Am Ende Gewalt?…

29 Okt

Unser Leser und Gastautor „Hallo, Zeitgeist“ unterstützt Metapolitika schon seit geraumer Zeit mit Beiträgen zu Grundsatzfragen. Heute geht es um den Begriff „Rassismus“, seine Bedeutung, die Verwendung im Meinungskampf und seine Überwindung durch eigene Begriffsfindung. Letzteres ist ganz im Sinne von Metapolitika, denn metapolitisch wirksame Positionen können angesichts der gewaltigen Übermacht des internationalisch – globalistischen mainstream nur dann besetzt und gehalten werden, wenn wir die feindlichen Kampfbegriffe durch eigene, bessere Kreationen unwirksam zu machen in der Lage sind.

Lassen wir Hallo, Zeitgeists Text auf uns wirken, prüfen wir dabei, ob er uns voranbringt. Wenn ja, dann möge er in die Arena des Meinungskampfes geschleudert werden wie ein Diskus, der die miefige Luft der Political Correctness messerscharf durchschneidet:

„Majorismus, nicht Rassismus

– Mißbrauch eines emotional hoch aufgeladenen Wortes gefährdet sozialen Frieden –

Machen wir es einfach: Wenn von einer Gruppe Jugendlicher die Rede ist, dann wird der betreffende Personenkreis überwiegend etwa zwischen dreizehn und siebzehn Jahre alt sein. Anderes Beispiel: Spricht man von schwedischen Urlaubern in einem Reisebus, dann wird auf jeden Fall die Mehrheit schwedischer Nationalität angehören. Spätestens von dem Punkt an, an dem sich die Anzahl von Personen anderer Herkunft – etwa Finnen, Norweger oder Engländer – über diese im Bewusstsein eingeschliffene Marke einer Mehrheit hinaus bewegt, werden wir entweder von einer skandinavischen oder von einer internationalen Reisegesellschaft sprechen. Die praktische Wahrnehmung gruppenbezogener oder kollektiver Identitäten basiert also weitgehend auf zahlenmäßigen Beziehungen, richtet sich an dem Vorhandensein einer Mehrheit aus, hat ein naturgewachsenes Majoritätsbewusstsein. Hinzu kommen im Alltagsverständnis emotionale Eindrücke dessen, was jeweils als typisch für eine Gruppe oder Ethnie identifiziert wird.

Die vorherrschende Diskussion in der Öffentlichkeit wird dagegen von einer identitätsauflösenden Tonlage beherrscht, in der interkulturelle Schnittstellen betont werden. Man hat sich zunehmend als Europäer oder am besten gleich als Weltbürger zu verstehen. Wer dagegen weiter das Eigenständige und deutlich erkennbare Mehrheitsverhältnisse bewahren will, gilt schnell als rechtsradikal, unterliegt der Gefahr beruflicher oder privater Ausgrenzung.

Falsche Wortwahl für heutige Realität

Soziale Etiketten wie „rechtsradikal“ oder „Rassismus“ spielen massenpsychologisch eine besondere Rolle, denn sie sind einprägsam wie Begriffe aus der Waschmittelwerbung. Dabei handelt es sich inzwischen um einigermaßen unscharfe Begrifflichkeiten. So wurde Rassismus vor Jahren noch klar biologistisch verstanden, also auf Fälle oder Situationen bezogen, in denen sich etwa Menschen einer Hautfarbe gegenüber Vertretern einer anderen überlegen, besser oder gar wertvoller betrachteten. In der Konsequenz hatte dies historisch zu den bekannten Beispielen von Gewaltanwendung, Demütigung, Verfolgungen usw. geführt. Jedoch hat sich der Diskussionsrahmen merkwürdig geändert. So fragte etwa die 2015 verstorbene Professorin für Sozialpsychologie Birgit Rommelspacher in einem Vortrag, ob das, was ihre Denkrichtung als „antiislamischen Rassismus“ begreift, denn tatsächlich Rassismus sei, „da es sich hier ja ‚nur’ um religiöse und kulturelle Unterschiede handele.“ Die selbst gegebene Antwort lautete unter anderem, je mehr der Islam zu einem „Differenzierungsmerkmal“ gemacht werde, „das das Wesen aller Muslime zu durchdringen scheint“ und sich wie eine biologische Eigenschaft vererbt, desto mehr könne man auch den „antiislamischen Rassismus als einen Rassismus bezeichnen.“

Am Ende Gewalt? – Wohin Umsprachung führen kann –

Auf vielen linken Demos bis hin zu Veranstaltungen, die auch von Kirchen oder Gewerkschaften auf der Straße mit getragen werden, erscheinen überdies Parolen, die auf platte Art Patriotismus mit Rassismus gleichsetzen. Es hat unter anderem damit zu tun, dass manche Organisationen, die sich vermeintlich gegen Rassismus einsetzen wollen, schlampig mit dem Wort umgehen, etwa auch das darunter fassen, was sie in ihrem Verständnis als kulturelle oder ethnische Diskriminierung deuten. Insbesondere eine ethnische Unterscheidung zwischen „Wir“ und „Ihr“ sei verwerflich. „Wir“ und „Ihr“ gibt es, wenn es drauf ankommt, aber innnerhalb jedes beliebigen ethnisch gleichförmigen Sportvereins. Eigentlich selbstverständlich ist, dass man sich sein persönliches „Wir“ noch selbst aussuchen und nicht vorschreiben lassen möchte. Das gilt nebenbei gesagt auch unter Migranten und Flüchtlingen – aber, psst…!

Im Internet gibt es inzwischen sogar linke Auffassungen, dass bereits Rassismus vorliege, wenn ein vermeintlich Betroffener ein Verhalten oder eine Einstellung als rassistisch wahrnimmt oder wenn Dritte nach ihrem Empfinden eine solche Zuordnung richtig und angemessen finden – also ein völlig subjektives Rassismus-Verständnis. Na, super – nur, wenn nach solch einer Auffassung Übergriffe oder Diskriminierungen gegenüber ethnisch Deutschen stattfinden, ist es natürlich kein Rassismus oder…?

Zu beobachten ist jedenfalls eine starke Ausfransung der Begrifflichkeit „Rassismus“, die nicht nur Vorschub für verbale Ausfälle gegen alle liefert, die noch eine zahlenmäßige Majorität ihres über Jahrhunderte gewachsenen Volkes im nationalen Siedlungsraum gewahrt wissen wollen, sondern im Zweifelsfall auch als Legitimation zur Gewalt herangezogen werden kann. Zum Beispiel solcher Art wie sie in letzter Zeit gegen Burschenschafter, AfD-Mitglieder oder Teilnehmer am Akademiker-Ball in Wien zu verzeichnen gewesen ist. Die Umsprachung durch Begriffsloslösung vom eigentlichen Inhalt ist deshalb gefährlich, weil sie mit dem Begriff Rassismus Assoziationen an Gaskammern oder polizeiliche Übergriffe beispielsweise gegen Schwarze in den USA weckt. Damit werden die zu Unrecht mit dem Begriff „Rassismus“ Bedachten per se als „böse“ und verabscheuungswürdig deklariert.

Der Fisch beginnt vom Kopf her…

Was die Protagonisten eines inflationären und in vielen Fällen auch hoch aggressiven Wortgebrauchs gar nicht mitbekommen, ist die Tatsache, dass es sich dabei um Rassismus handelt – nämlich um einen solchen gegen das eigene Volk. Und vollends geht bei dieser abgehobenen und realitätsfernen Argumentation unter, dass die Machteliten teils sogar eine nur wenig verkappte Form von biologistischem Rassismus mit ihrer Umvolkungspolitik betreiben. Wir wissen ja, von wo bekanntlich der Fisch zu stinken anfängt. Oder was ist es anderes als Rassismus, wenn Bundesfinanzminister Schäuble mehr Einwanderung nach Europa verlangt, sonst werde Europa „in Inzucht degenerieren“. In diesem Fall ähnelt die Sprache bereits einigen zur Zeit des NS gebrauchten Redewendungen – nur eben anders herum.

Um gleich noch in den oberen Etagen der Politik zu bleiben: In einer kryptisch anmutenden Rede zur Europa-Politik im Jahr 2008 gebrauchte der seinerzeitige französische Staatspräsident Nicolas Sarcozy an einer Stelle immer wieder das Wort „métissage“, was im Internet-Übersetzungsportal „leo“ mit „Mischform“ bzw. mit „Rassenvermischung“ gleichgesetzt wird. Und es geht noch weiter: Ein Vorgang offenbar des Völkermischens und der resultierenden eigenen Änderung (hier: der Franzosen), sei keine Wahlmöglichkeit sondern ein absolutes Muss. Wenn es nicht freiwillig oder von selbst geschehe, hätten die republikanischen Institutionen dem gegebenenfalls Nachdruck zu verleihen. Geht’ s denn noch?

In dem nicht ganz zufälligen Kontext Europapolitik, in dem der Franzose seine Rede hielt, hat – geradezu ein Klassiker in dem Zusammenhang – der Gründer der Pan-Europa-Bewegung Graf Coudenhove-Kalergi in den 1920er Jahren die Vision formuliert, dass die menschliche Evolution einen neuen, ganz eigenen Weg nehmen werde. Nämlich, dass irgendwann durch Überwindung von Zeit, Raum und Vorurteilen nur noch eine eurasich-negroide Mischrasse bestehen bliebe, „äußerlich der alt-ägyptischen ähnlich“, welche die Vielfalt der Völker durch eine Vielfalt der Persönlichkeiten ersetzen würde (Coudenhove-Kalergie in „Praktischer Idealismus“ – als Pdf bei Kindle). Da wirkt es doch wie ein seltsamer Zufall, dass eine die epochale Masseneinwanderung forcierende Angela Merkel schon 2010 von der Europagesellschaft Coudenhove-Kalergi „wegen ihrer außerordentlichen Verdienste im europäischen Einigungsprozess“ ausgezeichnet worden ist.

Erfüllungsgehilfen der Machteliten

Besonders am linken Rand sind Denkschablonen à la Kalergi auf fruchtbaren Boden gefallen. Etwa wenn Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert, „im Osten“ – wie sie es nennt – gäbe es „gemessen an der Bevölkerungszahl immer noch zu wenig Menschen, die sichtbar Minderheiten angehören, die zum Beispiel schwarz seien“ (sieh Junge Freiheit, Online-Ausgabe, vom 16. Juli 2015). Pardon, aber das ist Rassismus par excellance. Nämlich biologistisch per Hautfarbe argumentiert. Sprachlich interessant ist dabei auch der Hinweis auf sogenannte „Minderheiten“. Denn durch diesen Begriff wird die absehbare demografische Entwicklung vorsichtshalber herunter gespielt. Selbst „Die Welt“ titelte im Sommer diesen Jahres zu Flüchtlingen und Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: „Der wahre Babyboom wird arabische Eltern haben“. Dessen ungeachtet, gibt es auch jetzt schon Gebiete wie etwa im Ruhrgebiet oder in Berlin, wo kaum noch ein Wort deutsch gesprochen wird.

Fazit: Ein passender Begriff muß her

Nicht die national-konservative Seite ist in Wirklichkeit rassistisch, sondern Teile des in der politischen Auseinandersetzung polemisierenden Gegenübers. Den National-Konservativen geht es um Mehrheitserhalt ihres eigenen Volkstums, womit Traditionen und Vertrautes verbunden sind, letztlich so etwas wie Heimatgefühl. Kurz: Es geht nicht um Rassismus, sondern um wohl verstandenen Majorismus. Auch wenn letzterer Begriff vor Jahrhunderten einmal kirchenpolitisch in der innerprotestantischen Auseinandersetzung eine Rolle spielte, ist er doch unabhängig davon sehr passend. Deswegen nämlich, weil er sich ausgezeichnet mit der von Friedrich Merz Ende der 1990er Jahre bereits in der CDU angestoßenen Leitkultur-Diskussion ergänzt, die heute etwa von AfD und Umfeld erfolgreich weiter geführt wird.

Was aber bislang vielleicht noch nirgendwo so klar auf den Punkt gebracht wurde: Es kommt auf eine im Alltag klar erkennbare Mehrheit des ethnisch angestammten Anteils der Gesellschaft an. Wo diese Majorität womöglich wieder herzustellen ist, lässt sich das kurzfristig per deutlicher Verschärfung des Asylrechts unterstützen, wozu auch eine Rückführung von Flüchtlingen zu gehören hat, sobald die Waffen in dem verlassenen Land weitgehend schweigen. Dies geschieht dann durchaus gemäß der Flüchtlingskonvention, wie sogar schon vereinzelt von etablierten Politikern ins Spiel gebracht wird, die Angst haben, dass ihnen bei den Wählern die Felle wegschwimmen. Genauso wichtig muss eine konsequente Abschiebungen illegal Eingewanderter sein sowie im Zuge eventuell längerer Zeiträume Maßnahmen über finanzielle Hebel, geldliche Ausreiseanreize und andere ordnungspolitische Maßnahmen. So könnte ein Maßnahmenkatalog formuliert werden, der einen gesellschaftlichen Wandel zur gewünschten Ursprungsmehrheit noch über eine weitgehend friedliche Steuerung auf den Weg zu bringen in der Lage ist. Das wird allerdings nur funktionieren, sofern – einmal bildlich gesprochen – nicht immer mehr Druck in den Kessel gerät. Anderenfalls dürften ohnehin Entwicklungen im völligen Chaos enden, mit Szenarien, die vermutlich alles andere als friedliche Verläufe aufweisen dürften.

Und anderswo…?

images-afrikaAbschließend sei zum Thema ein episodischer Eindruck erwähnt. So hatte der Autor dieses Beitrags Gelegenheit zu einem privaten Gespräch mit einer Schwarz-Afrikanerin aus Kamerun, und zwar zum wirtschaftlichen Einfluss Chinas auf den afrikanischen Kontinent. Diesen fand sie – wenn er begrenzt bleibe – positiv. Anderenfalls, so ihre unerwartete Äußerung, sei damit zu rechnen, dass immer mehr Chinesen übersiedeln würden. Eines Tages könnten damit die ursprünglichen demografischen Mehrheitsverhältnisse in Gefahr geraten, und die einheimische Bevölkerung würde im eigenen Land politisch und kulturell nicht mehr maßgeblich sein. Nun spricht eine wissenschaftlich ernst zu nehmende Einschätzung gerade mal von einer Million Chinesen, die bislang nach Afrika ausgewandert seien und die sich auf mehrere Länder verteilt hätten. Das erwähnte Gespräch mit einer Kamerunerin zeigte aber deutlich, dass in anderen Teilen der Welt majoristische Denkgewohnheiten geradezu als selbstverständlich und normal betrachtet werden.“

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