Kommentarfunktion abgeschaltet.. aber nicht hier..

3 Jan

und zwar zu  diesem Welt online –  Artikel: http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article112371855/Mir-geht-es-gut-Briefe-aus-Auschwitz-entdeckt.html   „0 Kommentare und Kommentarfunktion abgeschaltet.“  Das stellen wir heutzutage bei „kritischen“ Themen des öfteren fest. Ich nehme mich dieses Themas an, weil in diesem Monat, am 27. Januar 2013,  der sog. Holocaust – Gedenktag begangen wird. Zu dem in dem Welt – Artikel erwähnten „Todesmarsch“, der mit dem Abmarsch der Häftlinge aus dem Lager begann, habe ich schon einmal einen Artikel im Vorgängerblog http://www.Metapolitika.wordpress.com eingestellt, den ich auch jetzt noch für interessant halte.

„Es ist der sog. Holocaust – Gedenktag, an dem der “Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz” gedacht wird. Dabei stellt sich die Frage, ob von einer “Befreiung” überhaupt gesprochen werden kann angesichts der Tatsache, daß das Lager am 27. Januar 1945 bereits weitgehend aufgelöst war . Diesbezüglich zitiere ich einen Erlebensbericht des Lagerinsassen Bernard Klieger:

Das Tor ging auf..

“Eines Tages, 13. Januar 1945, war es so weit. Die russische Offensive hatte begonnen. Auf der gesamten Ostfront, von Kurland bis zu den Beskiden. Aus ihren Brückenköpfen bei Baranow südlich Warschau stießen die Russen vor. Fiebernd verfolgten wir die Meldungen, wissend, daß unser eigenes Schicksal nunmehr eng verbunden war mit den Kriegsereignissen. Das, was wir in den Zeitungen zu lesen bekamen, erfüllte uns mit freudiger Genugtuung, obwohl uns das Herz bang dabei klopfte. Wir erfuhren, daß die Russen durchgebrochen waren, daß sie sich Czenstochau näherten, daß sie vor Krakau stünden, und auch in den Westbeskiden, also südlich von uns, vorstießen. Auschwitz war nun von drei Seiten aus bedroht..Die Stunde von Auschwitz hatte geschlagen, aber auch unsere eigene. Jetzt mußte die Entscheidung über unser Schicksal fallen. Äußerlich war im Lager selbst nichts zu merken. Die Kommandos rückten beim Klange der Marschmusik wie gewöhnlich aus und ein. Appell fand allabendlich statt, und die SS tat, als ob nichts geschehen sei. Aber es ging ein Raunen und Flüstern durch das ganze Lager, und es schien uns, als ob selbst die Balken knisterten. Wie Schlafwandler gingen wir umher, mit halber Seele waren wir bereits im Jenseits. Dann fiel die Entscheidung – nicht unerwartet und doch plötzlich…Um 4 Uhr wurden wir alle geweckt , und man sagte uns, daß wir uns für den Abmarsch aus dem Lager bereithalten müßten. Die Würfel waren gefallen. Wir wurden also nicht umgelegt, sollten das Lager verlassen….Wir rüsteten fieberhaft für die Reise. Schlafdecken wurden zerrissen und Rucksäcke daraus angefertigt. Jeder suchte seinen persönlichen Kram zusammen, um ihn mitzunehmen. Decken wurden zusammengerollt und so geknotet, daß man sie um den Hals tragen konnte…Gegen 7 Uhr wurden die fünfzehnhundert Häftlinge gerufen, die auf der angefertigten Liste standen. Jeder von ihnen bekam so viel Wäsche, als er nur wollte. Neue Anzüge, Pullover, Mäntel gab man ihnen…Gegen 10 Uhr marschierten die fünfzehnhundert ab. Nachmittag gegen 2 Uhr mußten die anderen antreten. Zurück blieben nur noch die Blockältesten, Blockschreiber und verschiedene andere Personen, die man im Lager noch notwendig hatte. Auch an uns verteilte man neue Kleidungsstücke, und in der Kantine konnten wir soviel Zigaretten kaufen, als wir Prämienscheine hatten. Die Magazine von Auschwitz wurden geleert. Man gab die Sachen lieber uns, als daß man sie den Russen überließ. Außerdem sollten wir sie ja garnicht behalten, wir waren eigentlich nur Gepäckträger. In dem Lager, in das wir kommen sollten – man sprach von Groß – Rosen bei Liegnitz – würde man uns bestimmt wieder alles abnehmen. Man gab uns Seife, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, gute, 72 %ige Kernseife, und wir stopften uns die Taschen damit voll. Streichhölzer wurden ausgeteilt, neue Schuhe, Pullover in feinsten Qualitäten. All das, was in Deutschland und sonstwo zu den größten Raritäten gehörte, war in den Magazinen von Auschwitz in Hülle und Fülle aufgestapelt. Die Blöcke 22 und 23 waren seit einigen Wochen von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Man hatte in ihnen Frauen aus Birkenau untergebracht, die man durch einen Zaun von uns isolierte. In den dadurch entstandenen geräumigen Höfen wurden wir nun zusammengepfercht. Die Frauen waren schon am Vormittag abtransportiert worden. Abends um 6 ließ man uns heraus. ..Gegen 10000 Menschen standen da, einer hinter dem anderen. Der Sinn dieser Anordnung wurde uns bald klar: Es wurde die Marschverpflegung ausgeteilt. Erst marschierten wir durch das Brotmagazin, und dann, nachdem jeder zwei ganze Brote erhalten hatte, kamen wir ans Tor, wo mit Kisten beladene Wagen standen, und empfingen dort eine Kilobüchse mit Fleischkonserven und einen Würfel Margarine. Dann schritten wir durch das Tor und wurden bei dieser Gelegenheit abgezählt: Vor dem Tor stellten wir uns in Marschkolonnen – in Fünferreihen – auf. Der Moment war gekommen, auf den wir so lange gewartet: wir verließen das Tor von Ausschwitz, um nie wieder zurückzukehren.”

(Bernard Klieger, Der Weg, den wir gingen, Reportage einer höllischen Reise, mit 10 Zeichnungen von Josette Cagnant, Verlag Codac Juifs, Bruxelles, 1961, S. 55 ff.)

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36 Antworten to “Kommentarfunktion abgeschaltet.. aber nicht hier..”

  1. Moritz Haberland Januar 9, 2013 um 3:22 pm #

    A) Zitat : „… und ich freue mich, daß meine Eingriffe,
    die mir zutiefst zuwider sind, auf Verständnis stoßen.“

    Gern geschehen, bester Niekisch 🙂 .

    B) Zitat : „Es geht immer um strafrechtlich – kriegsrechtliche Einzelschuld.“

    Woran hast Du gedacht (?), wenn nicht an:
    1. http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_My_Lai
    und
    2. http://de.wikipedia.org/wiki/Abu-Ghuraib-Gef%C3%A4ngnis

    Mit Wahrnehmung beginnt Geschichte, wir nehmen unterschiedlich wahr.

    • niekisch Januar 9, 2013 um 6:22 pm #

      Wir waren doch, Moritz, bei der Diskussion um das Verhalten unserer Soldaten des II. Weltkrieges. Ich nenne ein Beispiel: Sowjetische Partisanen in deutschen Wehrmachtuniformen schießen aus russischen Bauernkaten, in denen sich auch noch Zivilbevölkerung befindet. Da entscheide mal, wenn Du überhaupt zum Nachdenken kommst…

      My Lai und Abu Guraib liegen etwas anders: da waren m.W. keine unübersichtlichen Kampfsituationen.

  2. Hallo, Zeitgeist Januar 8, 2013 um 9:08 pm #

    Also, ich finde es gut, Niekisch, dass du von mir wohl etwas unglücklich gewählte Formulierungen durch Pünktchen ersetzt hast. Als Nicht-Jurist ist man im Zweifelsfall doch schon mal unbedarft, wie man Dinge, die einem durch den Kopf gehen, womöglich in strafrechtlich missverständlicher Weise ausdrückt. Und um solchen Missverständnissen im öffentlichen Raum entgegen zu wirken. halte ich‘ s dann doch ganz gern mit einem geflügelten Wort: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“ Insofern bist du eben der fürsorglich sachwaltende Aufsichts- und damit Schutz-Faktor für die gemeinsame Porzellankiste.

    Nun möchte ich Moritz gerecht werden und das Thema meinerseits nicht übermäßig ausweiten. Abschließend von meiner Seite aus nochmal ein Link zu einem Beitrag im Netz:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M575147daace.0.html?&tx_ttnews%5Bswords%5D=holocaust

    • niekisch Januar 9, 2013 um 2:00 pm #

      Es ist ein schwieriges Terrain, Hallo Zeitgeist, und ich freue mich, daß meine Eingriffe, die mir zutiefst zuwider sind, auf Verständnis stoßen.

      Dein neuer link ist unverdächtig:-) und interessant. In meiner Kinder – und Jugendzeit wurde der Vorwurf industrieller Massenvernichtung von Menschen nur auf den alliierten Luftholocaust an den Deutschen bezogen, hinsichtlich der Juden, Zigeuner pp. wurde sie wie nach dem I. Weltkrieg überwiegend für alliierte Greuelpropaganda gehalten.

      Familienerzählungen streiften den Ausschluß der Juden insofern, als meine Mutter berichtete, daß in ihrer Heimatstadt noch einige Zeit nach dem Regierungsantritt Hitlers die SA ihre Uniformen bei einem jüdischen Textilgeschäft ergänzte, mein Großvater als kleiner Blockwart bezog noch bis zu dessen Emigration die Textilien für seinen Laden bei einem Juden aus Frankfurt trotz Rüffeln und Drohungen der Partei. Der Jude besuchte ihn nach 1945 als US – Offizier, bedankte sich bei ihm, indem er dafür sorgte, daß das durch alliierten Militärbefehl geschlossene Geschäft wieder öffnen konnte. Mein Vater war als Jugendlicher bei unserer Verwandtschaft zu Besuch in Weimar und sah in der Stadt Häftlinge des Lagers Buchenwald die Straßen reinigen, gekleidet in die gestreifte Häftlingskleidung. Niemand fand etwas dabei, über das Lager wurde ganz offen gesprochen, auch von der Partei.

      Gestern war übrigens eine interessante Sendung auf ARTE über Hindenburg. Der Enkel attestierte Hitler gutes Benehmen und regelmäßige Besuche bei dem alten Herrn, wo der Kanzler dann gelegentlich mit den Kindern spielte und dem Reichspräsidenten seine Vorhaben und Entscheidungen vortrug. Auch erlebte der Enkel den Vorbeimarsch am 30. Januar nicht als gewaltandrohend, sondern eher als Volkserhebung mit.

      Wie spannend könnte die Deutsche Geschichte sein, dürfte das Puzzle komplettiert werden.

  3. Moritz Haberland Januar 8, 2013 um 8:20 pm #

    Jetzt verstehe ich Dich, Du meinst MyLei und AbbuGreib und so weiter 😦 .

    • niekisch Januar 9, 2013 um 2:02 pm #

      Daran hatte ich in diesem Moment garnicht gedacht, Moritz:-)

  4. Moritz Haberland Januar 8, 2013 um 7:42 pm #

    Außer meinen gleichaltrigen Alt-Bundesbürgern kenne ich niemanden,
    der nicht wenigstens noch „Ein bißchen Mitschuld“ haben möchte 😦 .

    • niekisch Januar 8, 2013 um 7:51 pm #

      Darum geht es nicht, Moritz. Ich z.B. fühle mich an A l l e m, was damals geschah, vollkommen unschuldig, umgekehrt sogar eher in falsche Haftung genommen. Es geht immer um strafrechtlich – kriegsrechtliche Einzelschuld. Trotz aller Befehlsstruktur hatte jeder Soldat und hat auch heute jeder Soldat das Recht zu wahren, wobei auch ich mir bewußt bin, daß es unlösbare Problemlagen gab.

  5. Moritz Haberland Januar 8, 2013 um 6:29 pm #

    1.“ ( das Wort, wo jetzt Pünktchen sind habe ich gelöscht, niekisch) “
    das ist i.O. . ich hatte ja schon gesagt, daß Blogger und Redakteure
    ihre Aufgaben und Interessen selbst wahren müssen.

    2. „vermessen, zu behaupten, daß wirklich J e d e r untadelig war.“
    Nur zur Erinnerung: Von 1939 bis 1945 war Krieg und keine Kirmes,
    hier hieß UNTADELIG nicht, einer alten Dame den Platz anzubieten.

    • niekisch Januar 8, 2013 um 7:29 pm #

      „hieß UNTADELIG nicht, einer alten Dame den Platz anzubieten.“

      Schon klar, Moritz, obwohl mir berichtet wurde, daß sogar in der engsten Kate in Rußland mit der Zivilbevölkerung die Wehrmachtverpflegung und die Ofenbank geteilt wurde, die Kinder medizinisch versorgt wurden. Andererseits gab es Fälle von verrohter Brutalität Einzelner, die nicht immer geahndet wurden. Wer kennt nicht das Bild des von einem Panzer überrollten russischen Soldaten, dessen Körper immer wieder überfahren und nicht von der Strasse entfernt wurde. So etwas muß nicht sein.

  6. Hallo, Zeitgeist Januar 8, 2013 um 5:14 pm #

    @ Niekisch

    Zitat:

    „Mein inzwischen verstorbener Nachbar war als Angehöriger eines Reiterrregimentes in die Partisanenbekämpfung beim Rückzug aus Italien 1944 verwickelt und er hat da Andeutungen gemacht..Er hatte andere Erlebnisse als derjenige, der mir erzählte, daß in Italien ein deutscher Offizier, der einem italienischen Jungen vom Pferd herab Bonbons schenkte, aus dem Hinterhalt erschossen wurde. Moralisch Verwerfliches gab es auf deutscher Seite genügend im Meer der Tapferkeit, der Aufopferungsbereitschaft und des Widerstandswillens bis zur letzten Minute.“

    Zum Thema der damaligen Partisanenfront in Italien vielleicht ganz interessant ein aktueller Beitrag aus der Internet-Ausgabe der Preußischen Allgemeinen Zeitung (PZ):

    http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/erst-freunde-dann-feinde.html

    • niekisch Januar 8, 2013 um 7:35 pm #

      Sehr ergiebig ist der Artikel nicht, Hallo Zeitgeist, den Kernpunkt nennt er allerdings: die kriegsrechtlich illegale Gewalt ging von den Partisanen aus, allerdings begingen manche deutsche Soldaten – auch weil sie zwischen allen Fronten standen – Notwehrüberschreitungen, die den deutschen Namen und den der Wehrmacht beflecken. Daran gibt es nichts zu deuteln.

  7. Hallo, Zeitgeist Januar 8, 2013 um 5:07 pm #

    Wie es der Zufall will… Ich interessiere mich jenseits von Nazismus für Runen. Da stößt man dann auch auf den Namen Marby, und in seinem Zusammenhang bin ich gerade auf etwas recht Erstaunliches aufmerksam geworden. Nämlich auf folgendes: Friedrich Bernhard Marby war ein privater Runenforscher, der sich in den 1920er und 1930er Jahren – dem Zeitgeist entsprechend – auch mit Rassethemen auseinandersetzte. Dabei vertrat er die Auffassung, keine menschliche Rasse dürfe sich der anderen überlegen fühlen, aber am besten bleibe jede für sich, pflege auch nach Möglichkeit ihr ureigenstes Brauchtum.

    Bald machte Marby sich in der NS-Zeit jedoch unliebsam, bekam als Runenforscher ebenso wie viele Astrologen Berufs- und Vortragsverbot, überschuldete deswegen, um die Situation aufzufangen. Er geriet anschließend wegen nicht mehr bezahlbarer Verpflichtungen zunächst ins Gefängnis und später ins KZ. Offenbar sah er – so wie sich die Situation für ihn darstellte – zunächst dem Tod entgegen. Nach dem Krieg gab er an, einen Widerstandskreis geführt zu haben, was aber nicht anerkannt wurde. Marby wird etwa an einer Stelle im Internet als jemand beschrieben, der dem Rassegedanken des Nationalsozialismus Vorschub geleistet hätte. Offenbar genügten damals aber schon Abweichungen, die eine Gleichschaltung des Denkens und Handelns in Frage stellten oder die Beschäftigung mit esoterischen Themen, um auf eine Weise im System in Ungnade zu fallen, die mit schweren Nachteilen behaftet war. Da gab es halt – ganz ähnlich wie heute – nur an anderen „Baustellen“ Berufsverbote und im Extremfall noch wesentlich härtere Sanktionen gegenüber Häresie.

    Wenn ich meine, dass so etwas zu kritisieren ist, dann geht es mir gar nicht mal um eine spezifisch deutsche Frage, sondern um ein generelles menschliches Problem. Offenbar begünstigt die conditio humana bislang Tendenzen zum Totalitarismus und – dabei im Hintergrund stehend – zum eindimensionalen Denken. Oft gelangt man selbst in solche Polaritätsfallen, ist entweder total für oder gegen etwas. Im Sinne der Auflösung einer solchen Bewusstseinsfalle wäre auch zu wünschen, dass eine Enttabusisierung bestimmter geschichtlicher Zusammenhänge, die hier im Diskussionsstrang angesprochen werden, in zweierlei Richtung stattzufinden hätte: Einerseits sozusagen „kriminologisch“ in historischer Grundlagenforschung herauszufinden, ob die …..(2 Wörter wegen bedenklicher Nähe zur Strafbarkeit gestrichen und durch Punkte ersetzt, niekisch), so wie sie uns immer wieder präsentiert wird, in der Weise wirklich gerechtfertigt ist. Zum anderen aber auch, die negativen Seiten einer Zeit ungeschminkt zu benennen. KZs zum Beispiel waren – um es mal überspitzt zu formulieren – wohl kaum so etwas wie Sanatorien. Erst eine umfassende Ehrlichkeit und Bestandsaufnahme wird wirklich glaubwürdig sein und nachhaltig überzeugen.

    Als Quelle zu Marby eine Selbstdarstelung

    http://spiethverlag.de/wordpress/?page_id=160

    • niekisch Januar 8, 2013 um 7:46 pm #

      Interessanter Gedanke um diese „Polaritätsfallen“, Hallo Zeitgeist. Die zwei Worte gestrichen zu haben, wird Dich vielleicht etwas verwundern, die Gerichte bewerten aber immer den weiteren Zusammenhang, auch wenn explizit ein Leugnen oder verifizierendes Verharmlosen garnicht vorgenommen wird.

  8. Moritz Haberland Januar 8, 2013 um 12:07 am #

    PS : Ich muß das nochmal präzisieren, diese Frage, diesen Themenkomplex finde ich wichtig wie sonst wenig auf der Welt, doch nicht als „Bugwelle“ meines ohnehin nicht leichten Lebens.

    Ich werde es mit meinen Ekelbengels so machen, wie es mein Vater mit mir gemacht hat: „Unsere Leute (Familie und Volk) waren untadelig, und hier sind die Fakten, wenn Du sie aufmerksam liest, verstehst Du, was ich meine.“

    Bei mir hat´s geklappt 🙂 .

    • niekisch Januar 8, 2013 um 1:35 pm #

      “Unsere Leute (Familie und Volk) waren untadelig“

      Das ist lobenswert, Moritz, aber es ist doch vermessen, zu behaupten, daß wirklich J e d e r untadelig war. Mein inzwischen verstorbener Nachbar war als Angehöriger eines Reiterrregimentes in die Partisanenbekämpfung beim Rückzug aus Italien 1944 verwickelt und er hat da Andeutungen gemacht..Er hatte andere Erlebnisse als derjenige, der mir erzählte, daß in Italien ein deutscher Offizier, der einem italienischen Jungen vom Pferd herab Bonbons schenkte, aus dem Hinterhalt erschossen wurde. Moralisch Verwerfliches gab es auf deutscher Seite genügend im Meer der Tapferkeit, der Aufopferungsbereitschaft und des Widerstandswillens bis zur letzten Minute.

      Und wie es der Zufall will:http://www.blauenarzisse.de/index.php/rezension/item/3673 Ornithologie und "industrieller Massenmord" unmittelbar nebeneinander. S o sind die Deutschen…äh, sollen sie lt. Surminski gewesen sein.

  9. Moritz Haberland Januar 7, 2013 um 11:18 pm #

    Vom kanadischen Zündel – Prozeß abgesehen, hab ich hier noch eine gute Seite gefunden, wenn Du diese noch nicht kennst, ist es eine Empfehlung, wenn doch, ist es eine Bestätigung.

    xxxxxx Den link habe ich entfernt, weil die verlinkte Seite strafbare Inhalte enthält, niekisch.

    Dieser ganze …. ( das Wort, wo jetzt Pünktchen sind habe ich gelöscht, niekisch) hatte seine zeitgeschichtliche
    Wirkung, historischen Bestand hat er nicht.
    Pflügen wir tief und sprengen wir die Minen.

  10. Moritz Haberland Januar 7, 2013 um 4:35 pm #

    @ Niekisch ; Da weiß ich doch gleich wieder, daß ich besser an Trecker, Pflug und Heubinder basteln soll 🙂

    • niekisch Januar 7, 2013 um 7:09 pm #

      Das ist sehr vernünftig, Moritz, denn das nachforschende Durchpflügen des Holocaustgeländes läßt Minen hochgehen:-)

  11. Hallo, Zeitgeist Januar 7, 2013 um 1:34 am #

    Mit seiner Einschätzung zur Situation in Syrien und der russischen Position dazu könnte sich Hörstel geirrt haben, vergleiche:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/thierry-meyssan/die-von-den-usa-und-der-nato-unterstuetzte-freie-syrische-armee-bricht-auseinander-regierungstru.html

    Man kann sich nur wünschen, dass Hörstel den oben angesprochenen Punkt der Lage Syriens falsch eingeschätzt hat. Und zwar aus vielerlei Gründen, darunter auch aus tatsächlichem deutschen Interesse, in dem selbstverständlich keine Eskalation von globalem Konfliktpotential liegt – siehe unsere geografische Lage.

    Das gehört zwar nicht direkt zum Thema des Diskussionsstrangs, sei aber der Klarstellung halber erwähnt. Hörstels generelles Schlaglicht auf die BRD-Außenpolitik und die in ihr zum Ausdruck kommenden überproportionierten Abhängigkeitsbeziehungen, die sich wiederum aus geschichtlichen Reflexen ergeben, bleiben aus meiner Sicht tendenziell sinnvoll angesprochen. Indirekt hat es eben auch mit dem kollektiven deutschen Schuldbewusstsein zu tun, das von innen und von außen her durch jeweils interessierte Kreise und Gruppierungen zu perpetuieren gesucht wird.

    • niekisch Januar 7, 2013 um 11:05 am #

      „hat es eben auch mit dem kollektiven deutschen Schuldbewusstsein zu tun“

      und damit gehört es zum Thema, zu dem ich mich liebend gern ausführlicher äußerte, aber die Rechtslage läßt es ja nicht zu. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie die PC in sich zusammensackte wie ein luftloser Ballon, wenn das Historisieren der Historie wissenschaftsgemäß ohne ernsthafte Beschränkungen erlaubt wäre. Möglicherweise ist der Ballon dann auch noch dicker als bisher.Ich wünschte mir zugleich für den größten Tatort der Weltgeschichte eine international besetzte und mit den modernsten Mitteln ausgestattete kriminalistische Untersuchungskommission wie damals in Katyn..Dann hörte unsinniges Spekulieren, Revidieren und das Verhöhnen der Opfer durch Lächerlichkeiten auf. Hierzu nur der Hinweis: Nur auf die beiden Fotos mit den Zügen bezieht sich der Begriff „Lächerlichkeiten“, nicht auf den Text dazu.

  12. Hallo, Zeitgeist Januar 5, 2013 um 6:18 pm #

    Die Verschärfung einer repressiven Grundhaltung in der BRD (seit etwa 1990) und damit einhergehend auch der indirekten Zensur über die sogenannte Political Correctness dürfte mit der globalen Agenda der Macht-Eliten ebenso wie mit der von ihnen beabsichtigten weiteren Einbindung des deutschen Gebietes in ihre Strukturen zu tun haben. Davon sind dann natürlich auch geschichtliche Themen betroffen und wie genau sie öffentlich wahrgenommen werden.

    In der Hinsicht deutscher Souveränität finde ich einen Beitrag von Christan R. Hörstel (hat früher ein großes Rad bei der ARD gedreht) recht aufschlussreich. Der Autor gibt für meine Begriffe hier indirekt der These von der sogenannten „Kanzlerakte“ recht. Dazu einen Deutschland betreffenden Auszug aus dem bei politaia.org erschienen Artikel:

    Lage in Deutschland, so wie vielleicht nicht alle von Ihnen Deutschland kennen:

    Beispiel 1, Export: Wenn eine deutsche Firma technische Güter in solche Länder exportieren will, die nicht komplett unter der Fuchtel Washingtons stehen, dann muss eine Genehmigung des Außenwirtschaftsausschusses eingeholt werden, Grundlage ist eine Länderliste. Festes Ausschuss-Mitglied ist ein amerikanischer Staatsbürger mit Botschafts-Anbindung. Wenn er ‚nein’ sagt, gilt: nein.

    Beispiel 2, Bundeswehr: Niemand wird in Deutschland zum Oberst befördert, wenn „die Amis nicht genickt haben“, sagten mir hochrangige Offiziere, die ich für ISAF-Führungsaufgaben gecoacht hatte. Vielleicht auch deswegen finden sich so viele gute und kluge Köpfe unter den Oberstleutnanten.

    Beispiel 3, Institutionen: Die offizielle staatliche „Bundeszentrale Politische Bildung“ hatte (bis 2011) einen hoch ehrenwerten Abteilungsleiter, der sich weigerte, jedes radikal-zionistische Verbrechen abzudecken und Angriffe gegen Libanon oder Gaza unbotmäßig kritisierte. Im zwei-Tage-Takt rief 2009 die israelische Botschaft im vorgesetzten Innenministerium an und verlangte direkt die Abberufung dieses couragierten Mannes – was 2011 endlich durch Rückzug gelang.

    4. Souveränität: Als ich im Sommer 2009 bei Egon Bahr saß, benutzte er ungefragt drei Mal eindringlich die Formulierung: „das nicht-souveräne Deutschland“. Vor einigen Tagen war das Gegenstand der ZDF-sendung „Frontal 21“(4).

    Ich meine: Ein Volk hat genau so viel Souveränität, wie es sich nimmt. Die Geschichte macht nur sehr wenige Geschenke, Souveränität gehört grundsätzlich nicht dazu.

    5. CIA-Einfluss: Als die USA sich Ende der 80er Jahre für die deutsche Einheit entschieden, hatten sie sich abgesichert. Ein gut informierter CIA-Einflussagent berichtete mir, wörtliches Zitat: „Wir kaufen alles was Beine hat.“

    6. Parteiendemokratie bei den großen: Wenn Sie innerhalb einer bestehenden politischen Partei in Deutschland idealistische und veränderungswillige Kräfte in den Bundestag bringen wollen, müssen Sie die erstmal auf die offizielle Kandidatenliste bekommen. Alle Wahlveranstaltungen dazu werden jedoch von der Zentralführung mit klaren Personal-Empfehlungen bedacht. Weil viele Abstimmungen dann offen erfolgen, alle jedoch unter gewissem „Druck“, kann jeder, der nicht wunschgemäß abstimmt, mit schweren Nachteilen rechnen.

    7. Parteiendemokratie bei den neuen: Wer in Deutschland eine Partei gründet, um den Spuk zu beenden, bekommt nicht mehr als zwei Prozent. Nahezu ausgeschlossen. Die Grünen kamen nur hoch, weil sie sich von einer Friedenspartei zum Kriegsvasallen der USA wandelten. Dafür wurde ein skrupelloser Taxifahrer künstlich zum Außenminister aufgeblasen.

    Die Piratenpartei bekam erstaunliche Schützenhilfe der etablierten Medien – und wird soeben von den gleichen Redakteuren regelrecht „kaputtgeschrieben“. Es handelt sich offenbar erneut um einen künstlich aufgeblasenen „Oppositionsabschöpfungsapparat“ – was glaubwürdige Anstrengungen einzelner keinesfalls herabwürdigen will und kann.

    8. „Regime Change“ in Deutschland: Warum wohl hat Schröder 2005 in einer hoch riskanten Entscheidung die Bundestagswahl vorgezogen? Weil ihm seine US-Kontakte signalisiert hatten, dass sie in der Bundestagswahl 2006 an ihm Rache üben lassen wollten, für die Nicht-Teilnahme Deutschlands am Irak-Krieg. Warum sollte er dabei zusehen? Dann lieber nach eigenem Zeitplan schon 2005 kämpfen.

    9. Politische Korruption: Frau Merkel macht jedes US-Abenteuer mit, verlassen Sie sich darauf, alles Andere ist Tünche. Die gegen Russland gerichtete US-Raketenabwehr („Raketenschild“) kommt – und die Zerstörung Syriens steht bevor.

    Und Russland? Betreibt doch schon lange keine Außenpolitik mehr, die der CIA-Armee auch nur entfernt etwas entgegensetzen könnte, von Einhalt gebieten oder gar „Zurückdrehen“ ganz zu schweigen! So geht’s nicht weiter! Die NGO-Politik ist hier verstanden worden. Aber: Die Propagandaabteilung des US-Pentagon, hat im Jahr 2008 mit 27.000 Mitarbeitern ganze 4,7 Milliarden Dollar aufgewendet. Die bloggen weltweit überall mit! – doch nicht nur das…

    Quelle: http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/neue-europaische-globalstrategie-von-christoph-r-horstel/

    • niekisch Januar 7, 2013 um 10:53 am #

      „Niemand wird in Deutschland zum Oberst befördert, wenn „die Amis nicht genickt haben““

      Das ist vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber grundsätzlich kann es nicht anders sein. Denn ein Volk, daß der Welt das Aufheben des Mammonismus durch Idealismus vor Augen geführt hat, muß natürlich in alle Ewigkeit kontrolliert werden, damit es nicht wieder seinen eigenen „Heilsweg“ gehen will.

  13. Moritz Haberland Januar 5, 2013 um 5:15 pm #

    Ich hoffe(!), Du überstehst Dein Ungemach und berichtest davon,
    Granatenspliter werden es ja wohl hoffentlich NICHT gewesen sein.

    … In NRW, besonders in und um Bonn weiß man ja nie so genau 😦 .

    • niekisch Januar 7, 2013 um 10:55 am #

      „Splitter“ ist eine Schaltstelle für DSL, Moritz, zum Router, also kein körperlicher Kollateralschaden lag vor, sondern ein rein technisches Problem.

  14. niekisch Januar 5, 2013 um 5:08 pm #

    Kann wegen Splitterschaden derzeit nur freischalten.
    Bitte um Verstaendnis und melde mich fruehestens am Montag.
    Euer niekisch

  15. Moritz Haberland Januar 5, 2013 um 11:22 am #

    @ Restfalen : Einhundertneunzig Nationen … Da bin ich ja heilfroh, daß wir hier nur eine(!) sehr anständige vietnamesische Familie haben, die einen „Asia-Imbiß“ betreibt.

    Der Junge geht mit meinem Enkel Paul in die erste Klasse, er weiß, daß er hier Gast ist, er benimmt sich auch so und bereichert seine einheimischen „Unterstufen-Kommilitonen“ tatsächlich. Die Eltern, die vermutlich noch gar nicht geboren waren, als ich 1968 „schon“ Vietnamkriegsgegner war (das war in der DDR so) haben in der Vorweihnachtszeit einen sehr gelungenen „asiatischen Nachmittag“ für die Kinder ausgerichtet.

  16. Moritz Haberland Januar 4, 2013 um 10:39 pm #

    @ Zeitgeist und Niekisch: Na Ihr beide seid ja Helden, Euch merrkt man so unangenehm an (wenn ich das sagen darf), wo und wie Ihr sozialisiert seid. Ich glaube wirklich, daß es nur zwei Menschengruppen gibt, die sich abendfüllende Auseinandersetzungen über derggleichen Themen liefern können, das sind die „Berufsjuden“ und meine altersgleichen Alt – Bundesbürger.

    Der Rest der Weltbevölkerung ist seit gut 65 Jahren zu den Themen übergegangen, die heute relevant sind. Seit dem ….prozeß, ich meine den in Kanada, gibt es keine …… in dieser Hinsicht mehr. ( Textauslassungen an den Pünktchen wegen möglicher Strafbarket, niekisch) Jede poplige Bank beherzigt heute den Grundsatz, Prozesse überall aber nicht in der BRD auszufechten, jeder, der bei Troste ist und sich das leisten kann, meidet die BRD-Justitz.

    PS. Horst Mahler ist aus genau drei Gründen verurteilt worden : erstens, weil er links abtrünnig geworden ist, zweitens, weil er das „schöne“ NPD-Verbotsverfahren „versaut“ hat und drittens, wegen seiner Begrüßung: „Heil Hitler, Herr Friedmann“,

  17. Hallo,, Zeitgeist Januar 4, 2013 um 9:11 pm #

    Versehentlich habe ich den Namen Kautsky (Es geht um Benedikt Kautsky, nicht um Karl Kautsky) in An- und Abführungen gesetzt. Es sei betont: versehentlich!

  18. Hallo,, Zeitgeist Januar 4, 2013 um 8:30 pm #

    Seltsam ist ja auch, was sich auf Wikipedia zur Person von David Irving findet: Er sei bis 1988 von manchen deutschen Medien als zwar unkonventioneller und provokativer, aber ernsthaft forschender und daher diskussionswürdiger Historiker angesehen worden und wurde „etwa durch Vorabdrucke seiner Bücher gefördert.[17] Er galt als findiger Rechercheur, dem es gelinge, ‚die Hohlräume und ungeklärten Fragen aufzuspüren, die manche Fachhistoriker bei der Erforschung der Hitler-Ära zurückgelassen haben […], neue Quellen zu erschließen, bisher unzugängliche Zeugen zum Reden zu bringen, manipulierte Zeugnisse zu korrigieren‘.[1]“ Und weiter: „Er sei ein ‚Meister im Aufspüren bis dahin ungenutzter Quellen“ und Autor, „der den Historikern zumindest neue Anstöße gibt‘.“

    Nun machen manche Autoren in ihrer professionellen vita gelegentlich Entwicklungen durch, die deutliche Wegmarkenveränderungen ihres Denkens beinhalten, und ihre gesellschaftliche Rezeption kann sich durch Verschiebungen im Zeitgeist nachhaltig wandeln. Sehr oft haben solche persönlichen Bruchstellen wie auch die Brüche in der Außenwahrnehmung mit der Reibung an äußeren Interessen- und Machteinflüssen zu tun. Auch das, was über Irving geschrieben wurde und heute wird, kann einen nachdenklich machen. Ebenso wie ein Spiegel-Artikel (ich meine mich zu erinnern aus den 1960ern), in dem der prominente jüdische Interviewpartner „Kautsky“ zu Darstellungen von Konzentrationslagern kam, die vom heutigen Bild erheblich abweichen.

    Der springende Punkt ist jedoch, dass ich die weitestgehende Entrechtung der Juden als solche mehr als problematisch – einfach eine geschichtliche Katastrophe – finde. Du hast mir ja auch mal von einem Zeitzeugen (Tankstellenbesitzer o. ä.) berichtet, der oder dessen Kinder sich sogar für den Nationalsozialismus erwärmte(n). Von dieser Seite sei aber gleichzeitig die grundsätzlich Entrechtung der Juden – unabhängig von der Holocaust-Debatte – kritisch angesprochen worden. Und ich erwähne auch: Auf einer Internetseite, auf der sich viele Apologeten der NS-Zeit äußern, wurde sogar mal ein Zeitungsausschnitt inhaltlich wiedergegeben, der jeden nur etwas menschlich Denkenden abstoßend berühren würde. Da entrüstete sich der Leitartikler einer zeitnössischen Lokalgazette darüber, dass eine Jüdin an der Seite eines ethnischen Deutschen es wagte, durch den Ort „zu stolzieren“ – dazu noch in einer als „judenfrei“ deklarierten Gegend. Es hieß dann noch dazu, fast wörtlich: „Wir wissen ja, die Juden sind frech.“

    Auf so etwas ist bloß sehr viel schwieriger aufmerksam zu machen, wenn die Apologeten den Trumpf in der Hand haben glauben: Wir leben doch in einem Staatswesen, in dem man die damalige Zeit nicht offen diskutieren darf. Und dann kommt als gedankliche Assoziation hinterher „bla, bla, bla“.. Man dürfe ja auch nicht darüber reden, warum das alles damals so notwendig gewesen sei.

  19. Hallo, Zeitgeist Januar 4, 2013 um 6:01 pm #

    Es gibt die Internet-Plattform „poilitaia.org“, die bestimmt als unverdächtig gelten kann, rechtsextrem oder nationalsozialistisch ausgerichtet zu sein. Vielmehr ist das Profil allgemein globalisierungskritisch geschärft, und selbstverständlich wird vor diesem Hintergrund auch die deutsche Frage gelegentlich in einer Weise thematisiert, wie es so in der Berichterstattung der Massenmedien nicht oder kaum stattfindet.

    Ein interessanter Hinweis fand zu dem kürzlich in der Schweiz stattgefundenen Kongress der Anti-Zensur-Koalition statt, auf der die Juristin Sylvia Stolz (verurteilte Verteidigerin von Ernst Zündel) einen Vortrag hielt, welcher mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht hat. Selten nehme ich mir mal die Zeit, nahezu eine Stunde lang einem Video im Internet zu folgen, in dem eine einzelne Person spricht. Die vielen rechtlichen Zusammenhänge, wie sie sich aus ihrer Sicht darstellen, hat Frau Stolz in ihrem Vortrag aber ausgesprochen lebendig einem Laien wie mir klargemacht (wen das Video interessiert: „politaia.org“, dort den Reiter „Deutschlandfrage“ anklicken und den Beitrag aufrufen: „Sylvia Stolz auf der AZK – UNO unterstützt freie Holocaust-Forschung). Dazu sei persönlich angemerkt: Ich sehe mich nicht in der Lage, inhaltlich dazu Stellung zu nehmen, erwähne jedoch, dass die Worte von Sylvia Stolz mich einfach nachdenklich machen, und freies Denken wird ja hoffentlich erlaubt sein.

    Ich halte es auch nicht für angebracht, hier für eine Änderung der Gesetzeslage zu werben. Ein Gedankengang, der mir zur diesbezüglichen Situation gerade in der BRD einfällt,ist jedoch der folgende: Es hat schon eine eigene Art von Dialektik, dass die Situation, wie sie ist, gerade dazu führt, dass teils militante Nationalsozialisten für ihre Auffassung, die Zeit von ’33 bis ’45 sei die beste aller Welt gewesen, immer mehr Zuspruch erhalten – sogar dann, wenn sie ihre Meinung auf besonders aggressive Weise im Internet verbreiten. Ich meine, gerade das rechtliche Deckeln der Frage führt dazu, dass hier ein für meine Begriffe gefährlicher unkritischer Gärungsprozess stattfindet. Schon deswegen, weil man sich mit solchen Kräften nicht in unbefangener Weise über die betreffende Zeit auseinander setzen kann. Will man einer unkritischen Idealisierung des historischen Nationalsozialismus paroli bieten, muss man ständig im Hinterkopf haben, ob eine differenziernde Argumentation nicht schon strafrechtlich relevant sein und einen selbst damit in Bredouille bringen könnte.

    • niekisch Januar 4, 2013 um 7:28 pm #

      „Ich meine, gerade das rechtliche Deckeln der Frage führt dazu, dass hier ein für meine Begriffe gefährlicher unkritischer Gärungsprozess stattfindet. Schon deswegen, weil man sich mit solchen Kräften nicht in unbefangener Weise über die betreffende Zeit auseinander setzen kann. Will man einer unkritischen Idealisierung des historischen Nationalsozialismus paroli bieten, muss man ständig im Hinterkopf haben, ob eine differenziernde Argumentation nicht schon strafrechtlich relevant sein und einen selbst damit in Bredouille bringen könnte.“

      Und genau deswegen, Hallo Zeitgeist, kommentiere ich weder den Artikel auf Welt – online noch den von mir eingestellten Erlebnisbericht des anderen Häftlings. Nur einen Satz: Ich besitze noch Literatur aus früheren Jahrzehnten, die die Vorgäge um die Verfolgung der Juden deutlich anders schildert als die heutige Literatur. Das gilt auch für die Opferzahlen, die im Extremfall bis zu 27000000 betragen haben sollen. Übrigens wurde bereits dem Kaiserreich im I. Weltkrieg vorgeworfen, 700000 Juden auf dem Balkan vergast zu haben. Wenn ich nur wüßte, wo ich den Beleg dafür in meinen Bücherbergen finde.

      Immer sollten wir uns vor Augen halten, daß das Entrechten der Juden durch den Nationalsozialismus nicht nur den Anfang vom Ende dieser seit annähernd 2000 Jahren hier ansässigen Volksgruppe bedeutete, sondern auch den Anfang vom Ende des Nationalsozialismus sowie voraussichtlich des deutschen Volkes selber. Aus dieser Erkenntnis heraus bekämpfen wir nie und nimmer Menschen, sondern immer nur Ideen.

      Zu Frau Stolz: Sie war mit der Tatsache konfrontiert, daß einer der tragenden Grundsätze der deutschen Strafprozeßordnung, die Mündlichkeit von Beweisanträgen, aufgehoben wurde und wegen der Brisanz der Thematik nur noch schriftlich gestellt werden konnten, damit die Öffentlichkeit kritische Beweisfragen nicht zur Kennnis nehmen kann. Einer der größten Skandale der deutschen Rechtsgeschichte!
      In diesen Zusammenhang fällt auch die aberwitzige Konsequenz der automatischen Strafbarkeit von Rechtsanwälten wegen Volksverhetzung, sobald sie Mandanten verteidigten, die der Leugnung beschuldigt waren.

      Ist es nicht ein wenig seltsam, daß ausgerechnet das Beschäftigen mit dem folgenreichendsten, vor allem moralisch – ethisch bedeutsamsten Komplex der deutschen Geschichte weitreichenden gesetzlichen Beschränkungen unterliegt?

  20. Moritz Haberland Januar 4, 2013 um 2:17 pm #

    So geht das, zur Sache äußere ich mich etwas später,
    Gruß in´s durchmischte „Feindesland“, d.h. nach NRW 🙂 .

    (PS. Ich hab gerade wieder mit dem „Prinzen“ telefoniert.).

    • niekisch Januar 4, 2013 um 7:47 pm #

      Gruß zurück, Moritz, aus dem 190 Nationen – Land NRW. Nordrhein – Restfalen:-)

  21. Moritz Haberland Januar 3, 2013 um 9:34 pm #

    Da hab ich doch glatt einen Schrecken bekommen, als ich die Überschrift las 🙂 .

    • niekisch Januar 4, 2013 um 12:12 pm #

      Ja, das ist mißverständlich, Moritz, ich mache einen Zusatz:-)

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