Rassehunde, Bienenvolk und Ameisenstaat…II.

5 Nov

Der Artikel I. befindet sich hier. Ein Gastbeitrag zum Thema hier. Und dazu wiederum hier.

Heute geht es um das Bienenvolk mit seinem Grundgesetz der Ordnung als Gemeinschaft:

Alles lebendige Werden einer aufbauenden Ordnung entspringt gemeinschaftlichem Sein und vollzieht sich in ihm. Gemeinschaft als der Grund aller bienlichen Wirklichkeit: das ist eine überindividuelle Geschlossenheit des Lebens, die einem mächtigen Strom gleicht, demgegenüber die kleinen Rinnsale nichts vermögen. Gewiß ist der Strom nicht ohne diese kleinen Wasser. Aber er ist nicht ihre bloße Summierung. Er hat seine eigene Form und Gestalt, die man niemals aus der Summierung der Formen und Gestalten der kleinen Rinnsale feststellen kann. Auf dem Strom erheben sich kleine und große Wellen, entstehen unendlich viele Formen des dahinfließenden Wassers. Aber eines ist allen diesen Wellen, allen diesen Formen gemeinsam: daß sie ein Teil des Ganzen, des Stromes sind, daß sie von ihm getragen werden und daß sie sich alle, trotz ihrer unendlichen Verschiedenheit in einer einzigen Richtung bewegen. Wäre der Strom nicht, so wäre diese Welle, die jetzt blinkend emporschäumt und über die anderen Wasser aufsteigt, nur eine bewegungslose Lache Wassers, eine kleine, unscheinbare Pfütze. Daß alles bienliche Dasein und Leben auf der Gemeinschaft beruht, ohne sie nicht das wäre, was es ist, ohne sie überhaupt nicht da wäre, diese uns früher noch selbstverständliche Tatsache ist in der modernen Zeit – insbesondere seit der Unterwerfung der deutschen Biene 1945 – aus dem Bewußtsein geschwunden, ist ihr deshalb abhanden gekommen, weil die Gemeinschaft als Ganzes nicht so sinnfällig, so gegenständlich festzustellen ist wie einzelbienliches Leben.

Was wir immer unmittelbar vor uns sehen, sind einzelne Bienen, die zwar Mittel besitzen, um miteinander in Beziehung zu treten, die aber doch ihr Eigenleben, ihr individuelles Sosein als wesentlichsten Teil ihres Seins zu besitzen scheinen. Abgesehen davon, daß alles neue organische Leben bienlicher Art grundsätzlich immer nur aus der Urgemeinschaft männlichen und weiblichen Lebens  entstehen kann, gibt es eine grundlegende Gemeinsamkeit bienlichen Lebens, die so sinnfällig sichtbar und greifbar ist, wie diese einzelne Biene, die vor mir fliegt: das ist die rassische Art, die in jeder einzelnen Biene vorhanden ist.

Nur die Gemeinschaft als Gemeinsamkeit der gleichen rassischen Art ist eine echte bindende Kraft, der man sich durch keinen Entschluß und keine Tat zu entheben vermag. Eine Kraft, die so notwendig zum bienlichen Leben gehört wie Geburt, Werden und Tod. Ihr kann die Biene nicht entfliehen, und wenn sie bis ans Ende der Welt fliegt.

Die Gemeinschaft ist eine Urtatsache. Daran ist nicht zu zweifeln.

Wenn wir die Gemeinschaft das Grundgesetz der Ordnung nennen, so soll damit gesagt sein, daß alle geformte Wirklichkeit – denn nichts anderes heißt Ordnung – notwendig aus der Gemeinsamkeit der rassischen Art entspringt, die einem Bienentum zugehört, daß jenseits dieser rassischen Art überhaupt keine echte Ordnung möglich ist.

Wird fortgesetzt.

 

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