Archiv | Januar, 2014

Sag mir, wo die Bilder sind – wo sind sie geblieben?…

31 Jan

„Die neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will ein Zentrum für die Suche nach NS – Raubkunst schaffen. Die Bundesmittel dafür sollten verdoppelt werden, so Grütters. Bisher gab man für die Raubkunst – Suche 14,5 Millionen Euro aus.“ (WAZ 30.1.2014)

Raub ist Wegnahme unter Anwenden von Gewalt. Ob auch das geprüft wird? Wieviele Werke werden das sein?

Ob das Suchzentrum auch nach den Hunderttausenden Werken sucht, die Deutschen, darunter auch vielen Nationalsozialisten aus deren Häusern und Wohnungen, aus Museen und Galerien, nach Kriegsende teils gewaltsam weggenommen wurden und die nie mehr aufgetaucht sind?

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30. Januar 1933 – Adolf Hitlers Regierungsantritt.

30 Jan

R ü c k b l e n d e:

30. Januar 1933:

Abbildung verboten...

Abbildung verboten…

Adolf Hitler wird nach den Gesetzen der Weimarer Republik Reichskanzler. Diese wurde nie aufgelöst und besteht staatsrechtlich bis heute fort. Hitler hat keinen neuen Staat und kein neues Reich gegründet, sondern das bestehende Reich in autoritärem Stil weitergeführt. Der Parlamentarismus hatte versagt, was aber auch in vielen anderen Staaten der Fall war. Pilsudski regierte Polen als Diktator, Mussolini in Italien, Dollfuß in Österreich. Diktatoren herrschen in Rumänien, Ungarn, Finnland oder kommen in Spanien, Portugal, Argentinien zur Macht, selbst in Frankreich wird mit Ermächtigungsgesetzen regiert, von den vielen kleinen Diktatoren rund um die Welt abgesehen. Hitlers Weg zur Macht war in der damaligen Zeit ganz und gar nichts Besonderes. Der Abscheu gegen den Parlamentarismus bestand in weiten Teilen der Welt. Es ist albern, Hitler nach heutigen Maßstäben zu beurteilen und aufgrund dieser zu verurteilen. Die NSDAP war seit einem Jahr die stärkste Partei, die es je in der Weimarer Republik gegeben hat. Sie mußte den Kanzler stellen. Hitler bezeichnete sein Kabinett als Regierung des “nationalen Zusammenschlusses”. Ihm gehörten nur zwei ( ! ) Mitglieder seiner Partei an. Ein Großteil der Deutschen  stand  Hitlers Regierungsübernahme  mit Zuversicht und bald auch mit Begeisterung gegenüber.

Zur Gesamtbeurteilung des “Dritten Reiches” empfehle ich Dr. Hans – Dietrich Sanders  “X Thesen zum Dritten Reich”  in seinem Buch “Die Auflösung aller Dinge”, Castel del Monte, München o.Jahr, S. 161 ff. zu lesen. Dort werden Positives und Negatives in m.E. überzeugender Form gegeneinander abgewogen.

Sag mir…

29 Jan

Sag mir, wo unsre Kinder sind

Wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo unsre Kinder sind

Sind unsre Augen für sie blind?

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?

Sag mir, wo unsre Frauen sind

Wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo unsre Frauen sind

Verdrängten Burkas sie geschwind?

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?

Sag mir, wo unsre Männer sind

wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo unsre Männer sind

Ob ihr Blut am Kampfplatz

des Rassenbürgerkrieges rinnt?

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?

(Nach Pete Seeger 1919 – 2014)

Das Tor ging auf – Auschwitz 1945…

27 Jan

Ich nehme mich dieses Themas an, weil heute, am 27. Januar 2014, wieder der sog. Holocaust – Gedenktag begangen wird. Zu dem in einem Welt – Artikel erwähnten „Todesmarsch“, der mit dem Abmarsch der Häftlinge aus dem Lager begann, habe ich schon einmal einen Artikel im Vorgängerblog http://www.Metapolitika.wordpress.com eingestellt, den ich auch jetzt noch für interessant halte. Dabei stellt sich die Frage, ob von einer “Befreiung” überhaupt gesprochen werden kann angesichts der Tatsache, daß das Lager am 27. Januar 1945 bereits weitgehend aufgelöst war . Diesbezüglich zitiere ich einen Erlebensbericht des Lagerinsassen Bernard Klieger:

Das Tor ging auf..

“Eines Tages, 13. Januar 1945, war es so weit. Die russische Offensive hatte begonnen. Auf der gesamten Ostfront, von Kurland bis zu den Beskiden. Aus ihren Brückenköpfen bei Baranow südlich Warschau stießen die Russen vor. Fiebernd verfolgten wir die Meldungen, wissend, daß unser eigenes Schicksal nunmehr eng verbunden war mit den Kriegsereignissen. Das, was wir in den Zeitungen zu lesen bekamen, erfüllte uns mit freudiger Genugtuung, obwohl uns das Herz bang dabei klopfte. Wir erfuhren, daß die Russen durchgebrochen waren, daß sie sich Czenstochau näherten, daß sie vor Krakau stünden, und auch in den Westbeskiden, also südlich von uns, vorstießen. Auschwitz war nun von drei Seiten aus bedroht..Die Stunde von Auschwitz hatte geschlagen, aber auch unsere eigene. Jetzt mußte die Entscheidung über unser Schicksal fallen. Äußerlich war im Lager selbst nichts zu merken. Die Kommandos rückten beim Klange der Marschmusik wie gewöhnlich aus und ein. Appell fand allabendlich statt, und die SS tat, als ob nichts geschehen sei. Aber es ging ein Raunen und Flüstern durch das ganze Lager, und es schien uns, als ob selbst die Balken knisterten. Wie Schlafwandler gingen wir umher, mit halber Seele waren wir bereits im Jenseits. Dann fiel die Entscheidung – nicht unerwartet und doch plötzlich…Um 4 Uhr wurden wir alle geweckt , und man sagte uns, daß wir uns für den Abmarsch aus dem Lager bereithalten müßten. Die Würfel waren gefallen. Wir wurden also nicht umgelegt, sollten das Lager verlassen….Wir rüsteten fieberhaft für die Reise. Schlafdecken wurden zerrissen und Rucksäcke daraus angefertigt. Jeder suchte seinen persönlichen Kram zusammen, um ihn mitzunehmen. Decken wurden zusammengerollt und so geknotet, daß man sie um den Hals tragen konnte…Gegen 7 Uhr wurden die fünfzehnhundert Häftlinge gerufen, die auf der angefertigten Liste standen. Jeder von ihnen bekam so viel Wäsche, als er nur wollte. Neue Anzüge, Pullover, Mäntel gab man ihnen…Gegen 10 Uhr marschierten die fünfzehnhundert ab. Nachmittag gegen 2 Uhr mußten die anderen antreten. Zurück blieben nur noch die Blockältesten, Blockschreiber und verschiedene andere Personen, die man im Lager noch notwendig hatte. Auch an uns verteilte man neue Kleidungsstücke, und in der Kantine konnten wir soviel Zigaretten kaufen, als wir Prämienscheine hatten. Die Magazine von Auschwitz wurden geleert. Man gab die Sachen lieber uns, als daß man sie den Russen überließ. Außerdem sollten wir sie ja garnicht behalten, wir waren eigentlich nur Gepäckträger. In dem Lager, in das wir kommen sollten – man sprach von Groß – Rosen bei Liegnitz – würde man uns bestimmt wieder alles abnehmen. Man gab uns Seife, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, gute, 72 %ige Kernseife, und wir stopften uns die Taschen damit voll. Streichhölzer wurden ausgeteilt, neue Schuhe, Pullover in feinsten Qualitäten. All das, was in Deutschland und sonstwo zu den größten Raritäten gehörte, war in den Magazinen von Auschwitz in Hülle und Fülle aufgestapelt. Die Blöcke 22 und 23 waren seit einigen Wochen von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Man hatte in ihnen Frauen aus Birkenau untergebracht, die man durch einen Zaun von uns isolierte. In den dadurch entstandenen geräumigen Höfen wurden wir nun zusammengepfercht. Die Frauen waren schon am Vormittag abtransportiert worden. Abends um 6 ließ man uns heraus. ..Gegen 10000 Menschen standen da, einer hinter dem anderen. Der Sinn dieser Anordnung wurde uns bald klar: Es wurde die Marschverpflegung ausgeteilt. Erst marschierten wir durch das Brotmagazin, und dann, nachdem jeder zwei ganze Brote erhalten hatte, kamen wir ans Tor, wo mit Kisten beladene Wagen standen, und empfingen dort eine Kilobüchse mit Fleischkonserven und einen Würfel Margarine. Dann schritten wir durch das Tor und wurden bei dieser Gelegenheit abgezählt: Vor dem Tor stellten wir uns in Marschkolonnen – in Fünferreihen – auf. Der Moment war gekommen, auf den wir so lange gewartet: wir verließen das Tor von Ausschwitz, um nie wieder zurückzukehren.”

(Bernard Klieger, Der Weg, den wir gingen, Reportage einer höllischen Reise, mit 10 Zeichnungen von Josette Cagnant, Verlag Codac Juifs, Bruxelles, 1961, S. 55 ff.)

Interessant ist im Gesamtzusammenhang, daß in den jetzt aufgetauchten 700 Privatbriefen Heinrich Himmlers keinerlei Hinweis an seine Ehefrau, eine von tiefsitzendem Judenhass erfaßte Frau, auf Massenmord in Auschwitz enthalten ist. Das verwundert, weil es schwerlich vorstellbar ist, daß Heinrich Himmler selbst seiner eigenen Frau nicht einmal einen verklausulierten Hinweis gegeben haben soll.

Hier noch ein bemerkenswertes Video:

In euren Augen – in meinen Augen…

26 Jan

In euren gutmenschlichen Augen

da spiegelt sich die bunte Republik.

In euren gutmenschlichen Augen

gibt es für keinen Fremden ein Zurück.

Aus euren gutmenschlichen Augen

entschwindet auch das letzte deutsche Kind,

damit wir bösen Deutschen

niemals mehr Nazimörder sind.

Meine stets noch wachen Augen dagegen

erheben sich und senken nicht den Blick.

In meinen unbeugsamen Augen

da spiegelt sich der Ahnen Glück.

Aus meinen stets noch wachen Augen

entschwindet alles Fremden Blick.

Bald kehren alle Deutschen

in Lieb´und Treu´zu unserem Land zurück.