Wirklich paradox?…I

4 Jul

Sezessions
begleitung

Zu Martin Sellner in „Sezession“ https://sezession.de/57307/politische-paradoxien  Ich kommentiere, ergänze und erweitere  angesichts des Textumfangs ohne Zitate Schritt für Schritt seinen Text. Ich empfehle, ihn vorab aufmerksam zu lesen:

Metapolitik ist meiner Meinung nach  k e i n  Weg, der unstet auf schmaler Gipfellinie über Abgründe in einem Balanceakt unter ständig neuem Ertasten eines „Mittelweges“ im Beisein einiger Paradoxien führt. Politisch denkende und handelnde Menschen  g e h e n  Wege, wir sind die Subjekte, die Wege nutzen, die damit zusammenhängenden Begrifflichkeiten aber nicht einmal als Metaphern nutzen sollten, weil wir sonst schon deswegen vom Wege abkommen könnten. Vielleicht drückt Martin Sellner sich ja auch nur undeutlich aus, worauf das Wort „Balanceakt“ hinweist, welches sich ja nicht auf einen Weg, sondern auf den balancierenden Menschen bezieht. Wichtig ist jedenfalls das Vermeiden solcher Begriffe wie sie Sellner im Kontext mit „Weg“ verwendet, wie „unstet“, „schmale Gipfellinie“, „Abgründe“.

Denn rechtverstandene und angewandte Metapolitik ist nicht geographisch, sondern politisch – weltanschaulich mehrdimensional zu sehen: sie besitzt horizontale, vertikale, um- und rückwälzende Elemente. Um z. B. metapolitisch gegen die gerade beschlossene „Ehe für alle“ (und keinen) anzugehen, müssen nicht bloß „Mittelwege“ gegangen werden, sondern befreit von Zwängen Gegenbegriffe definiert, juristische und politische Aktionen mit den verschiedensten Stoßrichtungen  gestartet werden. So kann im Diskurs mit anderen Menschen horizontal und provokativ die „Ehe“ mit Oma oder Hund, mit Kindern odern mehreren anderen Partnern verlangt werden, aber auch ein Gang zum Standesamt gewagt werden, um die bestehende Ehe von Mann und Frau wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage aufgrund des neuen Gesetzes annullieren zu lassen. Was ist die normale Ehe jetzt noch wert? Liegt nicht ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Grundgesetz vor, wenn biologisch Ungleiches gleich behandelt wird? Vertikal kann gegen den Gesetzgeber  bzw. gegen die das Gesetz ausführenden Behörden vorgegangen werden. Nennen wir das neue Konstrukt doch „Ehe für alle und keinen“ oder „Popoehe“ und machen Mahnwachen, Demos pp. gegen den Wahnsinn der Herrschenden. Revolutionär, also rückwälzend, können wir die ganz normale Ehe von Mann und Frau metapolitisch auch „Naturehe“ nennen. Der Möglichkeiten sind viele.

V o r  der praktischen Metapolitik mit dem Gehen von Wegen steht jedenfalls i m m e r   die Begriffsklärung und Bewertung hinsichtlich der durch die  Gegenseite verwendeten Worte, sodann die Umbenennung der gegnerischen Begriffe und das Erfinden bzw. Wiederauffinden eigener Worte, um die Deutungshoheit zu gewinnen, zumindest aber diskursfähig zu werden und zu bleiben.

Die Problematik der Unwägbarkeiten und Gefahren beim metapolitischen Denken und Handeln bleiben von meiner kleinen Kritik unberührt, auch der Dank an Martin Sellner für seinen unermüdlichen Einsatz.

wird fortgesetzt

Vorläuferblog und Archiv: http://metapolitika.wordpress.com/

Metapolitika unterstützt:EInProzentde

 

Advertisements