Hitlerbild und Hakenkreuzfahne…

14 Aug

 

Auch Polen waren Täter:

„Im Gartensaal eines einstmals schönen Hauses ist die Mehrzahl der zum Abtransport Bestimmten schon versammelt Um dorthin zu gelangen, muß man aber einen Vorraum passieren. Ein langer Tisch, quer vor eine Wand gerückt, weist ihn als die gefürchtete Kontrollstelle aus. Alles Gepäck muß auf diesen Tisch gelegt werden, zwei Polen besorgen das Auspacken und Sortieren. Sie gehen dabei so radikal vor, daß uns Hören und Sehen vergeht. Zwei andere greifen uns unter die Achseln, tasten den Leib ab, befühlen die Säume unserer Mäntel, um etwa verborgene Wertsachen aufzuspüren. Zwischendurch werden die Personalien aufgenommen. Der junge Pole, der damit beschäftigt ist, sitzt unter einer Hakenkreuzfahne, zur Rechten ein Hitlerbild. Ausgerechnet eine Frau, von der das ganze Dorf weiß, daß sie mit dem braunen Spuk nicht das geringste zu schaffen hatte, wird aufgefordert, Bild und Fahne mit dem Hitlergruß zu grüßen. Als sie sich weigert,  fährt ihr der Kolben einer Maschinenpistole unter das Kinn. Die Zähne knirschen, und Blut läuft aus dem Mundwinkel. Haß hat Haß gesät und immer trifft es die Unschuldigen.“ 

( Koepcke, Cordula, Blaue Wälder – Weiße Dünen, Erinnerungen an Pommern, Rautenberg, Leer, 1967, S. 132, 133 )

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