Fatum Germaniae – aus dem deutschen Schicksalsbuch – 2 –

26 Mai
Germania

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„“Ja – aber dieser Hitler…!““ Über diesen Mann, der ..heute einfach als ein „Verbrecher“ gilt, zu diskutieren halte ich für ebenso zwecklos, wie einen Streit über die historische Größe etwa eines Dschingis Khan, Napoleon, Julius Caesar oder Bismarck. Wir haben immerhin einen Menschen vor uns, der buchstäblich aus dem Nichts heraus, ganz allein und ohne Anregung oder Vorbild, nur durch seinen Willen und seine Phantasie, mit einer glasklaren Logik, wenn auch unerbittlichen Härte ganz Mitteleuropa und die Mentalität seiner Menschen – immerhin an die 250 Millionen – in jeglicher Hinsicht geradezu umzustülpen imstande war. Kein redlicher und vernünftiger Beurteiler wird leugnen können, daß wir – seine Anhänger und Gefolgsleute – einer Persönlichkeit gegenübergestanden haben, wie sie nur selten die Bühne der Weltgeschichte betritt. Zeigt sich nicht die Größe einer politischen Persönlichkeit vor allem in der Begeisterung und in der Opferwilligkeit, die sie zu wecken versteht? Es tut mir leid, es sagen zu müssen: für Herrn Morgenthau jr. habe ich noch niemanden sich begeistern sehen.“

( Dr. Julius Lippert, ehemaliger Oberbürgermeister der Reichshauptstadt Berlin ) – (2) – Beleg siehe unter der Kategorie „Fatum Germaniae – aus dem deutschen Schicksalsbuch – Belege -„

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27 Antworten to “Fatum Germaniae – aus dem deutschen Schicksalsbuch – 2 –”

  1. Hallo, Zeitgeist Mai 29, 2013 um 12:17 pm #

    Vor Jahren stand ein großer Bericht in der National-Zeitung von Gerhard Frey, dass Hitler in einem kleinen handverlesenen Kreis (waren es Industrielle oder Diplomaten – weiß nicht mehr genau?) geäußert hatte, wenn er gewusst hätte, über welche Ressourcen Russland verfügt, insbesondere, was die Panzer-Waffe betrifft, hätte er nie das Unternehmen Barbarossa begonnen. Das muss wohl kurz vor Ende des Krieges gewesen sein, als sich die Niederlage schon abzeichnete.

    Joachim von Ribbentropp hatte als Außenminister dagegen alles getan, um Russland in ein Bündnis mit Deutschland, Italien und Japan zu bekommen. Stalin wollte dafür militärischen Einfluss in Bulgarien und an den Dardanellen. Doch Hitler war dagegen. Ribbentropps geostrategisches Denken ging unter anderem davon aus, dass es Deutschland (bzw. stellvertretend sozusagen Preußen) immer gewissermaßen gut gegangen war, wenn es mit Russland mindestens im Reinen, wenn nicht verbündet gewesen ist.

    Überhaupt gab es in großen Teilen der alten diplomatischen Führungsebenen wie auch des Offizierscorps offenbar sehr viel realistischere Einschätzungen als unter NS-Eliten. So hat Peter Scholl-Latour in seinem Buch „Russland im Zangengriff“, das sich wesentlich auf die heutige geostrategische Situation bezieht, aber auch Geschichte Revue passieren lässt, darauf hingewiesen, dass Joseph Goebbels die ausreichende winterliche Versorgung der Truppen mit Decken und gefüttertem Schuhwerk an der Ostfront verhindert haben soll, mit der Begründung, dies würde demotivierend wirken. Man werde noch vor Wintereinbruch Russland besiegt haben.

    • niekisch Mai 29, 2013 um 1:17 pm #

      „Joseph Goebbels die ausreichende winterliche Versorgung der Truppen mit Decken und gefüttertem Schuhwerk an der Ostfront verhindert haben soll, mit der Begründung, dies würde demotivierend wirken. Man werde noch vor Wintereinbruch Russland besiegt haben.“

      Das mag er wie viele andere Beteiligte auch geglaubt haben, aber auf die Truppenversorgung hatte er keinerlei Einfluß. Ich weiß von Augenzeugen, daß die Lager am Bahnhof in Warschau mit Wintermitteln prall gefüllt waren, aber kein Weitertransport erfolgte. Verrat wie bei so vielem anderen auch?

      Es ist viel zu wenig bekannt, was die USA alles an die Sowjetarmee lieferten. Dazu empfehle ich das Buch von Edward R. Stettinius jun., Welt in Abwehr – Leih – Pacht, List Verlag Leipzig/ München, 1946. Die USA lieferten an die Verbündeten bis 1943 für 12,9 Milliarden Dollar, das ergab alleine 13000 Flugzeuge und 14000 Panzer. Natürlich wurde schon die Anfangsausstattung der Roten Armee unterschätzt.

      Sei es, wie es will: Das Kernproblem lag und liegt darin, daß die Deutschen einfach nicht den Mut haben, sich vom „westlichen“ Denken zu lösen und sich dann konsequenterweise der Nation nähern, die uns schon charakterlich 1000x näher steht als alle Westler zusammen. Mein Namensvetter Ernst Niekisch hat das in prophetischer Weise schon im letzten Jahrhundert erkannt und ganz offen vertreten. Der Westen – vor allem was dahintersteht – versetzt der Deutschen Nation jetzt den Todesstoß!

      • Hallo, Zeitgeist Mai 29, 2013 um 5:24 pm #

        Zitatkorrektur

        Da wollte ich eben einfach nur noch einmal genau nachschauen…

        Tut mir Leid, ich habe Scholl-Latour falsch zitiert – kommt davon, wenn man aus dem Kopf heraus schreibt, ohne vorher noch einmal nachzusehen. Tatsächlich ist es genau anders herum gewesen. Goebbels sei einer der ersten gewesen, der die Gefahren des russischen Winters richtig erkannte. Zwar ließ auch er sich noch am 24. November in einer Notiz von der Illusion eines schnellen Sieges leiten, doch – so Scholl-Latour – „erkannte er relativ früh, daß die deutschen Soldaten mit einer völlig unzureichenden Ausrüstung ins Feld gerückt waren. Schon im August 1941 hatte er eine ‚Wollsammlungsaktion‘ angeregt. Mit diesem Vorschlag war er jedoch beim zuständigen General Jodl auf heftigen Widerspruch gestoßen. Front und Heimat, so lautete das Argument des hohen Militärs, seien überzeugt, der Ostfeldzug werde vor Einbruch des Winters beendet sein, und man solle die Zuversicht nicht durch eine Wollaktion begraben („Russland im Zangengriff – Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam“, S. 64 f.).

        Aber genug andere Indizie:

        Ansonsten gibt es aber etliche Hinweise, dass auf jeden Fall Teile des Offizierscorps vorher und hinterher Situationen realistischer durchschauten als die politische Führung. So versuchte Ludwig Beck, von 1935 – 1938 Generalstabschef, zeitweise sogar vom Nationalsozialismus persönlich angetan, ein gemeinsames Vorgehen der Generalität gegen Hitlers Kriegspläne zu initiieren (damals noch mit Blick auf einen von Hitler beabsichtigten Angriff auf die Tschechoslowakei, den er zu dem Zeitpunkit für verfrüht hielt, auch wenn das Sudetenland seit langem deutsch besiedelt gewesen war). Das „Generalstreffen am 4. August 1938 zeigte, dass alle kommandierenden Generale einen sich ausweitenden Krieg zu diesem Zeitpunkt als Katastrophe ansahen. Bei der Frage, ob ein Angriff auf die Tschechoslowakei unvermeidlich auch zum Konflikt mit den Westmächten führe, widersprachen nur die Generale Busch und von Reichenau“ (Wikipedia). Beck, der 1938 demissionierte, auf Hitlers Wunsch, dies aber nicht an die große Glocke hängte, gehörte später bekanntlich zu den Widerständlern um Stauffenberg, Goerdeler und anderen. Nach Festnahme im Bendlerblock wurde Generalobert Beck schließlich erschossen.

        Warum hörte man nur nicht auf sie?

        Und die National-Zeitung vom 4. September 2009 schreibt hinsichtlich anderer Einschätzungen, die generalsseitig sehr präzise waren: „Nach dem Frankreich-Krieg wurde sogar teilweise demobilisiert und die Rüstungsproduktion der Jahre 1940 bis 1941 war gering. Entgegen dem Rat von Feldmarschall Milch geschah wenig bis nichts für den rechtzeitigen Ausbau der Reichsverteidigung durch eine Jägerwaffe, die den drohenden anglo-amerikanischen Luftterror hätte abwehren können.

        Schließlch ein weiteres – politisches – Beispiel: In der Frankfurter Allgemeinen (Internet-Ausgabe) vom 29. Mai 2013 kommt der Historiker Hans-Ulrich Wehler zum Fernsehfilm über Rommel unter anderem mit folgender Aussage zu Wort:“…er war auch kein Antisemit. Er hat, soweit ich weiß, Hitler sogar einmal vorgeschlagen, einen Juden zum Gauleiter zu machen, um die Kritik aus dem Ausland über den Umgang mit den Juden zu mindern. Hitler soll ihn daraufhin vollkommen perplex angeschaut haben.“

        • Hallo, Zeitgeist Mai 30, 2013 um 10:31 am #

          Hinsichtlich der Beck‘ schen Initiative von 1938 ließe sich natürlich einwenden, ja Chamberlain hat dann im September des Jahres im Münchner Abkommen dem Anschluss des Sudentenlands an das Reich zugestimmt. Richtig, die wenig später erfolgende Besetzung der Tschechei als Protektorat war darin aber nicht vorgesehen. Auch hatten etliche hohe Offiziere, die Dynamik zu einem sich ausweitenden (großen) Krieg erkannt, und der eigentlich nicht deutschfeindliche Chamberlain machte schon recht früh klar, dass man Polen auf jeden Fall unterstützen werde, sollte es dort zu einem Einmarsch Hitlers kommen. Später kam dann ja ohnehin der Hardliner Churchill ans Ruder, und die Situation wurde noch brisanter durch diesen Umstand.

          Im Zusammenhang mit Großbritannien gibt es noch einen Punkt entscheidender Fehlleistung Hitlers im Gegensatz zur Einschätzung durch die Mehrheit der Generalität. Auf Welt.de hat der Mitliärhistoriker karl-Heinz Frieser in einem Interview zu verstehen gegeben, dass Hitler beim „Haltebefehl“ vor Dünkirchen dem Oberkommando der Wehrmacht sozusagen zeigen wollte, wo der Hammer hängt, wer das sagen hat. Die Generäle des OKW waren für einen zügigen weiteren Vorstoß der Panzer und hatten General Rundstedt, der zunächst anders darüber dachte, das Kommando entzogen. Hitler bestand jeoch auf den Halt und hat damit einen Friedensschluss mit den Engländern verhindert, der für Deutschland sicher positiv ausgefallen wäre.

          Das Interview mit Frieser ist meines Erachtens sehr lesenswert:

          http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article116290059/Duenkirchen-Warum-Hitler-seinen-Sieg-verschenkte.html

          • Moritz Haberland Mai 30, 2013 um 11:08 am #

            Zeitgeist, mit solchen Erklärungen füllst Du nun
            mein geschichtliches „Ruinenfeld“, hab Dank.

          • niekisch Mai 30, 2013 um 12:25 pm #

            „Hitler bestand jeoch auf den Halt und hat damit einen Friedensschluss mit den Engländern verhindert“

            Der Halt, Hallo Zeitgeist, hatte m.E. schon seinen Grund: Hitler wollte die Briten durch Totalvernichten ihres Expeditionskorps nicht so demütigen, daß ein Frieden von vorneherein unmöglich wurde.

          • moritzfoerst Mai 30, 2013 um 12:38 pm #

            Das habe ich auch von allen Zeitzeugen so gehört und die waren noch in den 60-ern schweinesauer darüber. Darum glaube ich auch an das, was ich oben beschrieben habe.
            Hätte dieser Kanzler tatsächlich in dieser Sache wie ein Oberbefehlshaber gehandelt, hätten wir heute noch blühende Städte und Dörfer, auch und gerade östlich der Oder und um soviel weniger Leid im Volke, von den Demütigungen danach (bis heute) mal ganz abgesehen.

            Ich traue den Kriegsteilnehmern einfach mehr
            als der heutigen Geschichtsschreibung.

          • niekisch Mai 30, 2013 um 6:27 pm #

            „Ich traue den Kriegsteilnehmern einfach mehr“

            Auch ich, Moritz, insbesondere George Patton, der sich 1945 die Frage stellte, wie die Wehrmacht als bestorganisierte Armee der Welt diesen Krieg verlieren konnte.

            „Hätte dieser Kanzler tatsächlich in dieser Sache wie ein Oberbefehlshaber gehandelt, hätten wir heute noch…“

            Wie sagen wir Hessen: „Hätt dr Hund nit geschisse, hätt er de Has gekricht“ oder so ähnlich, ich kann das hessische Platt nicht mehr so gut. Leider!

            Ich halte die Diskussion hier für nicht sehr ergiebig, weil – wie erwähnt – eine freie Geschichtsforschung zu diesen Themen nach wie vor nicht wirklich möglich ist.

            Seitdem ich das Buch von Juan Maler, General Psychologus“ gelesen habe, bin ich ganz sicher, daß uns wesentliche Tatsachen zur Zeit zwischen 1933 – 1945 und darüber hinaus, vorenthalten werden, so daß wir heute noch nicht zu wissenschaftlich haltbaren Gesamturteilen gelangen können. Deshalb schildere ich in nächster Zeit weiter nur konkrete Einzelereignisse auch aus dieser Zeit unter der Kategorie „Fatum Germaniae – aus dem deutschen Schicksalsbuch“ Jeder Leser mag daraus seine Schlüsse ziehen. Deshalb schließe ich auch die Kommentarspalte wieder.

          • Hallo, Zeitgeist Mai 30, 2013 um 2:17 pm #

            Was einleuchtender wirkt

            @ Niekisch: „Hiter wollte die Briten durch Totalvernichten ihres Expeditionskorps nicht so demütigen, daß ein Frieden von vorneherein unmöglich wurde.“

            Historiker Frieser kommt im oben erwähnten Interview ja zu genau dem umgekehrten Schluss, nämlich, dass Churchill sehr bald hätte abdanken müssen. Wörtlich; „Ohne Hitlers Intervention wäre es zur größten Katastrophe der Geschichte Großbritanniens gekommen. Es hätte fast die gesamte Berufsarmee verloren. Dies hätte wohl auch das Ende der Regierung Churchill bedeutet. Eine neue Regierung aber hätte ein generöses Friedensangebot des anglophilen Hitler kaum zurückweisen können. Wie die Weltgeschichte dann verlaufen wäre, wenn das Deutsche Reich sämtliche Kräfte gegen die Sowjetunion hätte konzentrieren können, ist eine fatale Frage. Doch Hitler degradierte den schon sicheren strategischen Erfolg zu einem rein operativen.“

            Ich finde diese These auf jeden Fall sehr plausibel, deutlich plausibler als – entschuldige bittte, Niekisch – die „Kuschelthese“ des Nicht-Demütigenwollens.

            Wenn man einmal weiter zurück schaut

            Sicher war Hitler kein Vollidiot, denn als solcher hätte er es nicht so weit bringen können. Bei der ganzen Totalität und Gigantomanie des historischen Nationalsozialismus spielen womöglich eben auch ganz bestimmte biografische Einflüsse eine Rolle. Zum Beispiel dass der kleine Adolf von seinem überstrengen Vater – wie ich bei Autor Michael Hesemann einmal gelesen habe – oft windelweich geprügelt wurde. Hesemann ist zwar jemand, gegenüber dessen politischer Weltsicht ich einige Vorbehalte habe. Aber, die erwähnten Kindheitsepisoden aus Hitlers Jugend scheinen mir glaubhaft, zumal sie auch aus anderen Primärquellen stammen dürften.

            Also könnte bei dem späteren Politiker der Faktor seelischer Überkompensation in Bezug auf frühe Frustrationen, von einem nicht zu unterschätzenden Einfluss gewesen sein. Man beachte, dass diese sich ja auch bei ihm als junger Mann (ein durchaus talentierter, aber zurückgewiesener Künstler) noch fortgesetzt hatten. Auf diese Weise scheint mir das Machtstreben bis zu dem nach Hitlers Vorstellungen durchorganisierten Führerstaat ein ganzes Stück weit verstehbar und erklärbar.

          • niekisch Mai 30, 2013 um 5:57 pm #

            “Ohne Hitlers Intervention wäre es zur größten Katastrophe der Geschichte Großbritanniens gekommen. Es hätte fast die gesamte Berufsarmee verloren.“

            Das, lieber Hallo Zeitgeist, war schon im Ersten Weltkrieg 23 Jahre zuvor kein durchschlagendes Argument: „Wenn auch die britische Offensive bei Arras ( April und Mai 1917 ) Gewinne erzielte, sie konnten den Verlust von 159000 Mann in nur 39 Tagen nicht ausgleichen…Der Angriff bei Messines im folgenden Monat kostete die Briten 25000 Tote, Verletzte und Gefangene. ( an einem Tag!, niekisch ) Lloyd George urteilte danach: „Haig ist es völlig gleichgültig, wieviele Soldaten er verliert, er verschwendet einfach das Leben dieser Jungs““ ( Niall Ferguson, schottischer Historiker in „Der falsche Krieg“, DVA 1999, S. 282.

            Das w a r bereits die größte Katastrophe der britischen Militärgeschichte. Dennoch machte Britannien weiter. Immer dabei: Gallipoli – Menschenverheizer Churchill. Dünkirchens bedurfte es nicht mehr, um die Briten zu verschrecken, das hatten sie bereits im WK I. durchgemacht.

            Wäre das brit. Expeditionskorps vor Dünkirchen komplett vernichtet worden – so behaupte ich – wäre die Insel durch die alliierte Luftwaffe beschirmt und dann wie damals im I. WK in Frankreich auch die erschöpfte britische Truppe durch US – Amerikaner und Kolonialtruppen quasi ersetzt worden.

            Ich meinerseits möchte mich nicht zu sehr in diese Fragen vertiefen. Wir haben immer noch zu wenig Aktenkenntnis.

    • Moritz Haberland Mai 29, 2013 um 1:39 pm #

      Zeitgeist, das hast Du sehr gut zusammengefaßt, wenn Du nach wie vor journalistisch tätig bist, solltest Du solche Aufsätze mehrfach publizieren, alle(!) meine Beiträge kannst Du dabei locker verarbeiten, wenn sie Dir oder der Sache dienen.

      Die Geschichte mit den Winterstiefeln habe ich von alten Frontkameraden meines Vaters, meines Onkels und meines Großonkels oft gehört, das Haus meines Opas war zwar kein konspirativer Treffpunkt, doch eine Anlaufstelle für alle Versprengten dieser Generation.
      Meine Oma hat wohl nie zuvor in ihrem Leben soviele Apfelkuchen gebacken und Sahne geschlagen (wir hatten zwei Kühe).

      • Hallo Zeitgeist Mai 29, 2013 um 7:48 pm #

        Hallo, Moritz,

        danke für deine nette Resonanz, auch wenn ich beim Zitat (siehe meine Antwort auf Niekisch) etwas verbaselt habe. Ich würde mich freuen, wenn unser Chef den Button für den Stammtisch wieder zugänglich macht (oder habe ich Tomaten auf den Augen, diesen nicht entdeckt zu haben…?) Jedenfalls möchte ich dir gerne was Persönliches schreiben, zum Beispiel auch zu Gesundheit, was so den sehr interessanten Distkussionsstrang sprengen würde.

        Sei herzlich gegrüßt…!

        • niekisch Mai 30, 2013 um 12:31 pm #

          „Stammtisch“

          Den, Hallo Zeitgeist, habe ich geschlossen, weil die vielen Videos die Kapazität des Blog sprengen. Ich reiße Euch nicht den Kopf ab:-), wenn ein wenig Privates zwischengeschoben wird. Es wird jetzt eh wieder mehr Artikel geben, da verteilt sich das ja. Zu streng möchte ich bei der Bitte, hart an der Sache zu bleiben, auch nicht sein.

          • moritzfoerst Mai 30, 2013 um 12:53 pm #

            Ach Niekisch, nur gedankenschwer und erkenntnisschwanger kann keiner durch die Welt laufen, ich dachte, Du als Rheinländer wüstet das 🙂 .

            Wir haben uns alle eine eigene kleine Illustrierte gebastelt, wir haben uns etwas näher kennengelernt. Ich fand das wirklich sehr gelungen.

            Und denke d´ran, der Mann, der Wagner und die Klassik liebt, war seit dem nie wieder auf Deinem Blog.
            Mein geneigter Vorschlag: Mach einen Stammtisch am Wochenende für nur 48 Stunden auf, da kommt gutes bei heraus, wenn es Speicherprobleme gibt, läßt Du nur die Links stehen.

          • Hallo, Zeitgeist Mai 30, 2013 um 2:28 pm #

            Moin, nochmal Moritz,

            du hattest weiter oben erwähnt, dass du mal gesundheitliche Probleme hattest. Vielleicht ist ein Lesetipp auf jeden Fall ganz allgemein als Thema gesundheitlicher Vorsorge hilfreich. Es geht um das Buch, „Der Healing-Code“ von Alex Loyd (ein zweifach promovierter Mediziner) und Ben Johnson (ebenfalls Arzt), rororo-Verlag. Ich habe das Buch gerade mit Begeisterung zu lesen begonnen, weil es quantenphysikalische Vorstellungen mit Spiritualität und Forschung verbindet. Alex Loyd ist zwar recht bibel-affin, aber man kann bei der Anwendung der von ihm so genannten Heil-Codes (oder „Healing-Codes“) ja seine eigenen Glaubensvorstellungen einsetzen.

            Außerdem habe ich mir Sesamöl für eine Ölziehkur geholt. Du kannst (oder ihr könnt, falls sich noch mehr dafür interessieren) ja mal zu dem Stichwort im Internet nachschauen – sehr interessant!

          • niekisch Mai 30, 2013 um 6:04 pm #

            „Mach einen Stammtisch am Wochenende für nur 48 Stunden auf“

            Da ich derzeit ohne eigenes Zutun in gleich mehrere juristische Problematiken verwickelt bin, kann ich das leider jetzt nicht möglich machen, Moritz, und bitte Dich um Verständnis. Ich schaffe es ja nicht einmal, die Kommentare hier ordentlich zu begleiten. Und neue Artikel wollen ja auch eingestellt sein. Ganz nebenbei: ich bin im „Ruhestand“:-)

  2. Moritz Haberland Mai 29, 2013 um 8:56 am #

    Oswald Spengler

    * 29. Mai 1880 in Blankenburg, Harz
    † 8. Mai 1936 in München, Bayern

    Zitat vom heutigen Geburtstagskind :
    “Die Tugend besiegter Völker ist die Geduld, nicht die Resignation.”

    Darum werde ich bis an´s Ende meiner Tage für eine ungeduldige
    Geduld und gegen diese schlappschwänzige Resignation kämpfen.

    • niekisch Mai 29, 2013 um 11:45 am #

      Herzlichen Glückwunsch, Oswald! Aber was hast Du doch manchmal für einen realitätsfernen Mist von Dir gegeben: “ Der Bauer ist geschichtslos. Das Dorf steht außerhalb der Weltgeschichte, und die ganze Entwicklung vom „trojanischen“ bis zum mithridatischen Kriege und von den Sachsenkaisern bis zum Weltkrieg geht über dieses kleinen Punkte der Landschaft hinweg, sie gelegentlich vernichtend, ihr Blut verbrauchend, aber ohne je ihr Inneres zu berühren.“ ( Oswald Spengler, Gedanken, C.H. Beck, München 1941, S. 91 )

      Der Bauernsohn und Wissenschaftler, auch Historiker, Christoph Steding, der in seinem durch frühen Tod unvollendeten Werk „Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur“ die wohl einzige tiefgegründete Philosophie des Nationalsozialismus geliefert hat, sagt über Spengler: „Auch das Werk Spenglers ist ja Ausdruck jenes Verfalls des Politischen. Dort wurde dieser Verfall nur gleichsam als Forderung des Tages erkannt und in heroischem Nihilismus bejaht…Der Irrtum all dieser Männer ist wie der Huizingas der, daß sie die spezifische Situation ihrer Generation verabsolutierten und von den Erlebnismöglichkeiten her, die im Wesentlichen nur Verfall und buntes Konglomerat, aber keine „klare Linie“ sehen, alle Vergangenheit und Zukunft als ohne aufsteigende Entwicklung, ohne Linie und Ordnung dachten…Es ist der Beweis für die tragische Größe Spenglers, daß er 1933 nicht umlernte, sich nicht gleichschaltete und daß er auch nicht emigrierte. Das ist immer nur Sache des Durchschnittes.“ ( Christoph Steding, Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg, 5. Auflage 1943, S. 632 f. )

      Er hält Spengler auf gut deutsch gesagt für einen Schlauredner ohne entsprechende reale Lebensleistung.

      • Moritz Haberland Mai 29, 2013 um 1:09 pm #

        Der Spengler hat durchaus Stärken, doch auch so einige gravierende Totalfehlleistungen, wie diese hier:

        Zitat: „Der Darwinistische Versuch, die Entstehung höherer Organe als Ergebnis der Zuchtwahl zu erklären, ist albern. Tiere gebrauchen die Körperformen, die einmal da sind.“

        Das würde man heute „Tiepartie – Niewo“ nennen 🙂 .

        Nur ich habe in meinen fast 60 Lebensjahren (im November ist es soweit) gelernt, daß „Nobaddie pörfekt ist“.

        Ich mag alle, die denken und das formulieren können, ich muß längst nicht immer einer Meinung mit ihnen sein.

        Früher war das Gang und Gäbe, da waren wir noch ein Volk.

  3. Hallo, Zeitgesit Mai 27, 2013 um 4:48 pm #

    Die psychologische Hitler-Komponente

    Sicher ist es richtig, dass Hitler den Nerv der Zeit getroffen hatte. Sozusagen gab er dem Zeitgeist, wie er Millionen Menschen in einer bestimmten historischen Epoche entsprach, seine Stimme und seinen persönlichen Gestus. Viel von dem, was im historischen Nationalsozialismus an Aggression vorhanden war (man denke einfach an bestimmte Sprachregelungen), entsprach voll und ganz der Situation Deutschlands und des deutschen Volkes – ein von den Alliierten gebrochener Waffenstillstand und schon damals Formen von Aushungerungspolitik gegenüber unzähligen Deutschen, französische Besetzung des Rheinlands, Übergriffe von polnischer Seite auf die deutschstämmige Bevölkerung im ehemaligen Westpreußen. Man kann es wohl damit vergleichen, dass manches Tier mit Zähnen recht friedlich ist, bis es immer mehr in die Ecke getrieben und drangsaliert wird. Geschieht dies immer öfter, fängt es – beispielsweise ein sogenannter Kampfhund – an bissig zu werde, bzw, auf den Menschen übertragen: Formen von Hass entstehen.

    Fremde Einflüsse im Hintergrund

    Auf der anderen Seite sollte man, denke ich, auch sehen, dass der historische Nationalsozialismus à la Hitler u. U. von Freimaurern und zionistischen Geldgebern eingefädelt wurde. Hinsichtlich amerikanischer Geldgeber hat etwa der britische Historiker Anthony C. Sutton in langjähriger Grundlagenforschung finanzielle Quellen offengelegt, die später in dem Buch „Wallstreet und der Aufstieg Hitlers“ dargelegt wurden. War Hitler käuflich? Man kann viel gegen ihn sagen, aber das sehr wahrscheinlich nicht. Es spricht manches eher dafür, dass er seinen ausländischen Start-Finanziers sehr bald die Zunge herausgestreckt hat.

    Innere Ursache für den verlorenen Krieg

    Doch was war neben manchem, was im Mainstream die Hauptkritik an der Ära ausmacht (ich erspare es mir an dieser Stelle weiter darauf einzugehen), die entscheidende system-immanente Schwäche, die schließlich zur bedingunslosen Kapitulation (der Wehrmacht) führte? Wenn man zum Beispiel an das Buch „Verrat in der Normandie“ des Autors Friedrich Georg denkt und die These in Erwägung zu ziehen bereit ist, hohe Offiziere hätten das Rückschlagen des Gegners sabotiert und ähnliches habe sich auch an der Ostfront abgespielt, dann muss man sich fragen, woher diese – sollte es so gewesen sein – verkappten Widerstände kamen. Besimmt wird es keinesfalls so gewesen sein, dass das preußisch-deutsche Offiziers-Corps besonders amerikafreundlich an der Westfront gewesen wäre. Vielmehr dürfte es die totale Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Kräfte und Institutionen im historischen Nationalsozialismus gewesen sein, das rigorose Ausschalten missliebiger Personen, das etlichen Offizieren allemählich unheimlich wurde. Man denke auch an die Ermordung General v. Schleichers des letzten Reichskanzlers vor Hitler in einer Nacht- und Nebelaktion, bei der sogar SA-Chef Röhm als NS-Größe umgebracht worden war. Oder man denke an die Marginalisierung des Einflusses nationalkonservativer Kräfte, wie diese sich etwa am Beispiel Franz von Papens, der bekanntlich eine Art Steigbügelhalter für Hitler gewesen war, feststellen lässt. In der Summe führte der Rigorismus auch im Umgang mit national-konservativen Kräften, bzw. mit Abweichlerns selbst im Nationalsozialismus mindestens zu einer unbewussten Oppositionshaltung. Dies dürfte eine bislang unentdeckte entscheidende Nahtstelle für den verlorenen Zweiten Weltkrieg sein, und sie wirft auch ein Schlaglicht auf vieles, was heute zu Hitler selbst diskutiert wird.

    • niekisch Mai 27, 2013 um 7:39 pm #

      „der historische Nationalsozialismus à la Hitler u. U. von Freimaurern und zionistischen Geldgebern eingefädelt wurde.“

      Darf ich mir erlauben, Hallo Zeitgeist, eher von einem „Begleiten“ des NS durch diese Kräfte zu sprechen. Sie hofften, Hitlers in den 20iger Jahren noch vorhandenen Revanchismus Frankreich gegenüber als Zünder für die Fortsetzung des ersten großen Krieges 1914 – 1918 in einem weiteren Weltkrieg zu benutzen, um Deutschland endgültig auszuschalten. Sicher wußte Hitler um diese Absicht.

      Auch die heutige NS – Karrikatur „NSU“ wurde sicher „behördlich begleitet“, um das Böse „rechter“ Bestrebungen immer wieder anprangern zu können.

    • moritzfoerstMoritz Haberland Mai 27, 2013 um 9:49 pm #

      Ich bin ja anerkanntermaßen eher ein schlichtes Gemüt und darum habe ich in der Frage des letzten großen Aufbäumens des Deutschen Volkes bzw. dessen unrühmlichen Endes eine recht einfache Erklärung.

      Der entscheidende Fehler der Reichsregierung war der Rußlandfeldzug, den interessierte Kreise mit Hilfe der beiden Englandanbeter Hess und Göhring und dem verbreiteten Antikommunismus vom Zaune brachen.

      PS. Und nun bitte nicht wieder die Geschichte vom „Präventivangriff“, klar haben die Russen Truppen an ihre Westgrenze geführt, das macht jedes Land, wenn im Nachbarland Krieg herrscht.
      SIE wollten Deutsche auf Russen hetzen, denn seit Leipzig und spätestens seit Rapallo kannten sie die Gefahr.

      • niekisch Mai 28, 2013 um 2:53 pm #

        „der Rußlandfeldzug“

        ..sollte, Moritz, aus der Sicht Hitlers die Briten davon überzeugen, daß Deutschland nach dessen glücklichem Ausgang als Kontinentalmacht unanfechtbar ist. Dies ist auch fast gelungen. Wie so oft in der unglücklichen deutschen Geschichte nur „fast“, so daß anschließend immer die Niederlage kommt und jede ist totaler als die vorhergehende. In welchen „Fastsieg“ werden wir demnächst wieder geführt?

        • Moritz Haberland Mai 28, 2013 um 5:57 pm #

          Na, ich in keinen, ich habe die mehr oder weniger blumige Prognose meiner (3) Ärzte von zweijähriger Lebenserwartung (2009) um zwei Jahre überlebt und lege mich irgendwan ganz friedlich in meine Kiste.

          Sollte ich da unten wieder erwachen, war es auch
          nur „fast“, doch das will ich mal jetzt nicht hoffen 😦 .

          • niekisch Mai 28, 2013 um 6:47 pm #

            Das bringt mich jetzt dazu, Moritz, noch etwas gefühlvoller mit Dir umzugehen.

      • Moritz Haberland Mai 29, 2013 um 1:56 pm #

        Nur kurz zu der verunglückten Namensgebung:
        „moritzfoerst“ heißt meine Eule und, wenn ich
        das nicht wegdrücke, sieht es so wie oben aus.

        • niekisch Mai 29, 2013 um 6:58 pm #

          Alles sehr interessant, Hallo Zeitgeist, allerdings werden wir erst dann zu wirklich sicheren Ergebnissen kommen, wenn die 1700 Güterwaggons mit Dokumenten, die die Alliierten nach Kriegsende abtransportiert haben, vollständig gesichtet und verarbeitet sind.

          Vor ein paar Tagen erfuhr ich durch einen mir bekannten Historiker, daß selbst die britischen Dokumente zum Ausbruch des 1. Weltkrieges immer noch nicht vollständig freigegeben sind.

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