Der Zerfall der Lage… I.

9 Dez

Götz Kubitschek

So überschreibt Götz Kubitschek in der „Sezession“ Nr. 57- Dez. 2013- das Editorial.

„Der Zerfall der Lage beginnt, wenn die Auflösung aller Dinge (m.W. eine Formulierung von Dr. Hans Dietrich Sander, niekisch, s. sein Buch: Die Auflösung aller Dinge, Castel Del Monte, München, o.J.) augenscheinlich geworden ist und es keine beschreibbaren Haltepunkte für eine Analyse der Situation mehr gibt; wenn die Tatsache das eine und das Triumphieren das andere ist (eine Machtfülle nämlich, die sich um die Fakten einen Dreck schert); wenn der gesunde Menschenverstand keine Rolle mehr spielt und man – um es mit einem Wort zu sagen – hilflos danebensteht.“

Götz Kubitschek macht den Zerfall der Lage an Geschehnissen um die Feierlichkeiten zur 100. Wiederkehr der sog. Meißner – Fahrt fest, wo seine und die Anwesenheit von Dieter Stein denunziatorisch – antifaschistisch zu repressiven Maßnahmen führte. Er konstatiert bei den Opfern der Repression Ohnmacht und meint, es bleibe die Sezession, wobei er die Publikation meint.

Diskutieren wir, ob es auch etwas mehr sein kann.

Vorab schon einmal meine Sicht: Von „Zerfall der Lage“ sollten wir nicht sprechen. Nennen wir die derzeitige Lage demgegenüber die „Lage des Zerfalls“, der Auflösung aller Dinge. Der Begriff „Lage“ beschreibt doch einen Zustand, zusammengesetzt aus den verschiedensten Gegebenheiten, die Zerfall darstellen können. Die Dinge, nämlich Begriffe, Werte, Entscheidungen sind die Mosaiksteine, die sich zum Bild der Lage zusammenfügen. Diese Mosaiksteine  werden durch die Auflöser aller Dinge paralysiert, somit aufgelöst, so daß sich die Lage als eine solche des Zerfalls darstellt.

In der Lage des Zerfalls muß die Auflösung aller Dinge  n i c h t   augenscheinlich geworden sein. Es genügt, daß sie objektiv gegeben ist. Der Begriff „Augenscheinlichkeit“ führt ins Subjektive. In der Sphäre des letzteren erschwert sich die Analyse, sind beschreibbare Haltepunkte für die Lageanalyse noch schwerer zu finden als im Bereich des Objektiven. Wir sollten im Bereich des Objektiven bleiben, um „hilfloses Danebenstehen“ zu vermeiden, garnicht erst aufkommen zu lassen.

Und nun wage ich, die Lage ganz konkret und in den Kernpunkten zu beschreiben: Was an für uns alle Wesentlichem verfällt der Auflösung?

1. die persönliche und die staatliche  Souveränität

2. die private und die überpersönliche  Identität

3. die persönliche und die überindividuelle  Sozialität

Müssen wir hilflos danebenstehen?

E i n Beispiel für die Lage, in der wir alle leben:

http://www.derwesten.de/region/sauer-und-siegerland/linksautonome-stuermen-hoersaal-aimp-id8733577.html

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/antifa-gibt-professor-schuld-an-gewalt-video-zeigt-randale-id8732133.html

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/jura-professor-gibt-erklaerung-in-der-vorlesung-ab-id8754741.html

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/ruhr-uni-plant-nach-tumult-um-neonazi-kampagne-gegen-rechts-id8754217.html

Dieses Beispiel habe ich gewählt, um unser aller Leben im kollektiven Zustand der Auflösung aller Werte zu belegen. S o  sieht ein Land aus, das nur noch als kollektive Psychiatrie bezeichnet werden kann. Normal ist an dem Vorgang nur der Versuch des Professors und einiger weniger Studenten, die Antifanten aus dem Hörsaal zu drängen.

Zum Nachweis dafür, daß wir Deutsche heute als „Freigänger einer kollektiven Psychiatrie“ leben, hier noch ein Blick auf den Streit um das Münchener „Trümmerfrauendenkmal“: http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/muenchen-streit-truemmerfrauen-100.html

Als Lektüre für die Debatte empfehle ich:

1.   http://www.sezession.de/41191/metapolitische-unterweisung-i.html/2

2. Druckausgabe der Sezession Nr. 55, S. 10-16

3. Druckausgabe der Sezession Nr. 56/ 2013 S. 1-3 und 42-44.

4. Druckausgabe der Sezession Nr. 57, S. 38-41.

Auf die Texte von Götz Kubitschek, Armin Mohler, Manfred Kleine – Hartlage sowie Karlheinz Weißmann komme ich hier nach und nach zurück. Sie sollen uns helfen, mit dem Beantworten der Frage weiterzukommen, was angesichts der Lage wie getan werden kann.

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12 Antworten to “Der Zerfall der Lage… I.”

  1. Moritz Haberland Dezember 15, 2013 um 4:19 pm #

    Na, bravo … bester Niekisch, Du scheinst Deine privaten Probleme gelöst zu haben !

    Unser gemeinsamer Freund, der „monarchistische Zeitgeist“, der mir seit einiger Zeit so recht an´s Herz gewachsen ist, rief mich neulich an und, er sagte mir, daß Du wieder aktiv bist.

    Vielleicht setzen wir unseren Trialog fort, mehr werden wir wohl in absehbarer Zeit nicht hinkriegen, schade eigentlich.

    Du hättest locker der „Guru“ der National-Konservativen Gedankenwelt (und Szene) sein können, selbst der junge „Prinz Eugen“ stellt das in unseren regelmäßigen Telefonaten häufig fest.

    Beste Grüße von M.H. + O.

    • niekisch Dezember 15, 2013 um 8:16 pm #

      Seid gegrüßt, bester Moritz, und mein Prinzlein,

      Private Probleme hatte ich nicht, sondern die Probleme hat meine KK mit mir:-)

      Trialog? Herman Ortel ist auch wieder da..

      „Guru“ will ich nicht sein, mir reicht es, wenn ich die Pflicht gegenüber Kindern und Enkeln ansatzweise erfülle.

      Deinem Wunsch folgend gibt es auch wieder einen Stammtisch, wie Du feststellen kannst. Diese Woche ausnahmsweise v o r 19:00 Uhr. Da kann dann alles außer dem konkret gerade diskutierten Thema eingebracht werden,Videos bitte nur als link.

      Es kann sein, daß ich auf Metapolitika immer wieder kurz pausieren muß, wenn ich in den diversen Gerichtsverfahren Schriftsätze fertigen muß.

      Worum ich Dich und die anderen Teilnehmer und Freunde herzlich bitte: Bei den Diskussionsthemenn immer hart an der Sache schreiben, damit wir uns keinesfalls verzetteln. Andernfalls lösche ich ohne Vorankündigung.

      Euch noch einen schönen Sonntagabend!

      Beste Grüße!

      niekisch

      • Moritz Haberland Dezember 15, 2013 um 8:36 pm #

        „Bei den Diskussionsthemen immer hart an der Sache
        schreiben, damit wir uns keinesfalls verzetteln. Andernfalls
        lösche ich ohne Vorankündigung.“

        So wird Deine Netzseite immer schön „klien“
        bleiben, ich wünsche Dir dauerhaft gutes
        Gelingen. Beste Grüße von „Prinz Eugen“.

      • Moritz Haberland Dezember 16, 2013 um 4:27 am #

        Ach bester Niekisch, sei mir bitte nicht gram und lege nicht alles auf eine Goldwaage, ob Trialog oder Quartalog, nimm doch die wesentlichen Dinge zur Kenntnis … z.B. der „monaristische Zeitgeist“ ist ein echter Freund und alle, die es mit Dir und Deiner Seite gut meinen sind es ebenfalls.

        Ich gehe jetzt zu meinem Nachbarn rüber und werde seine Kühe melken, ich fürchte, er macht es nicht mehr lange, seine Frau findet alles Scheiße, was mit landwirtschaftlichen Nutztieren zusammenhängt, ich fürchte, die Kühe habe ich alsbald an der Backe, auch wenn ich dafür keinen Pfennig bezahlen muß, ich wollte mir nunmal keine Kühe mehr einstallen.

        Und doch bleibt man Mensch. So ist man eben als „Nazi“ / Nachbar.

        • niekisch Dezember 16, 2013 um 7:37 pm #

          Bester Moritz, da hast Du noch mal Glück gehabt: Wohlwollend sortiere ich das Melken der Kühe, das Scheißefinden, die Frage des Einstallens der landwirtschaftlichen Nutztiere gerade noch eben unter Nr. 2 der Weißmann-Thesen ein, nämlich als Rückzug ins Private statt des radikalen Beschleunigens der eigenen politischen Ansichten und des Handelns. Das Letztere wollen wir fairerweise auch garnicht von Dir verlangen.

          Dennoch bitte ich Dich herzlich, Kuhepisoden und Ähnliches in den Stammtisch zu verschieben, damit wir uns hier dem eigentlichen Thema widmen können.

          • moritzfoerstitz Haberland Dezember 16, 2013 um 9:44 pm #

            Ist i.O. „Mails“ erhalten, Kritik verstanden, bäuerliches Leben ist NIE NUR Privatleben, es ist Werden und
            Vergehen, so aktuell und poetisch wie keine Philosophie.

          • Moritz Haberland Dezember 16, 2013 um 9:45 pm #

            OhOh…

          • niekisch Dezember 17, 2013 um 10:48 am #

            Gerne im „Stammtisch, bester Moritz. Da meine Vorfahren z.T. Landmänner waren, bringe ich Verständnis für das Bauerntum auf, halte es sogar für den wichtigsten Berufsstand. Nur stellst Du das Vieh auch nicht in die Wohnstube, sondern in den Stall oder nach draußen. Genauso gehört eine konkrete metaplitische Debatte nicht in den Stammtisch, sondern in die Kommentarspalte.

            Mehr möchte ich doch garnicht erreichen. Sind wir uns einig?

  2. Hallo, Zeitgeist Dezember 11, 2013 um 1:03 am #

    Hallo, zusammen,

    in diesem Video berichtet ein russischer Oberst über die Wirkungen der Bombardements von Hamburg, Dresden und anderen Städten auf das deutsche Kollektivbewusstsein:

    http://z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.de/2013/12/liegt-der-grund-fur-die-us-kriegshetzte.html

    Zum „Wieso“ und „Warum“ der Denke hierzulande wird einiges zusätzlich klar, was im Grunde von der Logik und der kollektiven Erinnerung mindestens unbewusst schon auf der Hand liegt. Der russische Offizier spricht es in dem Interview (russisch mit deutschen Untertiteln) aus. Der entscheidende Abschnitt kommt im letzten Abschnitt des Videos (den Link dazu auf Terra Germania entdeckt, wo ich ab und zu mal rein lese).

    Grüße

    • niekisch Dezember 11, 2013 um 1:20 pm #

      Sei gegrüßt, Hallo Zeitgeist!

      Dein link und Text passen genau in die Punkte 1.-3. Zu der Frage kollektiver Traumata haben uns hier ja bereits beschäftigt. Ebenso mit einfachen, durchschlagenden Aussagen einer metapolitischen Opposition, der “Vermarktung” sowie einem Verhaltenskodex (VoxPopuli). Anhand der Identitären Bewegung sowie der AfD zeigt sich aktuell, daß die programmatische Ausrichtung, die Abgrenzungen, das Verhalten, die Stoßrichtung sich bemühender Kräfte kaum in positive Richtung gegangen sind, so daß hier erneut ein Vorstoß erfolgen soll.

      Diskutieren wir hier also, was angesichts der Lage wie getan werden kann.

      Der Protest gegen die Totalüberwachung http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Affaere-Hunderte-Schriftsteller-protestieren-gegen-Ueberwachung-2063305.html als Ausgangspunkt einer neuen “Friedensbewegung”, die sich unter die Prämissen Souveränität-Identität-Sozialität subsumieren läßt und u n s eine Plattform gibt, aus der wir nicht wieder ausgegrenzt werden können?

    • Hallo, Zeitgeist Dezember 11, 2013 um 7:14 pm #

      Ich möchte noch ein wenig bei Russland bleiben. Denn für meine Begriffe gibt es nicht nur ein nationales Kollektivbewusstsein, sondern ebenso eines Europas, der Menschheit usw. – mit jeweils entsprechenden morphogenetischen Feldern. Und in der Hinsicht sollten wir wieder vor Caprivi zurück, der Bismarcks Rückversicherungsvertrag mit Russland in der alten Form nicht verlängerte (wenn auch rationale strategische Überlegungen zu jener Zeit aus der Gesamtlage heraus Caprivis Politik nicht ganz abwegig erscheinen lassen mochten).

      Und zu heute: Positiv finde ich, wenn ich auch von der AfD hinsischtlich einiger innen- und gesellschaftspolitischer Entscheidungen enttäuscht bin, dass eine Rückkehr zur Bismarck‘ schen Russlandpolitik zurück zu kehren, unterstützt werden soll. Es mag im übrigen auch für eine gewisse Bewegung im Kollektiven sprechen, wenn im großkoalitionären Vertrag eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland vereinbart wurde. Grandios – als ein zeitgeistiges Signal – finde ich im übrigen einiges, was Altbundeskanzler Schmidt gerade in Moskau gesagt hatte, als er bei Putin gewesen ist. „Einiges“ sei betont, denn Schmidts Lobeshymne auf den Ultra-Kriegstreiber Churchill kann man einfach nicht nachvollziehen. Wenn ich in der Hinsicht milde sein wollte, dann müsste ich es Schmidts geschichtlicher und politischer Sozialisation zuschreiben. Seine Denke ist da eben von noch bestehenden, vielen regelrecht eingeimpften Glaubenssätzen vorgeprägt. Doch das, was von Schmidt sonst gesagt wurde, ist offenbar ein positiver Knaller.

      http://www.welt.de/politik/ausland/article122823186/Alt-Kanzler-Schmidt-wettert-bei-Putin-gegen-Europa.html

      • niekisch Dezember 12, 2013 um 3:04 pm #

        Zur Lage der Auflösung aller Dinge gehört, Hallo Zeitgeist, auch die Verlagerung der Machtzentren in den Osten. Wenn wir Rußland, China, Indien nicht entsprechend „würdigen“, dann könnte uns das teuer zu stehen kommen. Es kann sehr schnell eine Situation enstehen, die der vor 1914 zumindest ähnelt. Christopher Clark weist in seinen „Schlafwandlern“ mehrfach darauf hin. Er verwendet auch das Argument von Bismarcks Bündnispolitik, die friedensbewahrend wirkte, bis dann die Einbindung Rußlands von deutscher Seite vernachlässigt wurde. Die Fernwirkung ist bekannt.

        Alles sehr interessant, aber inwiefern für unser konkretes Thema bedeutsam? Vielleicht insofern, als an Politikern wie Helmut Schmidt die doppelte Loyalität erkennbar wird: Zu Amtszeiten im Dienste der „Weltverbrüderung“, danach das Durchschimmern nicht PC – konformer Ansichten. Ein Hinweis darauf, daß selbst höchste Politiker ihre Privatmeinung besitzen, daß Volkes Stimme nur deswegen ungehört verhallt, weil sie nicht durchdringen darf.

        Hat Alexander Gauland in der AfD das Problem der Rückversicherung zu Rußland in die Debatte gebracht, so ist aus der AfD – Spitze in den letzten Tagen mainstream – konform ein Verteidigen der Annäherung der Ukraine an die EU zu vernehmen. Ebenso konfus die Ansichten der AfD zu Europa an sich, Widersprüchliches über Widersprüchliches.

        Super – Imperialist Churchill riß schon im I. Weltkrieg mit einem Expeditionskorps von Indien aus die Ölfelder von Basra völkerrechtswidrig für Britannien an sich, ohne mit der Wimper zu zucken..

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