Wach auf!…

21 Okt

„Wach auf! dein Ziel ist in Gefahr!
Du gabst in bunten Träumerein der Einsamkeit, was ihrer war-;
nun gib dem Leben auch, was sein.“

( Christian Morgenstern, deutscher Dichter , das Zitat entnehme ich der „Sezession“, Nr. 68, Oktober 2015 )

Schlafen nicht viele von uns angesichts der apokalyptischen Zustände in unserem Land? Vielleicht unruhig, aber jedenfalls schlafen sie, wo gespanntes Wachsein erforderlich ist. Nicht schlafen, sondern auf dem Sprung sein wie der Tiger vor der Beute, das ist jetzt die Devise. Es wurde genug geschlafen, ja verschlafen. Früher wurde gerufen:“Sprung auf, Marsch, Marsch!“  So martialisch muß es nicht sein, aber in Bewegung kommen, das müssen wir. Uns aus der Starre lösen, das müssen wir. Hellwach sein, das müssen wir. Sprungbereit zum Angriff bereitstehen, das müssen wir.

Dein Ziel ist in Gefahr? Hast Du denn eines? Was über den bloßen Konsumentstatus hinaus willst Du? Hast Du Befürchtungen? Hast Du Ängste? Hast Du Erwartungen? Hast Du Hoffnungen? Hast Du Ziele? Zielst Du auf etwas hin? Willst Du es unbedingt erreichen? Erkenne jedenfalls die Gefahr, die sich näherschleicht oder deren Atem Du bereits spürst. Sie legt ihre Schnüre um Dich, hat bereits das ganze Land übersponnen. Die Gefahr droht zur alles erstickenden Realität zu werden. Hast Du keine sonstigen Ziele, dann ziele wenigstens auf die für uns alle tödliche Gefahr!

Du, besonders wenn Du ein alterfahrener Mensch bist, hast Dich jahrelang, wenn nicht Jahrzehnte aus Gram und Verzweiflung ob der Lage in die Einsamkeit zurückgezogen, hast dieser geschenkt, was ihr gebührt. Du hast die Hoffnung auf einen notwendenden Wandel aufgegeben oder sie in Deinem Herzen verschlossen. In bunten Farben der Herbstblätter bist Du Träumereien nachgegangen. Bilder von einem Land der Ursprünglichkeit, der traditionellen Werte, aber auch einer vom Eigenen getränkten Modernität sind vor Deinen Augen vorbeigezogen. Nur die uralten Bäume unseres Waldes, durch den Du streiftes, waren Deine Zeugen. Du zogst Dich zurück und wurdest  zurückgezogen, wo Du hättest voranschreiten müssen.

Wende Dich dem Leben zu! Gib ihm endlich, was ihm gebührt. Gib ihm, was zu ihm gehört. Denke radikal, nämlich bis zur Wurzel! Sei extrem, nämlich notfalls bis an den äußersten Rand der Sittlichkeit! Greife an, denn der Angriff ist noch immer die beste Verteidigung! Vermeide dabei jede Gewalt außer im Falle der Notwehr. Droht Dir durch den Feind ein gegenwärtiger, rechtswidriger Angriff, dann schlage ausnahmsweise und wirksam zurück.

Gib jetzt dem Leben, was des Lebens ist und der Sieg wird unser sein!

 

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