Für mich sind dies alles Schwerkriminelle und ich kann auch Beispiele nennen. Ich hatte früher eine Tätigkeit in der Personaldisposition mit ca 600 Leuten unter mir. Ich habe mich geschämt, dass viele Menschen für 7-8 Euro brutto arbeiten mussten und gleichzeitig verdienen Fußballer und Gierbanker Millionen. Dies ist pervers und asozial. Ich bin durchaus der Meinung, dass niemand ein Gehalt über 10.000€ netto wert ist und man damit auch leben kann.. Ich will also nichts wegnehmen, sondern dem Volk geben und an anderer Stelle für mehr Realitätssinn sorgen. . Und wenn dies der ganzen Heuschreckenbande nicht passt, Entzug der Staatsbürgerschaft und ab nach Amerika oder sonst wo hin. Es ist ohnehin nur eine Frage der Zeit, wann die europäischen Völker die Schnauze voll haben und dieses kapitalistische demokraten Gesindel zum Teufel jagen, wobei ich dann allerdings eher befürchte, dass dann die Sozialisten von Links kommen.
    Zu dem Bild: Und natürlich ist es so, dass die ganzen Umerzogenen ihre eigene Zensurstelle schon im Kopf nach pc Vorgaben haben. Wenn ich das Hallelujah singe hört auch jeder sofort den Horst Wessel Marsch heraus. Der Unterschied ist nur der, dass ich es auch zugebe. Schon oft sind Leute auf mich zugekommen und haben mir im Geheimen gesagt, dass sie auch so denken, nur wollen sie nichts mit den Kostümnazis ala Hollywood oder Vs Provokateuren zu tun haben. Ich trete auch anders auf und bemühe mich bewußt ein Vorbild zu sein. Der nette …. von nebenan. Wir haben aber auch keine Zeit mehr als sterbendes Volk mit einer Salamitaktik nach halbnational zu marschieren, oder an einem kranken und längst hinfälligen System herumzudoktern. Wir brauchen die 100%ige Kehrtwende. Deshalb ist mir das Bild ebenso lasch wie die ganze id-bew. Wir brauchen etwas knackiges, aussagekräftiges, es muß alte Ideale mit modernen Zeiten verbinden.

    • niekisch Dezember 30, 2012 um 7:30 pm #

      „Die Fotos welche Du bekommen hast und diesen “Geist” atmen, sind wohl jene, welche ich Dir geschickt habe und nicht “Neuer Geist”.“
      Das bitte ich zu entschuldigen, bester evola. Es wir hier allmählich stressig:-, bleibt aber auch spaßig:-)

      Ich habe den Ablauf noch mal überprüft:

      Auf Deine Ankündigung, mir per mail Fotos zu schicken, habe ich direkt a n D i c h geantwortet, eine ähnliche Antwort ging an „Neuer Geist“, weil ich da s e i n Foto mit dem Wirbelsturm eingestellt habe. Ich habe also doch korekt gearbeitet, die Entschuldigung lasse ich aber mal stehen, weil ich mich ja bisher noch nicht mit Deinen Bildern befaßt habe. Noch länger muß Josephine Erdmann schon warten, deren Text ich noch einstellen muß. Auch ihr gilt meine Entschuldigung.

  2. Hallo, Zeitgeist Dezember 29, 2012 um 8:18 pm #

    An dem, was du sagst, ist etwas dran, Niekisch. Wenn man auf all solche Projektionen stets und ständig Rücksicht nehmen wollte, wird man irgenwann genauso unverbindlich und konturlos vor sich hin blubbern, wie all die etablierten Polit-Bewegungen und Parteien auch. Gleichwohl habe ich die Rückmeldung erst einmal mit im Hinterkopf – das eine schließt das andere ja nicht aus.

    • niekisch Dezember 29, 2012 um 8:27 pm #

      Nach meiner Erfahrung scheint es wirklich so zu sein: fast überall liegt ein Körnchen Brauchbares, das nicht achtlos weggeschubst werden sollte..

  3. Hallo, Zeitgeist Dezember 29, 2012 um 7:51 pm #

    Tja, da bin ich baff, in doppelter Hinsicht. Und zwar habe ich den Artikel per Link einer jüngeren Frau aus dem Medienbereich zukommen lassen, die eine große grafisch-konzeptionelle Erfahrung hat. Sie fühlte sich vom Bild insgesamt „unangenehm berührt“, aber nicht wegen der Handtasche, sondern von der Gesamtanmutung des Bildes her. Es würde stark Assoziationen an die NS-Zeit wecken – „mega-negativ“, wie sie meinte. Die Handtasche wurde hingegen als positiv wahrgenommen, da sie auch für individuelle Freiheit einer Frau stehe. Wieso…? Ich interpretiere mal: Über die jeweils unterschiedliche Handtasche würde eben wohl auch ein Stück Persönlichkeit ausgedrückt. Und noch einmal die Rückmeldung der befragten kreativen Frau aus dem Mediensektor selbst: Das Bild wecke generell starke NS-Assoziationen, ob mit oder ohne Handtasche. Und ein männlicher Telefongesprächspartner, der dem Medienbereich immerhin nahe steht, meinte noch, die abgebildete Frau erinnere ihn irgendwie an Leni Riefenstahl.

    Nun kann man partiell geschichtsrevisionistisch denken, wenn man sich aber an breitere Bevölkerungsschichten wenden will, sind solche Assoziationen sicher mit zu bedenken und zu gewichten. Damit hatte ich allerdings nicht gerechnet. Vielleicht öffnen sich im Gegenüber bei Kräften wie mir, die sich als patriotisch und identiär erklären, auch unbewusst gedankliche Schubladen, die zu einer anderen Wahrnehmung eines Sujets führen mögen als in anderen Fällen – meinetwegen, wenn das Bild von Tierschützern verwendet worden wäre. Mir gefiel einfach das visuelle Gedankenspiel. Aber, wir müssen wohl eine besondere Sensititivität für gesellschaftliche Projektionen entwicken, die mindestens auf unbewusster Ebene ablaufen.

    • niekisch Dezember 29, 2012 um 8:05 pm #

      Meiner Frau, Hallo Zeitgeist, war noch aufgefallen, daß die Frau auch ganz einfach zu dünn ist, typische Model- Dünne:-)

      Mit Leni Riefenstahl liegt der Mann nicht so sehr daneben: Die abgebildete Frau hat den Blick und die Haltung einer Teilnehmerin der Olympischen Spiele 1936, die die Flamme entzündet, geradezu heroisch. S o wurden exponierte Leute damals abgelichtet, insbesondere auch durch Leni Riefenstahl.

      Deine Tests zeigen mir, daß die umerziehende PC tief ins Unbewußte eingedrungen ist. Wenn wir das beachten, dann brauche ich die mir übersandten Fotos des „Neuen Geistes“ garnicht erst hier einstellen, die atmen noch viel mehr diesen unzeitgemäßen Geist:-)

  4. Moritz Haberland Dezember 29, 2012 um 12:57 pm #

    Liebe Freunde … und das meine ich auch so …
    Irgendwie dreht Ihr jetzt ab, obwohl die Identitäre Bewegung kein Gewerbebetrieb ist, versucht Ihr Werbekampagnen zu initiieren, die mit dem steuerlichen Werbungsfreibetrag zu begleichen sind.

    Ihr seid alle in der Konsumgesellschaft sozialisiert, d.h., Ihr solltet wissen, daß zwar das beste Produkt ohne Werbung schlecht läuft, doch eben genauso, daß ein Scheißprodukt mit noch soviel Reklame ebenfalls kein Renner wird.

    Wollen wir zu Inhalten zurückkehren (?) oder an den Oberflächen
    von nutzergeneigten Immagefeldzügen der KPdSU herumfeilen ?
    Ich bin für Ersteres, für 2. gibt es ausgebuffte Marketingstrategen.

  5. Neuer Geist Dezember 29, 2012 um 7:47 am #

    Dieses mal ohne Handtasche, dafür aber mit einem Herzschlag

    http://hairesie.wordpress.com/2012/12/29/folge-dem-lambda/

    Macht euch dieses mal um die Rechte keine Sorgen, das verwendete Material stammt aus den 70gern von der KPdSU. 🙂

    • niekisch Dezember 29, 2012 um 11:56 am #

      Dann verwende ich es auch sofort, Neuer Geist:-)

  6. Neuer Geist Dezember 29, 2012 um 2:32 am #

    @ niekisch

    Eigentlich handelt es sich bei einer Verfremdung um etwas, das rechtlich nicht so eindeutig geklärt ist und bei der es mehrere Aspekte zu beachten gilt. Das US-Recht, das EU-Recht und deutsches Recht haben dazu wahrscheinlich unterschiedliche Ansichten. Es ist grundsätzlich so das man bei journalistischer und publizistischer Arbeit nicht nur Texte sondern auch Bilder als Zitat verwenden darf, vorrausgesetzt man nennt die Quelle (wie das bei dem Artikel der NY Times der Fall ist). Bei der Verfremdung des Bildes handelt es sich begrenzt um eine Neuschöpfung, es ist also von der reinen Sache nicht mehr das selbe Bild. Ich denke das ist alles so in Ordnung, wenn darunter der Link (siehe Zitatrecht) zu der Quelle steht. Es wird hier ja ein Bild ironisch und satirisch verfremdet, das sich nach Aussage des NY Times Artikels stilistisch an die Sowjetpropaganda anlehnt. Diese von der Werbeagentur verwendete Methode, habe ich also mit meiner Abwandlung sozusagen thematisiert und kommentiert. Da es sich bei der IBD nicht um ein komerzielles Unternehmen handelt fällt hier auch der Aspekt der komerziellen Merfachnutzung weg. Was ich an Stelle der IBD machen würde, wäre unter das Bild in der Galerie noch den NY Times Artikel als Quelle anzugeben.

    Das die Facebook Seite der IBD gesperrt wurde, ließ mich eher an etwas anderes als Urheberrecht denken (FB ist ja voll von Bildmontagen). Es gibt ja auf der Fb Seite der IBD auch ein Bild zu unserem leicht verwirrten Bundespräsidenten, wo er nicht so gut weg kommt und wie ein Trottel erscheint. Bei jedem anderen Politiker wäre das absolut in Ordnung und kein Grund zur Aufregung, aber das könnte man wenn man ein Erbsenzähler ist, der etwas gegen die IBD hat, als Beleidigung des Bundespräsidenten interpretieren, wogegen Gauck selbst oder jeder seiner Anhänger, juristisch vorgehen könnten. Man kann dafür sogar eingekerkert werden. Das ist vielleicht etwas in Vergessenheit geraten, nachdem wir Wulff nach herzenslust gemobbt und beschimpft haben (und das zurecht, möchte ich hinzufügen), aber ich dachte hier, dass sich da vielleicht ein Anwalt entweder von der Regierung selbst oder dem ideologischen Gegner bei FB gemeldet haben und so die Sperrung verursacht haben könnte. Aber das ist nur eine Theorie von mir.

    @ evola

    Man macht nicht nur einen entscheidenden Fehler sondern den entscheidenden Fehler, wenn man den Menschen Politik zusammen mit Askese und Konsumverzicht verkaufen will, damit kann man nur verlieren, wenn man nicht nur eine Randgruppe an Konsumverdrossenen und Grünenwählern, sondern die Gesamtheit der europäischen Völker erreichen und die Geschichte verändern will, und ich denke wenn wir Großes wollen, sollten wie groß genug denken, um es mal mit Niezsche zu sagen. Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum die „Reichtum für Alle“ (also Konsum für Alle) predigende Linkspartei sehr viel erfolgreicher ist, als die DKP oder die MLDP, die bei gleicher Ideologie Konsumverzicht für Alle predigen. Es ist nicht der Verzicht, sondern der Überfluss, den die Menschen abseits der Solardach-Eigentumhäuser wollen, sich dem entgegen zu stellen macht einem automatisch zum politischen Außenseiter.

    Man ist dann vielleicht ein einsamer Philosoph, aber kein Beweger und kein zum anders denken bewegender Verführer. Wir sind kein philosophischer Zirkel sondern Teil einer Bewegung, die in Europa so viele Menschen wie möglich auf ihre Seite bringen will. Ich bin hier für Perikles statt Evola, und die erste Regel der Demagogie lautet: Lass den Menschen was sie wollen und gib den Menschen was sie wollen! Wende dich mit allem Zorn gegen die, die es ihm wegnehmen wollen! Deswegen auch „Sei wer du bist“ und nicht „werde so wie wir das wollen“.

    Mit Verzicht im Programm konnten zu keiner Zeit die Volksmassen bewegt werden und würde das der Westen machen, dann wären alle etablierten politischen Parteien in Europa und Nordamerika im Handumdrehen nicht nur abgewählt, sondern wären so zu Fall gebracht worden, wie es den Herrschenden des Warschauer Paktes passiert ist.

    Bei dem Inhalt sehe ich das so, auf den sowjetischen Plakaten wurde das Konsumgut Getreide zusammen mit glücklichen Menschen abgebildet. Die Abbildung von Argrargütern lockte zwar Sowjetbürger während der „Holodomor“ Hungersnot, aber heute keinen mehr hinter dem Ofen vor. Also wäre die logische Nachfolgerin der entschlossenen Frau mit ein Bündel Getreide, die entschlossene Frau mit einer Handtasche. Das war zwar nicht mein Gedanke bei dem Bild, aber man könnte es so sehen. Die Menschen indirekt zum asketischen Konsumverzicht aufzufordern (das man das machen sollte, habe ich schon einmal irgendwo in unseren Kreisen gelesen) macht keinen Sinn. Der Mensch will nunmal Reichtum an Dingen, die ihm Freude machen, gewinnen tut der, der ihm gibt was er will. Deswegen die vielen Getreidefelder auf den Sowjetplakaten und der Ährenkranz im Wappen. Selbst Hammer, Zirkel und Sichel sind Mittel um Konsumgüter herzustellen, die gesamte kommunistische Propaganda belief sich also darauf, den Menschen in Aussicht stellen zu können, das die Obrigkeit dafür sorgt, das sie das konsumieren können, was sie brauchen und wollen.

    Dagegen das der Mensch konsumieren will, kann man nichts machen und darauf will er auch nicht verzichten. Die DDR ist nur deswegen zusammengebrochen, weil die DDR Bürger das bunte Zeug konsumieren wollten, was es im Westen zu kaufen gab. Die Volksmassen wollten BMW und McDonalds statt Trabat und Graupensuppe, lieber einen saftigen Burger, statt ein paar Getreideähren. Und da erinnere ich mich an die olympischen Spiele in China, da gab es hier in Europa doch das (von unsere Regierungen inszenzierte) Theater von diesen „Free Tibet“ Leuten. Als die Chinesen das mitbekamen, fühlten sie sich in ihrem patriotischen Stolz beleidigt, es war klar das Europa ihr Land hassen muss und zerstören will. Also haben sie sich entschlossen europäische Waren, vor allem aus Frankreich zu boykottieren. Das waren riesige Demonstrationen, die der chinesische Staat erstmal garnicht in den Griff bekam, obwohl sie eigentlich ideologisch in seinem Sinn gemein waren, wollte er nicht in seinem kapitalistischen Interessen gestört werden. Die Ausnahme waren die chinesischen Frauen, die nicht auf die Handtaschen und Schuhe französischer Designer verzichten wollten, also Patriotismus und Boykott europäischer Länder ja, aber bitte nicht auf Prada und Gucci verzichten. Und ich denke wir sollten da keinen Widerspruch aufbauen, wo es keinen Widerspruch gibt. Wir leben nunmal in einem Zeitalter, in dem es Konsumgüter im Überfluss gibt und die Menschen diese auch haben wollen.

    Es kommt also nicht darauf an den Menschen das auszureden was sie haben wollen, sondern sie bei den Dingen an der Hand zu nehmen, die sie nicht haben wollen. Und kein halbwegs geistig gesunder Deutscher will zum Beispiel mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen in einer Nachbarschaft leben, wo jeder Zweite Miri heist und niemand mit einem Hauch Verstand würde in so einer Gegend sein Kind auf die Schule schicken, wo die Brut von Herrn und Frau Miri ihn auf dem Schulhof nur deswegen mit dem Messer in den Oberschenkel sticht, um Macht zu demonstrieren. Die Menschen lieben eigentlich ihr Land und ihr Volk, es wird ihnen nur die ganze Zeit über von oben unterdrückt und von der Propaganda ausgeredet. Die Projekte und systematisch zu Sklaven zu erziehen und Political Correctness gäbe es ja in seiem monströsen Charakter als Diktatur nicht, wenn allein der Konsum bewirken würde, dass die Menschen dadurch brave Untertanen unserer Oligarchie mit kommunistischem Touch werden würden. Political Correctness gibt es, um zu unterbinden und zu dämpfen, dass sich der Konsument um seine eigenen Interessen kümmert und sich um seine wahren Probleme Sorgen macht, vielleicht auch während er im McDonalds Restaurant sitzt und seine Cola trinkt.

  7. Hallo, Zeitgeist Dezember 28, 2012 um 9:14 pm #

    @ evola

    Ich zitiere:

    „Stimmig wäre eine junge Frau, welche mit einem Bein auf der Tasche steht und damit impliziert, dass sie mit Wille, Geist und Kraft, dem Kapitalismus entsagt.“

    Dazu zwei, drei kurze Überlegungen:

    Käme drauf an, wie das insgesamt dann rüberkommt. Die Grund-Attitüde der identitären Bewegung beinhaltet ja, wenn ich‘ s denn richtig verstehe, mit einer Portion frechem Charme Menschen anzusprechen. Von daher fände ich dann auch in einem von Ihnen skizzierten Motiv, evola, ein hintergründiges Schmunzeln oder Augenzwinkern nicht ganz unwichtig. Wenn man so will, eins, das auf sympathische Weise Einvernehmlichkeit auch beim neutralen Betrachter herzustellen bemüht ist.

    Das beträfe generelle Fragestellungen ästhetischer Umsetzung politisch-sozialer Anliegen im Sinne der identitären Bewegung. Doch nun zum Inhaltlichen, das dahinter steht. Wir sind uns sicher einig, dass der Kapitalismus, wie er heute noch besteht, eine letztlich überholte Bewusstseins- und Wirtschaftsform mit all ihren gesellschaftlichen Auswirkungen ist. Man braucht sich nur einmal auf einigermaßen kritischen Wirtschaftsportalen umzuschauen und wird schon aus system-immanenter Betrachtungsweise zu der Erkenntnis gelangen, das all das, worauf unser Schulden-basiertes Wirtschaften beruht, eine recht begrenzte Halbwertzeit aufweist – maximal ein paar Jahre vielleicht noch. Was genau danach kommen wird, wissen wir nicht. Ein wenig gestalten wir es, die wir uns in verschiedenen Blogs engagieren, auch mit, arbeiten sozusagen gemeinschaftlich an dem Zeitgeist der Zukunft.

    Wenn man dann sagt, es sei wünschens- und erstrebenswert mit dem Konzept des Kapitalismus zu brechen, heißt dies ja nicht notwendig, dass Konsum per se schlecht sein muss. Aus meiner Sicht sind lediglich die Auswüchse negativ zu bewerten, schlussendlich die Konditionierung des Bürgers und Mitmenschen zum Konsum-Deppen. So gesehen, muss man m. E. der modebewussten Frau ihre Handtasche nicht wegnehmen und dem Mann seine heißgeliebten Artikel der Unterhaltungselektronik nicht oder – platt gesagt – die chromblitzenden Felgen seines fahrbaren Untersatzes. Ob‘ s das alles in ein paar Jahren in der Weise überhaupt noch geben wird, die Menschen nicht erst einmal mehr mit nacktem Überleben beschäftigt sein werden, steht auf einem anderen Blatt. Wie auch immer, gebe ich zu bedenken: Der Mensch wünscht sich für die gerechteste aller vorstellbaren Welten meist auch einen gewissen Lustfaktor, und sei es in einer „Zeit danach“. Sprich: Nach der großen Krise, die wohl unausweichlich sein wird. Warum also Träume kastrieren wollen. Auf eine gewisse Weise, so meine konkrete Utopie, wird eine kapitalismusfreie Zukunft auch noch ein ein bestimmtes Maß an Kauffreude beinhalten.dürfen.

    • niekisch Dezember 29, 2012 um 12:13 pm #

      „Da es sich bei der IBD nicht um ein komerzielles Unternehmen handelt fällt hier auch der Aspekt der komerziellen Merfachnutzung weg. Was ich an Stelle der IBD machen würde, wäre unter das Bild in der Galerie noch den NY Times Artikel als Quelle anzugeben.“

      Mit diesem Ergebnis können wir leben und arbeiten, ohne noch tiefer einzusteigen, Neuer Geist. Notfalls müssen wir mit juristischen Waffen zurückschlagen. Uns am Wirken hindern will man ja sowieso. Wir müssen immer mit allem rechnen.

  8. evola Dezember 28, 2012 um 7:50 pm #

    Werter Niekisch,
    bei diesem Thema kann ich mich nicht ganz entsagen. Weder meine Wenigkeit, noch meine Frau finden dieses Plakat gelungen. Meine Frau als Journalistin hat sich, ohne Wissen der Fakten, fast identisch geäußert wie Deine Frau. Das dürre Modell ist obendrein nicht stimmig in diesem Kontext; wirrwar. Stimmig wäre eine junge Frau, welche mit einem Bein auf der Tasche steht und damit impliziert, dass sie mit Wille, Geist und Kraft, dem Kapitalismus entsagt. Bereits vor zehn Jahren haben meine Kameraden futuristische (Kunstrichtung) Symbolik besser umgesetzt, leider ohne großen Erfolg.
    (Fotos schicke ich per e-mail und Du kannst sie anhängen, muß leider schließen wg Zeitmangel)

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 8:24 pm #

      „Fotos schicke ich per e-mail“

      Dafür meinen Dank, werter evola, ich sehe zu, daß ich etwas daraus mache..

  9. Hallo, Zeitgeist Dezember 28, 2012 um 7:26 pm #

    “ ‚das kleine visuelle Experiment ein Gutteil heutigen Zeitgeistes transportiert.‘

    Da ich mich Argumenten ungern verschließe, Hallo Zeitgeist, bitte ich Dich, dies noch näher zu erläutern, insbesondere, warum wir als Identitäre diesen heutigen Zeitgeist verkörpern (wollen)“

    Dazu meine Antwort, Niekisch:

    Wenn man überlegt, wie sehr der Zeitgeist auf die Vielen an den Bildschirmen, in den Cafés und Bars, auf den Märkten vor der Tür, seinen Reiz hat, dann kommt es doch darauf an, sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Und mal ehrlich, mögen wir nicht auch manchmal irgendeinen Schnickschnack, der gerade en vogue ist? Wir gehen doch auch mit dem Zeitgeist wenigstens partiell mit (wenn ich direkt an mich selbst denke, ist das jedenfalls so).

    Was die urheberrechtlichen Aspekte betrifft, hast du mit deinen Bedenken sicher Recht (ist ja sowieso dein Gebiet). Irgendwo meine ich zwar mal aufgeschnappt zu haben, dass künstlerische Verfremdung etwas in einen neuen Kreationszusammenhang stelle. Aber, das kannst du aus deiner Rechtskenntnis bestimmt eindeutiger gewichten. Zudem könnte es wohl mindestens Gegenstand lang anhaltender juristischer Auseinandersetzungen werden, ob man mit dem Argument durchkommt, ein Verfremdungseffekt schaffe gleichsam etwas Neues.

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 7:46 pm #

      Da rührst Du ein Problem an, Hallo Zeitgeist:-)

      Auch ich mache Zugeständnisse an den Zeitgeist, ich sehe, daß letztlich die Jugend vorangehen muß und bemühe mich, das Identitäre nicht verwässert zu sehen. Was ist da richtig, was bleibt da? Am besten laufen lassen und nur dann eingreifen, wenn es zu dicke kommt?

      Den urheberrechtlichen Problemen entgehen wir am besten dadurch, daß Originäres vorgestellt wird. Wackelige rechtliche Auseinandersetzungen stehen wir nicht durch.

  10. Hallo, Zeitgeist Dezember 28, 2012 um 6:36 pm #

    Mir ist grad noch etwas eingefallen: Es gibt auch das bewusste Erzeugen von Spannung in einem werblichen Sujet. Zwei scheinbar nicht (oder nicht ganz) zusammen passende Elemente einer Grafik fordern den Betrachter erst einmal heraus. Etwa zu denken, so‘ n Quatsch oder …und was soll mir das sagen? Manchmal erst auf den zweiten Blick löst sich die im Idealfall etwas charmant-hinterlistig platzierte Botschaft für den Betrachter, das versteckt Rätsel sozusagne, auf.

    Hier im Beispiel: Die Handtasche als Teil fürs Ganze (einer Zielgruppe) könnte für den Typ Frau stehen, der konsumfeteschistisch eingestellt ist. Manche Angehörige dieses Typus haben ja ganze Kollektionen von Handtaschen zuhause. Doch als damit in scheinbarem Widerspruch stehendes grafisches Element steht die geballte Faust (für Überzeugung, Engagement usw.). Eine Zeit lang (weiß nicht, ob ’s heute noch so ist) sagten Werber auch: „Das kommuniziert“ (zunächst beim Betrachter innerlich durch das „Was soll das“ und im zweiten Schritt zwischen „Produkt“, hier die politisch-gesellschaftliche Aussage, und Adressat, also man selbst als Betrachter).

    Das Arbeiten mit Verfremdung einer visuellen Form, die man aus einem anderen Zusammenhang her nimmt, ist ein weiteres Merkmal dessen, was in unserem bildlichen Handtaschen-Experiment stattfindet. Ist zwar nicht brandneu, wenn man etwa daran denkt, wie oft Leonardos Monalisa schon oft in andere Kontexte gestellt wurde, hämisch das Foto der Kanzlerin oder als reputierliches Kunstwerk gar Friedrich der Große von Andy Warhol auf seinem berühmten Bild des Preußenkönigs. Man muss das Rad ja aber nicht unbedingt neu erfinden. Entscheidend ist dann die spielerische Originalität, mit der eine leichte Verfremdung im konkreten Fall eingesetzt wird – auch so der gewisse Schmunzeleffekt, der vielleicht als i-Tüpfelchen noch mit dabei ist..

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 6:42 pm #

      Das gebe ich an meine Frau weiter, Hallo Zeitgeist:-)

      Wichtig ist auch das Beachten der Rechte an Fotos. Wohl deswegen ist gerade die facebook- Seite der Identitären Bewegung gesperrt worden. Die Admins und die Nutzer lassen das Urheberrecht völlig unbeachtet. Für die Frau auf dem Plakat dürften die Rechte des Fotografen Alexander Rodtschenko abgelaufen sein, aber diejenigen der Modeagentur – Tasche, Kleid – – dürften noch bestehen, so daß es hier schon gefährlich wird. Genau aus diesem Grunde habe ich das „Plakat“ nicht auf Metapolitika eingestellt, sondern nur auf den Artikel von Neuer Geist auf seinem Blog verwiesen.

  11. Hallo, Zeitgeist Dezember 28, 2012 um 5:54 pm #

    Wenn wir daran denken, dass Werbung oft so arbeitet, dass bei einer visuellen Botschaft das „Produkt“ scheinbar im Hintergrund, das ästhetische Gedankenspiel im Vordergrund steht, so finde ich, dass die politische Aussagen gleichsam elegant durch die Hintertür hereinschaut – ein wenig augenzwinkernd! Außerdem wird bei der Montage mit Verfremdung eines bestehenden Motivs gearbeitet. Das ist bei werblichen Auftritten, aber auch bei der Titelgestaltung von Zeitschriften, ebenfalls eine oft geschätzte Bild-Strategie.

    Wenn man es vom Polit-Marketing einmal aufschlüsseln wollte, ließe sich folgende Image-Positionierung annehmen. Es soll Identifikation hergestellt werden für einen jungen bis mitteljungen Frauentyp, der (siehe Gesichtsausdruck und Attitüde) beruflich engagiert bis erfolgreich sein mag (sein will…, wie auch immer). Sie vesteht sich offenbar auch als modebewusst, und in der Koppelung mit dem Poltischen durch die Montage kommt indirekt rüber: Dies schließt eine klare weltanschauliche Ausrichtung keineswegs aus. Insofern sagt hier das Bild mehr als tausend Worte. Mir scheint, dass das kleine visuelle Experiment ein Gutteil heutigen Zeitgeistes transportiert.

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 6:17 pm #

      „das kleine visuelle Experiment ein Gutteil heutigen Zeitgeistes transportiert.“

      Da ich mich Argumenten ungern verschließe, Hallo Zeitgeist, bitte ich Dich, dies noch näher zu erläutern, insbesondere, warum wir als Identitäre diesen heutigen Zeitgeist verkörpern (wollen)

      Ich erkläre mich insofern schon einmal, als auf Metapolitika nie ein altmodisches Frauenbild verfolgt wurde. Im Gegenteil! Die Frau soll freie Gefährtin mit dem Grundrecht auf Selbstverwirklichung sein, dabei zugleich auch ihrer überragend wichtigen Rolle für die Abstammungsgemeinschaft gerecht werden können.

  12. Neuer Geist Dezember 28, 2012 um 5:23 pm #

    Ich meinte nicht meine Seite sondern die Facebook Seite der IBD, die scheint verschwunden zu sein. 😦

  13. Hallo, Zeitgeist Dezember 28, 2012 um 5:09 pm #

    Spitzenidee! Es kommt halt auch darauf an, mit ästhetischen Sujets zu spielen, die nicht allein Aufmerksamkeit weckend sind, sondern gleichzeitig eine soziale Botschaft transportieren – in diesem Falle (aus männlicher Sicht verstanden…): Die modernde, selbstbewusste Frau ist Mitstreiterin der identitären Sache. Wenn man so will: Dee Ex scheint da durch.

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 5:33 pm #

      Ich habe das „Plakat“ mal meiner Frau gezeigt – die Frauen sind 52% der Bevölkerung – und sie sagte ganz spontan: „Wirkt gekünstelt. Die Handtasche steht im Vordergrund, nicht eine politische Botschaft. Lächerlich!“ Ich lasse die Aussage einfach so stehen.

  14. Neuer Geist Dezember 28, 2012 um 2:31 am #

    Danke für den Link zu meinem ersten kleinen Experiment. 🙂

    OT: Ich habe aber trotzdem gerade schlechte Laune, Grund:

    „Die von dir angeforderte Seite konnte nicht gefunden werden.
    Du hast möglicherweise auf einen ungültigen Link geklickt oder die URL falsch eingegeben. Bei manchen Internetadressen wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.“
    https://www.facebook.com/identitaer

    Was soll das bedeuten? Habe ich mich irgendwie vertippt, aber das kann eigentlich nicht sein? Die IBD bei Facebook gelöscht? Steckt FB dahinter, die staatliche PC Krake, ein Hacker oder was ist da los? 😦

    • niekisch Dezember 28, 2012 um 10:57 am #

      Neuer Geist, wenn ich in dem Handtaschenartikel auf den link zu Deinem Blog klicke, dann erscheint Deine Seite doch:-) Ich habe ja nicht den geteilten Artikel von facebook übernommen:-) Bitte noch einmal probieren.

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