Markt der Halbheiten…

7 Jun

Johannes Poensgen eröffnet in der Sezession unter dem Titel  „Solidarität und Disziplin“  einen neuen Markt der Halbheiten. Diesmal geht es um den britischen Vielfachnamensträger, Israelbesucher und zeitweiligen stv. Vorsitzenden einer pro – israelischen britischen Partei, der sich, wie Poensgen schreibt, nach den Vorfällen in Charlottesville mit der Antifa gegen die „Nazi Pricks“ solidarisiert hat. Er bescheinigt ihm eine islamfixierte, radikal philosemitische, also judenfreundliche Anschauung und mehrfachen Gesetzesbruch. Für uns Europäer gelte zumindest, daß die politische Differenz zu „Tommy Robinson“ derzeit nicht unüberbrückbar sei. Man müsse für ihn „in die Bresche springen“ und Poensgen erwägt die Vorteile und Nachteile. Das meiste davon ist sachgerecht und zu unterschreiben. Nur verletzt Johannes Poensgen sein selbstgesetzes Normativ, „nicht blind mit allem und jedem“ solidarisch zu sein. Spricht bei einer solchen Person wie „Tommy Robinson“ angesichts der geschilderten Umstände, seiner Verlautbarungen und Verhaltensweisen nicht der Anschein für einen „agent provocateur“, vergleichbar mit bekannten Namen bei Pegida und der AfD, die immer besonders aktiv, überall präsent, zugleich angreifbar, des Öfteren erpreßbar und in ihren statements widersprüchlich sind? Sollen nicht Leute wie dieser T.R. für das Judentum, das uns Europäern auch die halbsemitischen, muslimischen Syrer, zwecks Zersetzung auf den Hals gewünscht hat und das jetzt selber bedroht ist, die Drecksarbeit machen und eine Brandmauer gegen den judenfeindlichen Islamismus errichten? Wo ist da die nicht unüberbrückbare Differenz? Wo ist da überhaupt wahre Übereinstimmung? Für mich jedenfalls nur das Element des blutsmäßigen und kulturellen Bewahrens der eigenen Identität.

Also: Vorsicht bei „Tommy Robinson“.

Vorstehendes ist der eine Korb auf dem Markt der Halbheiten. Der zweite Korb ist die Halbheit hinsichtlich des lt. Poensgen in der Neuen Rechten seit Jahren angeblich bestehenden stillen Konsenses, darüber zu schweigen, wenn Leute wegen nationalsozialistischer oder holocaustrevisionistischer Meinungsdelikte verurteilt werden,“unabhängig davon, was einzelne von uns über die entsprechenden Strafparagraphen oder die Art denken, auf (wohl wie) die diese Gerichtsverfahren geführt werden“. Als guten Grund dafür gibt er an, „andernfalls würden die einschlägigen Kameraden ständig die Knöpfe drücken, die uns zur öffentlichen Solidarisierung mit ihnen zwängen.“ Selbst für diese Entscheidung werde der Preis gezahlt, daß an den „Schmuddelkindern“ die Instrumente der Repression geschärft würden, die heute auch die Neue Rechte zu spüren bekomme. „Tommy Robinson“ mit seinem „taktischen Fehler“ könne nicht gleichbehandelt werden wie Mahler, Haverbeck und Volksgenossen. Dann hätte jeder in Zukunft eine Ausrede parat, den Kopf einzuziehen, sobald es Ärger gibt.

Schweigemauer durchbrechen!

Schluß mit den Halbheiten! Warum nicht zu „Tommy Robinson“ ebenfalls schweigen, wenn man schon die Schere im Kopf ansetzen will? Warum nicht die Schweigespirale bei dieser zweifelhaften, ausländischen, zionsverdächtigen Figur mit angeblich unabsichtlichem taktischem Fehler? Warum hat er Solidarität verdient und die deutschen Inhaftierten nicht, über die sich tatsächlich weitgehend Schweigen ausbreitet?

Können nicht auch hinsichtlich „Tommy Robinson“ Knöpfe gedrückt werden, die die Solidarisierung später als sinn – und wertlos erscheinen lassen? Wissen wir denn, was da noch alles zum Vorschein kommt? Können auch da nicht Konstellationen entstehen, die Leute zu Ausflüchten schreiten lassen, wo Köpfe in den Sand gesteckt werden?

Unsere Sorge gilt zuerst Deutschland und seinen Menschen, dann seinen Verhältnissen. Und was ist unsere größte Sorge noch vor der Überfremdung mit ihrem Teilaspekt der Islamisierung? Ist es nicht die Seelenlähmung durch Schuldinjektion selbst gegen die Jüngsten in Kitas und Schulen seit Generationen, die uns zugleich den Atem nimmt und daran hindert, ein normales Volksleben zu führen?  Die „Mahlers, Haverbecks und Volksgenossen“, wie Johannes Poensgen sie zu nennen beliebt, mögen auch durch Leugnung, Ignoranz, eigene Dummheit und schwere taktische Fehler hinter Gitter gewandert sein wie das hochgehandelte Solidaritätsobjekt „Tommy Robinson“, aber sie stehen uns immer noch näher als dieser seltsame „Tommy Robinson“ und haben es nicht verdient, mit Schweigen belegt zu werden. Im Gegenteil! Ihre Fälle müssen schon deswegen in den Diskurs, weil rechtliche Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit in Teilaspekten der Verfahren bestehen, die auch im Fall Sylvia Stolz besonders gut zu erkennen sind. Wie wäre es denn, wenn wir uns nicht nur mit §§ 130 ff, 185 ff StGB beschäftigten, sondern auch mit der Vorstufe, den Ermittlungen im „größten Kriminalfall der Geschichte“? Könnten wir nicht zum Wegziehen des Schweigetuchs über Mahler und seine Zellengenossen beitragen, indem wir die Frage stellen, wann endlich wie in jedem anderen Kriminalfall auch die Tatorte, die Tatmittel und das Verbleiben der Opfer kriminaltechnisch untersucht werden, alleine schon deswegen, damit dem ungerechtfertigtem Revisionismus der Boden entzogen wird, die Opfer und die Nachkommen der Opfer sowie der Täter Ruhe finden können?

Die „Neue Rechte“ sollte sich von „Tommy Robinson“ weg und diesen Gefangenen zuwenden, wenn amnesty international es schon nicht tut.

Deutschland wird es ihr eines Tages danken.

PS: Lest bitte unbedingt auch die Kommentare zum Artikel von Johannes Poensgen, insbesondere denjenigen von der_Juergen,der wie immer den Mut zur Deutlichkeit und zum Kernstich besitzt.

 

Vorläuferblog und Archiv: http://metapolitika.wordpress.com/
Metapolitika unterstützt: https://einprozent.de/

 

 

 

Werbeanzeigen