Altes Denken?…

5 Apr

In den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ gibt Micha Brumlik einen Überblick über die Kernaussagen, Strukturen und Medien der sog. neuen Rechten: http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/maerz/das-alte-denk… unter dem Titel „Das alte Denken der neuen Rechten“ und dem Subtitel „Mit Heidegger und Evola gegen die offen Gesellschaft“

Sehr salopp kommt Brumlik im Abschnitt „Von Martin Heidegger zu Alexander Dugin“ auch auf Metapolitika zu sprechen: „Dabei sind die Grenzen zum historischen Faschismus schnell überschritten: Zeitgeistige Kommunikations –   formen wie etwa „Metapolitika“, ein Blog der identitären Bewegung, propagieren den Mussolini von rechts kritisierenden Philosophen Julius Evola sowie vor allem den zeitweise auch von Wladimir Putin protegierten Alexander Dugin. Evola, diese hierzulande bisher eher unbekannte Gestalt, wurde – wie neuerdings zu erfahren war – auch von einem der wohl wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, von Martin Heidegger, zustimmend rezipiert.“

Dem historischen Faschismus ist Metapolitika nun wirklich nicht zuzuordnen. Daß Julius Evola zitiert und seine Aussagen partiell im Vorläuferblog für bedenkenswert erachtet wurden, bedeutet noch lange nicht ein Unterwerfen unter den faschistischen, italienischen, Etatismus längst vergangener Zeiten. Brumlik schreibt ja selber, Evola habe Mussolini von rechts her kritisiert. Evola war Traditionalist patriarchalischer, fürstlich – autokratischer Provenienz mit pessimistischer Grundhaltung bis zur Verzweiflung. Er selber war letztlich nicht Faschismus -affin und flüchtete sich zuletzt in Vorstellungen, die mit den faschistischen Vorstellungen von Massenbewegung völlig unvereinbar sind. Der Faschismus war ein Massenheer, Julius Evola ein 1 – Mann – Torpedo!

Eine „Zeitgeistige Kommunikationsform“ ist Metapolitika ebensowenig. Mit dem heutigen Zeitgeist hat es genausowenig gemein wie mit der für Brumlik sich verfestigenden,“ nicht mehr nur  konservativen“, sondern „explizit rechten Grundstimmung“, wie er es nennt. Das läßt sich aus den ca. 700 Artikeln auf Metapolitika zwanglos entnehmen. Metapolitika verficht eine Verfassungs- und Staatsordnung im Sinne des Grundgesetzes und somit auch der Art. 14 GG – Eigentum verpflichtet – und des Art. 20 GG, wonach wir ein Rechts- und Sozialstaat sind, der solche verbalen antirechtlichen und antisozialen Entgleisungen, wie sie von der AfD bis zu Pegida hin und wieder ertönen, nicht wünscht. Metapolitika steht nicht links und nicht rechts, sondern für unser Recht.

Ein Blog der identitären Bewegung kann Metapolitika schon deswegen nicht sein, weil ein solcher seitens der Bewegung legitimiert sein müßte. Das ist es nicht und kann es wohl auch nicht sein. Bei Deutschlandecho gab es sog. Leserblogger, zu denen auch ich einmal zählte. Bei der IB gibt es so etwas meines Wissens nicht. Metapolitika begleitet die identitäre Bewegung wohlwollend, wie hier immer explizit betont wurde. Metapolitika hat auch darauf verwiesen, was es von der Distanzierung der IB vom „Rassismus“ hält, also einem Begriff, der per se unlogisch ist. Was soll Rassismus sein? Das Hervorheben einer Menschengruppe, die über Völker hinausgeht? Über welche denn? Über welche nicht? Über Juden und nichtjüdische Palästineser zugleich, die beide wenigstens überwiegend Semiten sind?

Jedenfalls tut Micha Brumlik uns Widerständlern den Gefallen, den aktuellen Stand aufzuzeichen. Es lohnt, den 9-seitigen Artikel aufmerksam durchzuarbeiten und wenn er nur dazu dient, sich mit Ideen, Plattformen, Personen und Gruppen zu beschäftigen, die nicht immer im Fokus stehen.

 

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