Wer das nicht begreift…

16 Okt

Antonio Gramsci

….der begreift nichts, zitiert Antonio Gramsci aus der „Rassegna settimanale della stampa estera, der wöchentlichen Auslands – Presseschau v. 21.10.1930 (5. Jg.,Nr.42, S. 2303 f.) den Pariser „Avenir“ v. 21. 10.1930, S. 2303-4. Das vollständige Zitat ist  im Hinblick auf die Globalisierung und die Definition von Volk und Nation interessant und zugleich anregend:

„Man sagt uns seit geraumer Zeit, aber vor allem seit Kriegsende (1918, niekisch), daß die Fragen des Interesses die Völker beherrschen und die Welt voranbringen. Es sind die Marxisten, die diese These erfunden haben unter der etwas doktrinären Bezeichnung „historischer Materialismus“. Im reinen Marxismus (und im ideologischen Globalismus, niekisch) gehorchen die als Massen gefaßten Menschen nicht den Leidenschaften, sondern den ökonomischen Notwendigkeiten. Die Politik ist (gemeint: aber, niekisch) eine Leidenschaft. Das Vaterland ist eine Leidenschaft. Diese beiden fordernden Ideen genießen in der Geschichte nur eine Scheinfunktion, weil in Wirklichkeit das Leben der Völker im Laufe der Jahrhunderte erklärt wird mit einem wechselhaften und immer erneuerten Spiel von Ursachen materieller Ordnung. Die Ökonomie ist alles. Viele „bürgerliche“ Philosophen und Ökonomen haben diesen Refrain aufgenommen. Sie machen Miene, uns mit dem Kurs des Getreides, des Erdöls oder des Kautschuks die große internationale Politik zu erklären. Sie befleißigen sich, uns nachzuweisen, daß die gesamte Diplomatie von Fragen der Zolltarife und Kostpreise beherrscht wird. …Die Leidenschaft in der Außenpolitik? Das Gefühl in der nationalen Sache? Weg damit! Dieses Zeug ist gut für gewöhnliche Leute. Die großen Geister, die Eingeweihten, wissen, daß alles vom Geben und Haben beherrscht ist. Doch ist dies eine absolute Pseudo-Wahrheit. Es ist vollständig falsch, daß die Völker sich nur von Interessenerwägungen leiten lassen, und es ist vollständig richtig, daß sie mehr denn je den Gefühlen folgen. Der historische Materialismus ist eine schöne Dummheit. Die Nationen gehorchen vor allem Erwägungen, die von einem brennenden Prestige-Verlangen und -Glauben diktiert sind. Wer das nicht begreift, begreift nichts. “ (zitiert in Gefängnishefte Bd. 3, S. 501, 502, Argument – Verlag 1999)

 

Gramsci ist der Ansicht, der Verfasser kenne die moderne Philosphie nicht und verstehe im übrigen nicht, daß die „Leidenschaften“ eben gerade ökonomische Tatsachen sind. Im übrigen sei der Abschnitt interessant und wäre in einem Essay detailliert zu analysieren (Gefängnishefte Bd. 3, S. 502, Argument – Verlag 1999).

Für uns hingegen wäre interessant zu sehen, was die damalige Philosophie Gegenteiliges aussagte, das Gramscis Vorwurf deckt. Leider äußert er sich dazu nicht.

Und wie können Leidenschaften als rein subjektive menschliche Regungen „ökonomische Tatsachen“ sein? Sie mögen auf ökonomischen Gegebenheiten gründen oder auch nicht, aber Tatsachen wie ein wissenschaftlich nachweisbares Phänomen? Da dürfte bei Antonio Gramsci der marxistische Gaul durchgegangen sein.

Wenden wir uns dem Abschnitt aus dem Pariser „Avenir“ zu: Spätestens seit dem Zusammenbruch der scheinsozialistischen Systeme des damaligen Ostblocks hat sich der Gedanke des allein maßgeblichen ökonomischen Interesses der Massen mit seinen angeblich automatischen Abläufen verwandelt in die Vorherrschaft des ökonomischen Interesses einer westlich- plutokratischen Minderheit, die sich hinter der Maske freimaurerischer Ideen verbarg und diese Maske zunehmend fallen läßt. Unter dem Begriff „Globalisierung“ sollen Rassen, Nationen, Religionen und indigene Moralen abgeschafft werden zugunsten führungsloser Konsumentenmassen, die unter einer Weltmoral, Weltjustiz, Weltregierung zum Tempel Mammons wandern sollen. Die Freimaurer-Bundesrepublik Deutschland ist das bevorzugte Experimentierfeld für diese Bestrebungen und schon jetzt eine internationale Weltrepublik. Leidenschaften, brennendes Prestige- Verlangen und Prestige-Glauben fokussieren sich nicht mehr bei den Völkern, sondern bei dieser weltanschaulich gefestigten „Adelsschicht“, deren Absichten und Pläne nicht mehr unter den herkömmlichen Begriffen christliches Abendland, Volk, Nation, selbst Reich zu durchkreuzen sind. Die Wissenden auf unserer Seite wissen das.

Die Front verläuft heute nicht mehr zwischen West und Ost, zwischen Kommunismus und Kapitalismus, zwischen rechts und links, zwischen oben und unten, zwischen Abendland und Orient, zwischen Christentum, Judentum und Islam, sondern einzig und allein zwischen Globalisten und Artverteidigern (Identitäre). Jeder aufrechte Mensch, der sich gegen den Globalismus aufrichten will, steht vor der Aufgabe zu analysieren, wie er den Trägern des Globalismus und deren Tätigkeit mit ihren Auswirkungen widerstehen kann.

Fortsetzung folgt.

 

Vorläuferblog und Archiv: http://metapolitika.wordpress.com/

 

 

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